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Wissenswertes und Tipps für Reisen in die Länder dieser Erde!

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Argentinien

 

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Buenos Aires

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Feuchtigkeit: 89%

Wind: 28.97 km/h

  • 25 Sep 2017

    Teilweise bewölkt 21°C 15°C

  • 26 Sep 2017

    Schauer 16°C 11°C

 

Allgemeine Landesdaten

Offizieller Name: Republica Argentina

Herkunft des Staatsnamens: Der Name Argentinien bedeutet „Silberland“ (lat. argentum = Silber). Argentinien bekam seinen Namen durch die Beladung der spanischen Silberflotte mit dem Edelmetall aus Potosí (Bolivien) an der Mündung des Río de la Plata.

Fläche: 2.780.403 km²

Einwohnerzahl: 40.666.000 (2010)

Größte Städte: Buenos Aires – 12,80 Mio., Córdoba – 1,45 Mio., Rosaria – 1,20 Mio., Mendoza – 918.000, San Miguel de Tucumán – 832.000 Einwohner (2007)

Offizielle Landessprache: Spanisch

Bevölkerungsgruppen: Europäer 86,4 %, Mestizen 6,5 %, Indianer 3,4 %, Araber 3,3 %, Andere 0,4 % (2000)

Religion: Katholiken ca. 70,0 %, Protestanten ca. 9,0 %, Muslime ca. 1,5 %, Juden ca. 0,8 %, Nichtreligiöse/Unbekannte ca. 16,2 %, Andere Christen ca. 2,5 % (2005)

Lebenserwartung: Männer – 72,9; Frauen – 79,6 Jahre (2007)

Nationalhymne:  Himno_Nacional_Argentino   

Auskunft

Allgemeine Auskünfte und Broschüren erhält man in den größeren Reisebüros. Außerdem kann man sich wenden an die

Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika
Domenecker Str. 19
74219 Möckmühl

Tel.: 06298 929277
Fax: 929278

oder an die

Argentinische Botschaft, Abteilung für Tourismus
Adenauerallee 50-52
53113 Bonn

Tel.: 0228 228010
Fax: 214809

Besonderheiten

Umgangsformen

Wird man vorgestellt, so spricht man die Personen mit Señor („Herr”) oder Señora („Frau”) an. Händeschütteln und ein leichtes Nicken zeugen von Respekt. In manchen Gegenden, z. B. in der Region Buenos Aires, küssen sich die Frauen sowie Bekannte beiderlei Geschlechts auf die Wangen. Das Spanische ¡Buenos días! („Guten Morgen!”/„Guten Tag”), ¡Buen día! in der Region Buenos Aires, oder ¡Buenas tardes! („Guten Tag!”) sind angebracht, wenn jemand auf der Straße vorbeigeht oder zur Begrüßung von Freunden und Bekannten. Chau und Hasta luego sind gängige Abschiedsformeln. Argentinier besuchen sich häufig ohne vorherige Ankündigung. Gäste werden gerne zu Hause empfangen und mit Erfrischungen bewirtet, wie z. B. mit einer Art Espresso. Pünktlichkeit wird nicht so genau genommen und sogar eine Verspätung von einer Stunde fällt meistens nicht ins Gewicht.

Falklandinseln

Zu den Inseln vor der Küste Argentiniens, die sich bei Ornithologen und Hobbyvogelkundler großer Beliebtheit erfreuen, weil dort Albatrosse und Königspinguine leben, unterhält Argentinien seit dem Falklandkrieg im Jahre 1982 keine Flugverbindung mehr. Wer dort hinwill, muss von Montevideo in Uruguay aus anreisen.

MwSt.-Erstattung

Am Flughafen werden die gezahlten 21 % Mehrwertsteuer zurückerstattet, wenn man Landesprodukte für über 70 US-$ in den dem Global-Refund-System angeschlossenen Geschäften, an deren Schaufenster nicht der Aufkleber „TAX FREE“ hängt, gekauft hat. Die Erstattung erfolgt im Duty-free-Shop des Flughafens Ezeiza nach der Passkontrolle, wenn man die entsprechenden Einkaufsbelege vorlegen kann.

Sprache 

Alleinige Amtssprache ist in Argentinien Spanisch. Daneben existieren eine Reihe von mehr oder weniger bedeutenden Minderheitensprache, die von der indigenen Bevölkerung gesprochen werden. Die wichtigsten darunter sind das Quichua und das Guaraní, in manchen Gegenden wird aber auch noch Mapudungun gesprochen. Die Aussprache des argentinischen Spanisch, das die Argentinier Castellano nennen, unterscheidet sich deutlich von der in Spanien und auch von der in anderen lateinamerikanischen Ländern üblichen. Der Buchstabe ll wird wie das deutsche sch ausgesprochen (also auch „Castescháno“), ebenso zwischen Vokalen der Buchstabe y. Der Buchstabe z wird immer wie ein stimmloses s ausgesprochen, das gleiche trifft auf das c vor e und i zu. Des weiteren herrscht in Argentinien der voseo vor, d. h. anstatt des Personalpronomens tu für die 2. Person Singular wird vos verwendet. Die Verben werden dabei anders konjugiert (im Präsens immer endbetont und mit abweichenden Imperativformen). Weiterhin wird die 2. Person Plural vosotros auch in informeller Sprache durch die 3. Person Plural ustedes ersetzt, die im europäischen Spanisch nur die Höflichkeitsform ist. Darüber hinaus gibt es eine Reihe lexikalischer Abweichungen. Während ein Großteil der Nachfahren italienischer Einwanderer in Argentinien die Sprache ihrer Vorfahren aufgegeben haben, wird von den Nachfahren der deutschsprachigen und englischsprachigen Einwanderer teilweise noch die Sprache ihrer Vorfahren gepflegt. So gibt es Stadtviertel im Großraum Buenos Aires, wo man noch sehr viel Deutsch hört. In der Provinz Córdoba gibt es eine relativ große Kolonie von Überlebenden der Graf Spee, die sich in Villa General Belgrano niederließen, wo heute noch teilweise Deutsch gesprochen wird.

