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Armenien

 

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Jerewan

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Wind: 17.70 km/h

  • 22 Jul 2017

    Sonnig 37°C 23°C

  • 23 Jul 2017

    Sonnig 36°C 22°C

 

Allgemeines

Armenien ist ein mehrheitlich von Armeniern bewohnter Staat im Kaukasus. Er erlangte mit Auflösung der UdSSR 1991 seine Unabhängigkeit.

Name

Hayastani Hanrapetut'yun

Republik Armenien

Amtssprache

Armenisch

Hauptstadt

Eriwan

Staatsoberhaupt

Robert Kocharian

Premierminister

Andranik Markaryan

Staatsform

Präsidialrepublik

Fläche

29.800 km²

Einwohnerzahl

3.336.100

Bevölkerungsdichte

112 Einwohner pro km²

Unabhängigkeit

von der Sowjetunion am 23. September 1991

Währung

Dram

Zeitzone

UTC + 5

Nationalhymne

Mer Hayrenik

Kfz-Kennzeichen

ARM

Internet-TLD

.am

Vorwahl

+374

Daten

Nationalfeiertag: 21. September 

Religion: Armenisch Orthodox 

Mitgliedschaften: Rat für kollektive Sicherheit, GUS

Lage

Armenien liegt zwischen 38° 51' und 41° 16' nördlicher Breite sowie 43° 29' und 46° 37' östlicher Länge. Es grenzt im Westen an die Türkei, im Süden an die Aserbaidschanische Exklave Nachitschewan und an Iran, im Osten an Aserbaidschan und im Norden an Georgien.

Reiseführer und Reiseberichte

 

 

Geografie

Armenien ist ein Gebirgsland – 90 % der Fläche Armeniens liegen über 1.000 m ü. M. Vom Norden her erstrecken sich die über 3.000 m hohen Ausläufer des Kleinen Kaukasus. Der höchste Berg ist der erloschene Vulkan Aragac (4.090 m). Zudem stellen Erdbeben noch immer eine große Gefahr dar. Der größte See Armeniens ist der östlich von Eriwan, und ca 1.900 m hoch gelegene Sewansee mit einer Fläche von 1.417 km². Der längste Fluss Armeniens ist der Aras.

Verwaltung

Armenien gliedert sich in 11 Provinzen (marzer, Singular marz): Aragatsotn Ararat Armavir Gegharkunik Kotayk Lorri Shirak Syunik Tavush Vayots Dzor Yerevan (Eriwan)

Geschichte

Die eigentliche Geschichte Armeniens beginnt mit der Einwanderung der indogermanischen Armenier. Der Name der Hauptstadt Armeniens, nämlich Yerewan, ist seit 2500 v. Chr. nachweislich vorhanden. Ein Vorgängerreich Armeniens war das Reich von Urartu. Um 850 v. Chr. bildete sich das Reich von Urartu im Gebiet des heutigen Armenien mit Zentrum um den Vansee – das Reich besteht bis um ca. 600, steht im Konflikt mit den Assyrern und wird von den Kimmeriern verwüstet. Ca. 518 v. Chr. wird Armenien in das Perserreich der Achaimeniden eingegliedert, das durch den Perserfeldzug Alexander des Großen (334–323 v. Chr.) in dessen Reich eingegliedert wird. In der Folge regieren einheimische Dynasten in Armenien unter Oberhoheit der Seleukiden. 190 v. Chr. macht die Dynastie der Artaxiden Großarmenien zu einem unabhängigen Königreich; daneben entsteht ein armenisches Reich von Sophene (Südwestarmenien am Euphrat und Tigris), nachdem die Seleukiden als Folge der Niederlage gegen die Römer geschwächt sind.

Um 95–55 v. Chr. ist der Höhepunkt des Artaxidenstaates und des antiken Königreiches der Armenier unter Tigran dem Großen (Ausdehnung des Reiches bis zum Kaspischen Meer, nach Kappadokien, Atropatene und Syrien), der sich zum König der Könige ausrufen lässt. Sein Bündnis mit Mithridates von Pontos bringt ihn in den Konflikt mit den Römern, deren Oberhoheit er am Schluss anerkennen muss. Großarmenien ist in der Folge zwischen Römern und den in Mesopotamien und dem Iran herrschenden Parthern umstritten. Den Parthern gelingt es, nach dem Ende der Artaxidendynastie in den Jahren n. Chr. Vertreter des eigenen Herrscherhauses der Arsakiden (Arshakuni) auf den Thron zu setzen, was die Römer 66 n. Chr. anerkennen (Krönung von Tiridates I. in Rom durch Nero). Dennoch bleibt die Oberhoheit über Großarmenien umstritten. 116–117 n. Chr. gelingt es Trajan sogar kurz, das Land als römische Provinz einzugliedern. Doch die Arsakidendynastie herrscht weiter in Armenien bis 428 n. Chr. 224 werden die Arsakiden in Persien von den Sassaniden besiegt und verdrängt. Die Sassaniden beginnen wieder ein aggressivere Westpolitik, 252–297 gelingt es ihnen, Großarmenien unter ihren Einfluss zu bringen und auch einen Sasaniden auf den Thron zu setzen. Erst als Diokletian die Sassaniden 297 besiegt, müssen diese die Oberhoheit über Großarmenien aufgeben – Tiridates III. aus dem Haus der Arshakuni besteigt den Thron, der in der Folge das Christentum in Armenien einführen wird.