Feiertage

Feiertage 1. Januar: Neujahr (Año Nuevo) Gründonnerstag, Karfreitag (Viernes Santo) und Ostern (Pascuas) 2. April: Tag der Islas Malvinas (Día del Veterano y de los Caídos en la Guerra de Malvinas) 1. Mai: Tag der Arbeit (Día del Trabajador) 25. Mai: Erklärung der Unabhängigkeit von Spanien am 25. Mai 1810 (Primer Gobierno Patrio) 20. Juni: Tag der Nationalflagge (Día de la Bandera, offiziell: Paso a la Inmortalidad del General Manuel Belgrano) 9. Juli: Anerkennung der Unabhängigkeit durch Spanien am 9. Juli 1816 (Día de la Independencia) 17. August: Gedenktag zu Ehren des Generals José de San Martín (Paso a la Inmortalidad del General José de San Martín) 12. Oktober: Tag der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (Día de la Raza) (siehe auch: Columbus-Tag) 8. Dezember: Maria Empfängnis (Inmaculada Concepción de María) 25. Dezember: Weihnachten (Navidad), teilweise ist auch der Heilige Abend arbeitsfrei (31. Dezember: Silvester ist teilweise arbeitsfrei)

Sollte ein Feiertag (außer Neujahr, Ostern und Weihnachten, der Tag der Arbeit sowie der 25. Mai und der 9. Juli) auf einen Samstag oder Sonntag fallen, so ist der darauf folgenden Montag meist arbeitsfrei.

Zusätzliche Feiertage, die für Angehörige der jüdischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem jüdischen Kalender): zwei Tage zwischen dem 6. September und dem 5. Oktober: jüdisches Neujahrsfest (Rosch ha-Schanah; Año Nuevo) ein Tag zwischen dem 15. September und dem 14. Oktober: Versöhnungstag (Jom Kippur; Gran Día del Perdón) Zusätzliche Feiertage, die für die Angehörigen der muslimischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem islamischen Kalender): Opferfest (Id ul-Adha; Fiesta del Sacrificio) Islamisches Neujahrsfest (Hidschra ?; Año Nuevo Islámico) Fastenbrechen am Ende des Ramadan ('Id al-fitr; Culminación del Ayuno)

Reisebilder aus Patagonien

Diplomatische Vertretungen

In Buenos Aires

- Deutsche Botschaft, Villanueva 1 055, Tel.: 011 47782500, Mo.–Fr. 9.00–12.00 Uhr;

- Österreichische Botschaft, French 3 671, Tel.: 011 48027195, Mo.–Fr. 9.00–12.00 Uhr;

- Schweizer Botschaft, Av. Santa Fe 846, P. 12, Tel.: 011 43116491, Mo.–Fr. 10–12.00 Uhr.

Einreise und Ausreise

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger brauchen für die Einreise nach Argentinien lediglich einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass und können sich dann 90 Tage visafrei in Argentinien aufhalten. Für die Verlängerung dieser 90-Tage-Frist genügt es, für einen Tag das Land zu verlassen (beispielsweise von Buenos Aires kurz mal mit der Fähre nach Uruguay zu fahren). Besucher aus EU-Ländern benötigen einen Reisepass und, falls erforderlich, ein Visum (erkundigen Sie sich bei der hiesigen Botschaft oder dem Konsulat). Einreisende, die nicht an Argentinien grenzen, genießen Zoll- und Gebührenfreiheit für Reisegepäck und neu gekaufte Artikel, die einen Wert von 300 US-$ nicht überschreiten, und für Waren im Wert von weiteren 300 US-$, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie in den sich im Bundesgebiet befindlichen „Duty-free-Shops“ erworben wurden. Bei höheren Beträgen wird eine einheitliche Importsteuer von 50 % fällig.

Eine Aufenthaltserlaubnis bekommt man auch, wenn man einen Arbeitsvertrag hat. Weitere Informationen zum Thema Einreise- und Visamodalitäten findet man unter www.migraciones.gov.ar/.

Kurz vor der Ankunft wird man im Flugzeug aufgefordert, ein Einreiseformular auszufüllen, dessen Duplikat bei der Ausreise bei der Passkontrolle vorzulegen ist.

Familienstruktur

Die meisten Paare heiraten im Alter von 23 bis 27 Jahren. Die Hochzeitsfeiern finden gewöhnlich im großen Rahmen statt. Nach der Eheschließung im Standesamt und einer kirchlichen Zeremonie folgt ein Empfang mit Festessen und Tanz. Die Geschenke werden nicht auf der Hochzeitsfeier übergeben, sondern in einem von dem Paar gewählten Geschenkladen gekauft und von diesem geliefert. Die Kernfamilie mit durchschnittlich vier Mitgliedern ist vorherrschend in Argentinien. Immer mehr Frauen sind berufstätig.

Flora & Fauna

Das Land weist sehr unterschiedliche Vegetationen auf. Das Strauchland besteht vorwiegend aus Zwergbüschen, während in den Regenwäldern Riesenzedern und Lorbeerbäume wachsen. Die Quebrachobäume, aus denen das Tannin gewonnen wird, sind in Mesopotamia heimisch.

Zu der für Südamerika typischen artenreichen Tierwelt gehören u. a. Lama, Jaguar, Gürteltier, Affen und Schlangen. Weiterhin gibt es den Tukan, Kolibris, Papageien und den Pampastrauß (Nandu). In den fischreichen Flüssen leben auch Piranhas. Die Küste bietet Seelöwen gute Lebensbedingungen. Die heute in Patagonien wild lebenden Schweinerassen stammen vom Hausschwein ab, das europäische Siedler einst ins Land brachten.

Fotografieren

Es besteht ein Fotoverbot für militärische Anlagen und Flughäfen.

Da das Foto- und Filmmaterial in Argentinien doppelt so teuer wie bei uns und man insbesondere in kleineren Ortschaften vergebens nach Spezialfilmen und modernem Zubehör sucht, sollte man einen ausreichenden Vorrat mitnehmen!

Tipps zum Fotografieren:

Licht

Licht ist für den Fotografen das primäre Gestaltungsmittel. Ideale Bedingungen hat man am frühen Morgen, wenn das Licht weich ist und Mitteltöne gut herausgearbeitet werden können. Die grelle Mittagssonne wirft harte Schatten und ist daher problematisch. Demgegenüber eröffnet das modulierende Abendlicht interessante Perspektiven. Dann nämlich erscheinen die Farben satt, während die Schatten lang und weich fallen.

Schnappschüsse

Spontaneität ist zwar beim Fotografieren gut, Planung ist jedoch besser – insbesondere wenn die Kamera etwas langsam ist. Damit Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen, sollten Sie Ihre Kamera vorher weitgehend manuell eingestellt haben. Anhand eines fiktiven Punktes lässt sich die Entfernung abschätzen und die Belichtungswerte vorab ermitteln.

Geld

Landeswährung ist zwar offiziell der Peso. – Es gibt 2-, 5-, 10-, 20-, 50- und 100-Peso-Scheine und Münzen von 1, 2, und 5 Pesos und 1, 5, 10, 25 und 50 Centavos. – Aber seit den Unruhen von 2002 in Argentinien wurde seine Koppelung an den US-$ aufgehoben. Seitdem hat der Peso eine Abwertung von einem Drittel erfahren. Obzwar der Dollar im Allgemeinen angenommen wird, kann in Banken und autorisierten Wechselstuben Geld in der Landeswährung umgetauscht werden.

Obwohl die Öffnungszeiten der Banken sich von Ort zu Ort verscheiden, kann man sich an folgende Richtwerte halten. Banken und Wechselstuben: von Montag bis Freitags von 10.00 bis 15.00 Uhr. Während der Sommermonate öffnen darüber hinaus Wechselstuben bis 20.00 Uhr und in kleineren Ortschaften bieten zudem die Touristeninformationen einen Wechseldienst an. Zumindest in den Großstädten kann man mit American Express, VISA, Diners Club und Master Card zahlen. Außerhalb von Buenos Aires kann sich der Umtausch von Reiseschecks allerdings als problematisch herausstellen.

Geografie

Das wichtigste Merkmal des argentinischen Reliefs ist der enorme Kontrast zwischen den unermesslichen Ebenen im Osten und der beeindruckenden Gebirgskette der Anden im Westen. Sie grenzt an Chile und weist den höchsten Berggipfel der westlichen Halbkugel auf: den Aconcagua mit einer Höhe von 6.959 m. In ihrem Verlauf von Jujuy bis nach Feuerland zeigt die Gebirgskette beeindruckende Kontraste ihrer Landschaft: vom Hochland im Nordwesten bis zum Seengebiet, den Wäldern und Gletschern der patagonischen Anden. Im Norden liegt das Waldgebiet Chaco, mit den Flüssen Bermejo, Salado und Pilcomayo. Zwischen dem Paraná und dem Uruguay dehnt sich das argentinische, von flachen Hügeln, Lagunen und Sumpfniederungen gebildete Mesopotamien aus (Provinzen Entre Ríos, Corrientes und Misiones), an denen der ehemalige Verlauf dieser großen Flüsse abzulesen ist.

Manchmal ergeben sich Brüche in der Formation, die so Aufsehen erregende Phänomene wie die unvergleichlich schönen Iguazú-Wasserfälle hervorrufen. Im Zentrum Argentiniens ist die Region der Pampa die größte und bekannteste Ebene. Es ist ein Gebiet mit intensiver Landwirtschaft und Viehzucht, zu dem die Provinzen Buenos Aires, La Pampa, der Süden Santa Fe und der Südwesten Córdoba gehören. Die Ebene wird im Süden von den kleinen Gebirgslandschaften Sierras de Tandil und Sierra de la Ventana und im Westen von den Sierras de Córdoba unterbrochen. Im Süden erstrecken sich zwischen den Anden und dem Meer die unfruchtbaren und steinigen Hochebenen Patagoniens, wo die meiste Zeit des Jahres ein unangenehmer Wind tobt. Die Atlantikküste, z. T. Steilküste, zeichnet bogenartige Formen, wie die Halbinsel Valdés mit ihren Aufsehen erregenden Kolonien von Meerestieren.

Geschichte

1776 errichteten die Spanier das Vizekönigreich Rio de Plata. 1816 erklärten die „Vereinigten Provinzen von Südamerika“ die Unabhängigkeit. Den darauf folgenden Bürgerkrieg gewannen die Föderalisten. Ihr Anführer Juan Manuel de Rosas schwang sich 1835 zum Diktator auf, ließ aber den Provinzfürsten Handlungsfreiheit. Paradoxerweise trug er so zur Bildung eines Einheitsstaates bei, den der Diktator nicht wollte. Ein Jahr nach seinem Sturz gab sich Argentinien 1853 die erste freie Verfassung. Starke Einwanderungen aus Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zu starker wirtschaftlicher Entwicklung. Zunächst kam sie den Großgrundbesitzern zugute, bald aber verstärkten sich Forderungen nach Demokratisierungen und Parteien wurden gegründet.

1912 wurde die allgemeine Wahlpflicht für Männer (Frauen erst 1947) eingeführt. 1943 übernahm das Militär die Macht und 1946 gewann Oberst Juan Domingo Peron, Minister der Militärregierung, freie Wahlen. Obwohl seine Präsidentschaft starke diktatorische Züge hatte, war er bei den Arbeitern sehr beliebt. Seine Frau Eva Duarte, genannt Evita, wurde als Wohltäterin der Armen, der „descamisados“ (Hemdlosen) wie eine Heilige verehrt. Als sie 1952 starb, verlor ihr Witwer mehr und mehr die Macht. 1955 wurde er durch eine Militärrevolte gestürzt. Daraufhin wechselten zivile und militärische Regierungen. 1976 putschte das Militär und eine Junta unter Befehl von Jorge Videla übernahm die Macht. In den folgenden Jahren verschwanden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 30.000 Menschen spurlos, sie wurden gefoltert und getötet, ohne dass die Angehörigen von ihrem Schicksal erfahren durften. Erst als die Wirtschaft 1981 in eine Rezession abrutschte, wurde es für das Regime gefährlich. Zur Ablenkung besetzte der damalige Juntachef Galtieri 1982 die britischen Falklandinseln. Die britischen Truppen brachten den Argentiniern eine schwere Niederlage ein, die das Ende der Militärjunta besiegelte. Nach einer recht erfolglosen Regierungszeit unter Raul Alfonsin gewann 1989 Carlos Menem mit dem Versprechen von Lohnerhöhungen die Wahl. Es war die erste reguläre Machtübergabe seit 1928. Der neue Präsident überraschte mit einem Schwenk auf eine neoliberale Wirtschaftsreform.