Die Armenische Apostolische Kirche feierte im September 2001 ihr 1.700-jähriges Bestehen, dass301 der Überlieferung nach die Annahme des Christentums unter König Trdat III. und der geistlichen Führung des Hl. Grigor Lusaworitsch, dem „Erleuchter“ erfolgte. Armenien wurde so der erste christliche Staat der Welt. 387 teilten Rom und das persische Reich der Sasaniden das großarmenische Königreich untereinander auf. Dennoch entwickelten die Armenier eine hochstehende christliche Kultur, Literatur und Baukunst – vor allem nach der Schaffung eines eigenen Alphabets durch Mesrob Masthoc im Jahr 405. 1828 kam der nördliche Teil Armeniens unter die Oberhoheit des Russischen Reiches und wurde nach Gründung der UdSSR eine der Teilrepubliken der Sowjetunion (1920). Aus dieser Zeit stammen auch die berühmten Witze von Radio Eriwan (Yerewan) bezogen auf die Hauptstadt Armeniens. Nach der Auflösung der Sowjetunion entstand der heutige unabhängige Staat Armenien. Der südliche, weitaus größte Teil des armenischen Siedlungsgebietes blieb unter türkischer Herrschaft. Am 24. April 1915 veranlasste die 1908 an die Macht gekommene jungtürkische Bewegung die Verhaftung, Deportation und Ermordung armenischer Intellektueller in Konstantinopel und leitete damit den Völkermord an 1,5 Millionen Armeniern – zwei Dritteln des im Osmanischen Reich seit Jahrtausenden lebenden christlichen Volkes – ein. Die Türkei bestreitet die Faktizität des Völkermordes noch immer. Er wurde jedoch seit dem Ende des Kalten Krieges durch eine zunehmende Zahl nationaler Parlamente anerkannt.

Armenien und Aserbaidschan haben seit dem Zusammenbruch der UdSSR (1988) militärische Auseinandersetzungen um Nagorni-Karabach geführt. Nagorni-Karabach ist ein autonomes Gebiet von Aserbaidschan, in dem mehrheitlich Armenier leben. Seit einem Waffenstillstand im Mai 1994, der einer Besetzung eines Fünftels Aserbaidschans durch armenische Truppen folgte, hat sich die Situation nicht wesentlich verbessert. Es hat bislang keinen Durchbruch in der Beziehung beider Staaten gegeben, ein Zustand, der ihre wirtschaftliche Entwicklung negativ beeinflusst. Eine große Rolle spielt auch die armenische Diaspora (4 Millionen Menschen).

 

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Politik

Nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion führte Armenien gegen seinen Nachbarn Aserbaidschan Krieg um die in Aserbaidschan gelegene Region Bergkarabach. Im Verlauf dieses Krieges konnte Armenien diese Region mitsamt einer Landverbindung nach Armenien besetzen. Die bewaffneten Auseinandersetzungen sind zwar inzwischen beendet, jedoch ist der Konflikt bis heute ungelöst.

Bevölkerung

In Armenien ist die natürliche Bevölkerungsentwicklung rückgängig. Zwischen 1991 bis 1998 sind ca. 740.000 bis 780.000 Menschen vor allem nach Russland und in andere Staaten der GUS emigriert. Nachfolgend sind die Städte über 20.000 Einwohner aufgezählt (Stand 1. Januar 2004): Eriwan: 1.088.300 Gjumri: 139.900 Wanadsor: 93.600 Wagarschapat: 51.100 Hrasdan: 43.800 Abowian: 38.800 Kapan: 34.600 Armawir: 28.700 Gawar: 23.200 Artaschat: 22.500 Goris: 20.800 Die armenische Sprache ist ein Teil der größeren indoeuropäischen Familie, das armenische Alphabet wurde am Anfang des 5. Jahrhunderts durch Mesrob Mashtots erstellt. Seit damals ist das Alphabet die feste Grundlage der nationalen Sprache und der Kultur geworden.

Kleidung und Reisegepäck

Literatur

Armenien. 5000 Jahre Kunst und Kultur, Wasmuth : Tübingen 1995, 482 S. Tessa Hofmann: Annäherung an Armenien. Geschichte und Gegenwart, C.H. Beck : München 1997, 242 S. Jakob Künzler: Im Lande des Blutes und der Tränen. Erlebnisse in Mesopotamien während des Weltkrieges (1914–1918) – (Zeitzeugnisse) Chronos : Zürich 1999 Adriano Alpago Novello: Die Armenier. Brücke zwischen Abendland und Orient, Belser Stuttgart Zürich 1986, 285 S. Henri Stierlin: Von Konstantinopel bis Armenien und von Syrien bis Äthiopien, Belser : Stuttgart/Zürich 1996, 290 S.

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