1990 amnestierte er die inzwischen verurteilten Menschenrechtsverbrecher, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung dagegen war. Doch weil die Wirtschaft florierte, gelang es Menem, 1995 wieder gewählt zu werden – nachdem er durch eine Verfassungsänderung seine erneute Kandidatur ermöglicht hatte. Öffentliche Geständnisse einiger Folterer nötigten den Chefs der Streitkräfte und der katholischen Kirche Entschuldigungen für ihre Beteiligung ab. Eine Reihe von Korruptionsskandalen im Umfeld der Regierung und der nächsten Umgebung des Präsidenten haben indes Menems Ansehen geschwächt. Die seit 1989 unter Carlos Menem (64) regierenden Peronisten mussten bei der Präsidentschaftswahl am 24.10.1999 die schwerste Niederlage ihrer Geschichte hinnehmen. Neuer Präsident wird der Kandidat der Mitte-links-Allianz, Fernando de la Rua (62). Er erhielt rund 49 % der Stimmen. Der Peronist Eduardo Duhalde (58) kam nur auf 37 %. Wahlsieger de la Rua, bislang Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires, versprach eine Politik des sozialen Ausgleichs.

Im Wahljahr war die Arbeitslosenrate rezessionsbedingt auf 14,5 % gestiegen (1998: 12,8 %). Präsident Menem durfte nicht mehr für eine dritte Amtszeit in Folge kandidieren. Er wolle sich aber 2003 erneut zur Wahl stellen, erklärte er. Menem wurde 1989 zu einer sechsjährigen und 1995 zu einer vierjährigen Amtszeit gewählt. In der Verfassung wurde bei der Verkürzung der Amtszeit verankert, dass nur einmal die direkte Wiederwahl des Amtsinhabers erlaubt ist.

Der frühere argentinische Präsident Carlos Menem ist am 7. Juni 2001 während eines Verhörs in der Staatsanwaltschaft von Buenos Aires verhaftet worden. Der 70-Jährige wird beschuldigt, während seiner Amtszeit (1989-99) als „Kopf einer illegalen Vereinigung“ einen Waffenschmuggel nach Kroatien und Ecuador organisiert und sich daran bereichert zu haben. Menem hatte vor dem Verhör seine Unschuld beteuert: „Ich habe kein einziges Mal gegen die Verfassung oder die Gesetze verstoßen“, sagte er. Der peronistische Politiker, der erst kürzlich eine Fernsehmoderatorin aus Chile geheiratet hatte und nach Paris und Syrien in die Flitterwochen reisen wollte, hatte der richterlichen Vorladung in Begleitung seiner Partnerin Cecilia Bolocco Folge geleistet. Er musste Stellung nehmen zu 200 Fragen, die ihm Staatsanwalt Carlos Stornelli zum Waffenschmuggel vorlegte. Im Laufe des Verhörs wurde der Expräsident davon unterrichtet, dass er verhaftet sei.

Es ist das erste Mal in der Geschichte Argentiniens, dass in demokratischen Zeiten ein früherer Staatspräsident zur Rechenschaft gezogen wird. In derselben Angelegenheit wurden bereits Menems Schwager Emir Yoma, sein Verteidigungsminister Erman Gonzalez sowie am 05. Juni 2001 Ex-Heereschef Martín Balza verhaftet. Ermittelt wird auch gegen den damaligen Außenminister Guido Di. Tella. Menem darf auf Grund seines fortgeschrittenen Alters die Untersuchungshaft in Form von Hausarrest verbringen. 1991 und 1995 hatte die Menem-Regierung mit Geheimdekreten die Ausfuhr von 6 500 beziehungsweise 75 Tonnen argentinischen Kriegsmaterials nach Kroatien und Ecuador bewilligt. Da beide Staaten zu jenem Zeitpunkt als Krieg führende Nationen einem UN-Waffenembargo unterlagen, gab die Regierung falsche Endbestimmungsländer an: Venezuela und Panama, wobei Letzteres gar keine Armee unterhält. Im Anschluss an den illegalen Waffenhandel sind in Argentinien 600 Millionen Dollar des Verkaufserlöses verschwunden.

Staats- und Regierungsform

Mehrparteiensystem, Bundesrepublik, zwei gesetzgebende Organe

Gesundheit

Von Samstagnachmittag bis Montagmorgen haben die Apotheken zu. Welche farmacia den Notdienst übernimmt, ist an der Tür jeder Apotheke angeschlagen. Da alle Besucher grundsätzlich als Privatpatienten behandelt werden, ist der Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung empfehlenswert.

Bei der Einreise wird kein Impfzeugnis verlangt. Nur Passagiere aus Ländern mit Cholera- und Gelbfieberepidemien müssen entsprechende Bescheinigungen vorlegen. Da einzelne Fälle von Cholera in Jujuy und Salta aufgetreten sind, sollte man beim Verzehr von ungewaschenen Früchten unbedingt vorsichtig sein. Leitungswasser hingegen kann man in den Städten bedenkenlos trinken, es enthält ausreichend Chlorzusatz, während man Wasser auf Campingplätzen tunlichst abkochen sollte.

Internet

Das Internet ist in Argentinien sehr verbreitet, wird aber aufgrund der hohen Kosten von sehr vielen Privatleuten nur in so genannten Telecentros oder Locutorios und in Internetcafés genutzt. Wohlhabendere Menschen und Firmen nutzen heute häufig Internet via DSL oder Kabel.

Tourismus-Informationen der argentinischen Botschaft: www.embajada-argentina.de

Kleidung und Reisegepäck

Für Südamerikaner ist gepflegte Kleidung das A und O. Daher sind Badelatschen oder Shorts in den Städten verpönt. Frauen legen großen Wert auf Frisur und Make-up. Auch wenn die üblichen Anreden Señor und Señorita sind, geht es in Argentinien recht locker zu, sodass man schnell beim Vornamen angeredet wird.

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Küche

Das Mittagessen wird ab 13.00 Uhr, das Abendessen ab 21.00 Uhr serviert. Viele Betriebe bieten schnelle Gerichte zu jeder Tages- und Nachtzeit an. Fleisch ist des Argentiniers Leibspeise, am liebsten Steaks – groß, dick, zart. Daneben gibt es eine reiche Auswahl an Pasta und Pizza.

In den Cafés herrscht von morgens bis spät nach Mitternacht Betrieb. Die Kellner geben sich redlich Mühe, reichen zum Kaffee ein Glas Wasser oder Orangensaft und Kekse auf Kosten des Hauses.

Asado 

Ein Asado ist eine Grillmahlzeit und vielleicht das argentinischste aller Essen. Das Asado wird häufig, oft wöchentlich veranstaltet. Die Zutaten bestehen aus allem, was ein Rind, ein Schaf oder Schwein zum Grillen bereitstellen. Die klassischen Zutaten im Raum Buenos Aires sind Blutwürstchen oder Morcillas, verschiedene Innereien, wie z. b. Därme oder Chinchulines, Niere oder Riñones, Bries oder Molleja. Chorizos, kleine Grillwürste, Matambre de Cerdo, eine Art Schweinebauch, Tira de Asado oder flache Rippe, Rumpsteak oder Bife de Chorizo und Lomo oder Lende. Der Auswahl der Zutaten sind jedoch keine Grenzen gesetzt. In Patagonien wird statt Rindfleisch meist Lammfleisch verwendet, da dieses dort viel billiger als Rindfleisch ist. Jeder Asador („Grillmeister“) hat seine eigene Art seinen Grill zu bereiten, jedoch ist es immer ein Grillen das Stunden dauert und als gesellschaftliches Miniereignis, das Familienleben und den Freundeskreis pflegt, anzusehen. Als Beilagen gibt es meist nur leichte Salate, Weißbrot und Rotwein.

Empanadas 

Die Empanadas sind halbmondförmige Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen (Hackfleisch, Schinken/Käse, Mais etc.). Sie kommen aus der Provinz Salta und werden meist als Beilagen zu anderen Mahlzeiten gegessen, aber auch als Zwischenmahlzeit. Eine Besonderheit stellen die Empanadas Árabes in Córdoba dar, die offen und dreieckig mit Zitrone verfeinert werden. Besonders in Buenos Aires gibt es auch mehrere Empanada-Ketten vom Stile eines Fast-Food-Restaurants.

Fast Food 

In Argentinien wird eine eigene Variante der Sandwiches amerikanischer Machart angeboten. Typisch argentinische Sandwiches sind vor allem: choripan, ein Brot mit einem Würstchen (chorizo), lomito, ein Sandwich mit einer dünnen Lendenfleisch-Scheibe, sowie das sandwich de milanesa, ein Schnitzelweck. Auch Hamburger und Hot Dogs (genannt Pancho) sind sehr beliebt, richten sich jedoch nach den Vorgaben aus den USA. Als Zusatz gibt es das chimichurri, eine in Öl eingelegte Gewürzmischung mit pikantem Geschmack.

Locro 

Der Locro ist ein Eintopf aus dem Norden Argentiniens. Er besteht aus sehr vielfältigen Zutaten, hauptsächlich aus Maiskörnern, verschiedenen Arten von Würstchen, Fleischstückchen und Tomaten. Er ist meist sehr pikant gewürzt. Locro wird traditionell am 1. Mai und den Nationalfeiertagen Argentiniens gegessen (25. Mai, 9. Juli) wo in manchen Städten der Locro kostenlos im Zentrum verteilt wird.

Pizza 

In Argentinien wird eine eigenständige Variante der Pizza hergestellt. Charakteristisch sind: der große Umfang der Pizza, die Dicke des Teigs sowie die dicke Schicht an Beilagen und Käse, die die argentinische Pizza von der italienischen Variante unterscheiden. Dennoch ist die Pizza in Argentinien nicht so dick wie die typische Pizza der USA.

Puchero 

Ein Puchero ist ein Eintopf, der in ganz Argentinien beliebt ist. Er enthält meist folgende Zutaten: Kartoffeln, Süßkartoffeln, Kürbis, Karotten, Fleischstücke (osobuco), Acelga (ein spinatähnliches Gemüse = Mangold) und Eier. 

Mate-Tee 

Nationalgetränk ist der Mate-Tee.

 

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Kultur

Ein scherzhafter Ausspruch von Jorge Luis Borges bezeichnet die Argentinier als „Italiener, die Spanisch sprechen und gerne Engländer wären.“ Dadurch kommt die Mischung des Volkes aus Einwanderern verschiedener europäischer Länder zum Ausdruck, der sich in der Kultur deutlich bemerkbar macht.

Musik 

Argentinische Musik ist durch den Tango (und die verwandten Musikformen Milonga und Vals) bekannt geworden. Bekannteste Interpreten sind Carlos Gardel und Astor Piazzolla. Tango kann jedoch nicht auf die musikalische Dimension beschränkt werden, vielmehr ist Tango ein gesamtkulturelles Phänomen mit den zusätzlichen Aspekten Textdichtung und tänzerischer Interpretation. Als solches begründet der Tango eine kulturelle Identität, die sehr viel zum Selbstverständnis der Argentinier, genauer genommen der „Porteños“ aus Buenos Aires, beiträgt. Nach wie vor wichtig für die Musikszene Argentiniens sind in der traditionellen Musik verwurzelte Folklore-Interpreten. Zu den auch international beachteten Musikern zählen der als Atahualpa Yupanqui weltweit bekannt gewordene Héctor Roberto Chavero und die aus der Provinz Tucumán stammende Mercedes Sosa (geboren 1935), die 1982 nach vier Jahren Exil in Madrid und Paris nach Argentinien zurückkehrte. Neuerdings sind in Argentinien einige traditionelle Musikstile von der Popmusik her wiederbelebt worden. Zu nennen sind hier der fröhlich-leichte Tanz des Cuarteto, die urbane Musik der Stadt Córdoba, sowie einige Stile der von den Spaniern übernommenen nationalen Folklore, die durch Mischung mit anderen Stilen eine völlig neue Gestalt erlangt haben. Auch Musikstile aus anderen Teilen Südamerikas, allen voran die kolumbianische Cumbia, wurden von argentinischen Interpreten weiterentwickelt. So entstand als aktueller Beitrag Argentiniens zur Popmusik in Buenos Aires die Cumbia Villera (Slum-Cumbia).

Literatur

Im 19. Jahrhundert löst sich mit der Unabhängigkeit des Landes die argentinische Literatur von der spanischen – ohne dieses Erbe zu verleugnen. Durch die Thematisierung des Lebens der Gauchos in der Pampa gewinnt die Literatur eine deutliche nationale Komponente. Beispiele dafür sind Fausto (1866) von Estanislao del Campo, das in Gedichtform die Geschichte eines Gauchos erzählende und oft als argentinisches Nationalepos bezeichnete El gaucho Martín Fierro (1872) von José Hernández sowie das bereits 1845 entstandene Facundo von Domingo Faustino Sarmiento. In ähnlicher Traditionslinie steht auch die 1926 veröffentlichte Erzählung Don Segundo Sombra von Ricardo Güiraldes (deutsch bereits 1934: Das Buch vom Gaucho Sombra). Bekannte moderne Autoren sind Eduardo Mallea, Ernesto Sabato, Julio Cortázar, Manuel Puig und besonders Jorge Luis Borges. Der bekannteste Cartoon Argentiniens dürfte Mafalda des Zeichners Quino sein, der unter anderem Preisträger des Max-und-Moritz-Preises ist.

Theater

In vielen Städten gibt es eine lebhafte Theaterszene. Man könnte pro Woche leicht über hundert verschiedene Theaterstücke von professionellen und Laiengruppen ansehen. Besonders bekannt ist Rosario für seine Theatergruppen. Aktuell feiert die Akrobatik-Theatergruppe De la Guarda Erfolge in der ganzen Welt. Das bekannteste Theatergebäude Argentiniens ist das Opernhaus Teatro Colón in Buenos Aires.

Film

Argentinien war eines der Pionierländer auf dem Gebiet des Stummfilms. Schon 1896 wurde der erste Film gedreht, der die argentinische Fahne zum Thema hatte. 1933 begann der Aufstieg der argentinischen Filmindustrie mit dem Aufkommen des Tonfilms. Damit begann die beste Zeit des argentinischen Kinos, die Filme dieses Landes wurden in der ganzen Welt gezeigt. Besonders bekannt wurden die Tangofilme aus Buenos Aires, unter anderem mit dem Superstar Carlos Gardel. Ab der Mitte der 1940er Jahre griff allerdings der Staat mittels Zensur und Einmischung in die Kinoszene ein. Besonders dramatisch wurde dies in den Militärregierungen (1966–1973 und 1976–1983). In den demokratischen Zwischenzeiten wurden jedoch künstlerisch sehr hochwertige Filme produziert.

1968 kam La hora de los hornos (deutsch: Die Stunde der Hochöfen) von Pino Solanas heraus, ein Film, der als einer der Höhepunkte des politischen lateinamerikanischen Kinos gilt. Ein anderer wichtiger politischer Filmemacher aus dieser Zeit ist Raymundo Gleyzer. Nach der Militärdiktatur begann das Kino, die Terrorherrschaft aufzuarbeiten. Es entstanden Filme wie La Historia Oficial (Luis Puenzo), La Noche de los Lápices (Héctor Olivera) und später Garage Olimpo (Marco Bechis), die teils fiktive, teils wahre Fälle von so genannten „Verschwundenen“ auf die Leinwand brachten. 1997 leiteten Pizza, Birra, Faso (Adrián Caetano) die Epoche des „Nuevo Cine Argentino“ ein, in dem vor allem Geschichten aus dem Milieu der einfachen Leute und Slumbewohner verfilmt wurden. Heute ist die argentinische Filmszene vor allem in Buenos Aires und in geringerem Maße auch in Rosario und Santa Fe sehr aktiv. International am bekanntesten unter den Regisseuren ist derzeit wohl der Berlinale-Gewinner Pino Solanas mit seinen sozialkritischen Filmen, wie Sur, El Viaje, sowie den aktuellen Dokumentationen Memoria del Saqueo und La Dignidad de los Nadies, die den Zustand von Politik und Gesellschaft des heutigen Argentiniens beschreiben.

Medien

Fernsehen

Argentinien hat einen staatlichen Fernsehsender, Canal 7. Daneben gibt es eine Vielzahl von lokalen und nationalen, privaten Fernsehsendern, die über Antenne und Kabel zu empfangen sind. Des Weiteren eine unglaubliche Anzahl von Sendern, die nur über Kabel und Satellit verbreitet werden. Die bekanntesten Sender sind Telefé, Canal 9 und Canal 13, die in vielen Regionen auch lokale Programme ausstrahlen. Einige argentinische Fernsehserien (genannt Telenovelas, wörtlich also Fernsehromane) sind wegen ihrer niedrigen Produktionskosten und der hohen Qualität zu einem Exportschlager vor allem nach Osteuropa geworden. Mit dem Ziel einer stärkeren Integration Lateinamerikas ist Argentinien zusammen mit Uruguay, Venezuela und Kuba an dem Satellitensender teleSUR beteiligt, der im Juli 2005 seinen Sendebetrieb aufgenommen hat.

Radio

Radio ist ein sehr beliebtes Medium in Argentinien. Es gibt eine Fülle von staatlichen und privaten Radiosendern. Von den privaten Radiosendern sind viele in Cadenas, Radio-Ketten zusammengeschlossen und so kann man viele Sender aus Buenos Aires im ganzen Land empfangen. Für die deutschstämmige Gemeinde in Argentinien wird Sonntags ein vierstündiges Radioprogramm Treffpunkt Deutschland ausgestrahlt. Für Argentinier, die im Ausland leben, ist besonders das morgendliche Radioprogramm Radio Lagos von Julio Lagos interessant. Dieser Radiomoderator versucht durch die Verknüpfung von herkömmlichen Radio, Internetradio, Chat und Webpräsenz die im Ausland lebenden Argentinier der Heimat näher zu bringen und umgekehrt.

Zeitungen

Es werden in Argentinien über zweihundert Tageszeitungen publiziert. Die bedeutendsten Hauptstadtblätter sind Clarín, La Nación und Crónica; Letztere hat etwa Bildzeitungs-Niveau, wird aber sechsmal am Tag herausgegeben. Eine linksalternative Zeitung aus Buenos Aires ist Página 12 mit detailliertem Kulturteil, die von der Clarín-Gruppe herausgegeben wird. Weitere wichtige Zeitungen sind La Capital (Rosario), La Voz del Interior (Córdoba) und La Gaceta (Tucumán). In jüngerer Zeit haben eine Reihe von Zeitungen in den Grosstädten Bedeutung erlangt, die kostenlos, vor allem in Bussen und Bahnen verteilt werden (zum Beispiel La Razón, El Diario del Bolsillo). In Argentinien gibt es zudem eine große Anzahl von Zeitschriften und Wochenblättern. Die bekanntesten Nachrichtenmagazine sind Noticias und Veintitres. Es gibt auch eine deutschsprachige Wochenzeitung, das Argentinische Tageblatt.

Netzspannung

220 Volt. Mitgebrachte Elektrogeräte brauchen zum Teil einen Adapter.

Notruf

Die allgemeinen Notrufnummern für ganz Argentinien lauten 100 für die Feuerwehr und 101 für die Polizei.

Öffnungszeiten

Banken und Wechselstuben: Von Montag bis Freitags von 10.00 bis 15.00 Uhr. 

Büros: Normalerweise von 9.00 bis 12.00 und 13.00 bis 19.00 Uhr. 

Geschäfte: In den großen Städten: von 9.00/9.30 bis 19.30 Uhr geöffnet; in den peripheren Gebieten und in heißen Regionen schließt man über Mittag und verlängert nachmittags entsprechend. Sonnabends sind die Geschäfte von 8.30/09.00 bis 12.30/13.00 Uhr geöffnet. 

Cafés, Konditoreien und Pizzerien: außer zwischen 2.00 und 6.00 Uhr durchgehend geöffnet.

Post

Auch der Postdienst wurde privatisiert. Die Bedingungen der Konzession wurde aber nicht eingehalten und so versucht man gerade den Postdienst neu zu vergeben. Neben der größten Firma Correo Argentino, die aus dem staatlichen Postdienst hervorging, gibt es noch mehrere kleinere Postdienste, wie z. B. OCA und Andreani.

Postämter sind in der Regel von Montag bis Freitag zwischen 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Das Porto für eine Postkarte oder einen Brief bis 20 g nach Europa liegt bei 1,50 $. Briefmarken und gelegentliche schöne Sonderstempel sind mitunter in Museen zu bekommen, wer diesbezüglich Interesse hat, sollte die Augen aufhalten. Sammlermarken erhält man in Kiosken und Souvenirläden.

Reiseführer und Reiseberichte

 

 

Reisezeit

Die Jahreszeiten auf der südlichen und nördlichen Erdhalbkugel verlaufen entgegengesetzt zueinander. Generell ist der Sommer mit milden Temperaturen und langen Tagen die beste Jahreszeit für Reisen nach Patagonien sowie in die südlichen Anden. Im Winter scheint es ratsam zu sein, den Norden und Nordwesten zu besuchen, da es zu dieser Zeit weniger regnet und die tropischen Temperaturen erträglicher sind. Herbst und Frühling bieten den schönsten Rahmen, Buenos Aires, die Region Cuyo und die Vorgebirgsgebiete von La Rioja und Catamarca zu erkunden.

Klima: Argentinien hat von tropischen Gebieten im äußersten Nordosten über subtropische im restlichen Norden und eine ausgedehnte gemäßigte Klimazone bis hin zu kalten Klimaregionen im Süden und in den Anden nahezu alle Klimazonen in einem Land vereint. Der Nordwesten Argentiniens ist im Bereich der Anden trocken mit einer kurzen Regenzeit im Sommer. In ihr findet man die Hochwüste Puna, deren Westen zu den regenärmsten Gebieten der Welt zählt, sowie den steppenhaften, unfruchtbaren Monte am Fuß der Anden in den Provinzen Mendoza, San Juan und La Rioja. Eine Abweichung von dieser Regel sind die subtropischen Nebelwälder in den Provinzen Tucumán, Salta und Jujuy, die im Sommer extrem feucht, im Winter aber relativ trocken sind. Der Gran Chaco im zentralen Norden ist zwar etwas feuchter, seine Niederschläge konzentrieren sich jedoch ebenfalls auf den Sommer.

Der Nordosten sowie die Pampa-Region sind das ganze Jahr über feucht, wobei die höchsten Niederschlagsmengen im subtropischen Regenwald der Provinz Misiones zu finden sind. Im Süden (Patagonien) ist es umgekehrt: der Westen, die Anden, sind ständig feucht und von der Temperatur kühl gemäßigt, während der Osten, das patagonische Schichtstufenland, sehr trocken und halbwüstenhaft ist. In dieser Region bestimmt der regelmäßig alle ein bis zwei Wochen vom Südwesten her blasende Pampero-Wind das Klima. Ein Sonderfall ist das Klima in Feuerland, wo die Temperaturen in Sommer und Winter nur wenig auseinander liegen, es jedoch insgesamt sehr kühl ist und die Niederschlagsmengen relativ hoch sind.

Sicherheit

Aktuelle Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Sport

Bergsteigen 

Die Anden bieten sich als beliebtes Ziel für Bergsteiger an, obwohl man konstatieren muss, dass es häufig an Rettungsdiensten fehlt. Bevor Sie Ihre Route festlegen, sollten Sie also unbedingt mit ortsansässigen Bergsteigern Kontakt aufnehmen. Auch können die Touristeninformationen in diesem Fall mit Auskünften und Adressen weiterhelfen.

Fußball

Die Argentinier sind eines der fußballbegeistertsten Völker dieser Erde. Bereits 1893 wurde der argentinische Fußballverband AFA gegründet und gehört somit zu den ältesten nationalen Fußballverbänden der Erde. Das erste Länderspiel der argentinischen Nationalmannschaft wurde 1902 gegen Uruguay ausgetragen. Seither hat die Nationalmannschaft vierzehnmal die südamerikanische Fußballmeisterschaft, die Copa América, und zweimal die Fußballweltmeisterschaft gewonnen. Die beiden bekanntesten Fußballclubs sind River Plate und Boca Juniors, bei letzteren hat früher der bekannteste argentinische Fußballspieler, Diego Armando Maradona, gespielt. Die Spiele zwischen diesen beiden Mannschaften werden Superclásicos genannt und das öffentliche Leben steht praktisch still, wenn diese beiden Mannschaften aufeinander treffen.

Weiterer Sport

Zweitbeliebtester Sport in Argentinien ist Rugby. Die argentinische Rugby-Nationalmannschaft, die Pumas, spielt auf oberstem internationalen Niveau, kann aber nicht an die großen Mannschaften, wie die Neuseeländer, heranreichen. Neben Fußball und Rugby genießt Polo ein großes Interesse in Argentinien. Die argentinische Polomannschaft, deren Mitglieder alle der Familie Heguy angehören, ist die Beste der Welt. Seit 1949 ist Argentinien ohne Unterbrechung Weltmeister. Im Gegensatz zu Polo, das eher von Mitgliedern der argentinischen Oberschicht gespielt wird, ist Pato ein Spiel der normalen Landbevölkerung.

Telefon

Die staatliche Telekommunikationsgesellschaft ENTEL wurde 1990 privatisiert und an zwei ausländische Firmen (Telefónica (Spanien) und Telecom (Frankreich, heute in der Hand von Telecom Italia) verkauft, die sich das Land aufteilten. Seitdem hat die Zahl der Telefonanschlüsse je Einwohner rasant zugenommen, denn nach der Privatisierung betrug die Einrichtungsgebühr für einen Telefonanschluss mit 100 US-$ nur noch ein Zehntel der früheren Gebühr und auch die Wartezeit auf einen Anschluss hatte sich wesentlich verringert. Heute gibt es etwa 21 Festanschlüsse je 100 Einwohner oder ca. 7,5 Millionen Anschlüsse. Darüber hinaus gibt es etwa 3 Millionen Mobiltelefonanschlüsse.

Vorwahlen

Argentinien: 0054

Deutschland: 0049

Österreich: 0043

Schweiz: 0041

Trinkgeld

Trinkgeld reicht man vor allen Dingen in Restaurants – etwa fünf Prozent. Auch Taxifahrer, Fremdenführer und Hotelpersonal sind einer kleinen Aufmerksamkeit nicht abgeneigt.

Unterkünfte

Hotels

 

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Camping

Die schönsten Campingplätze sind in den Nationalparks zu finden, gelegentlich sogar mit Dusch- und Kochgelegenheiten. Wildes Zelten ist nur außerhalb von Städten erlaubt.

Verkehrsmittel

Straße

Die Rolle der Eisenbahn für den Personentransport wurde weitestgehend von modernen, klimatisierten Reisebussen übernommen. Es kann praktisch jeder Punkt des Landes mit dem Reisebus erreicht werden und so sind die Busbahnhöfe heute neben den Flughäfen die wichtigsten Infrastruktureinrichtungen. Wichtigster Busbahnhof Argentiniens ist sicherlich Retiro in Buenos Aires. Von dort gibt es Busverbindungen in das ganze Land. Die weiteste Entfernung ist dabei wahrscheinlich Río Gallegos (36-40 Stunden Reisezeit) von wo aus man weiter nach Ushuaia fahren kann. Weitere bedeutende Busbahnhöfe und Drehkreuze finden sich in Córdoba (etwa 10 Stunden Reisezeit von Buenos Aires) und Mendoza (etwa 14–15 Stunden Reisezeit von Buenos Aires). Das Straßennetz hat eine Gesamtlänge von etwa 215.000 km. Die Qualität der Straßen variiert relativ stark. Von mehrspurigen Autobahnen über gute und weniger gute Nationalstraßen kann man bis zur Schotter- oder Erdpiste alles finden. Dennoch sind etwa 81 % aller Straßen asphaltiert und die großen Wirtschaftszentren sind mit sehr guten Straßen verbunden, die meist durch Mautgebühren von privaten Firmen gebaut und in Stand gehalten werden.

Bahn

Das Eisenbahnsystem in Argentinien hat am 29. August 1857 mit der ersten Fahrt eines Zuges seinen Anfang genommen und wurde relativ zügig ausgebaut. Hierfür wurden hauptsächlich englische Ingenieure und Firmen beauftragt. Das Eisenbahnsystem bestand aus mehreren unabhängigen privaten Firmen die 1948 verstaatlicht wurden. Ab 1992 wurde unter der Regierung von Carlos Menem begonnen, die Eisenbahngesellschaften wieder zu privatisieren. Das argentinische Schienennetz hat eine Länge von etwa 28.300 Kilometern in drei verschiedenen Spurweiten. Zwei Eisenbahnstrecken verbinden Argentinien mit Chile, weitere Strecken haben Verbindung mit Bolivien, Paraguay, Uruguay und Brasilien. Allerdings werden immer mehr Strecken stillgelegt, verfallen und werden nicht wieder in Stand gesetzt, bzw. nur noch für den Gütertransport verwendet. Der Personentransport per Eisenbahn spielt generell nur noch im Großraum Buenos Aires für die Pendler ein Rolle. Bahnfernverbindungen gibt es noch bzw. wieder von Buenos Aires nach San Miguel de Tucumán, nach Santa Fe und nach Posadas. Die Züge benötigen für die gleiche Strecke jedoch wesentlich länger als Fernreisebusse. Darüber hinaus gibt es einige interessante, touristische Züge, z. B. den Tren a las Nubes in der Provinz Salta, La Trochita – die einzige dampfbetriebene Schmalspurbahn Argentiniens, die zwischen Esquel und Nahuel Pan verkehrt, sowie der Tren del Fin del Mundo in der Provinz Tierra del Fuego.

Mietwagen

Alle internationalen Gesellschaften sind in Argentinien vertreten, wobei es sich dringend empfiehlt, eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Ein Kleinwagen kostet in der Regel etwa 40-50 Euro pro Tag, dazu gesellen sich ungefähr 40 Cent pro Kilometer und die Versicherung. 

Eine Buchung in Deutschland ist oft erheblich billiger als vor Ort. 

In Buenos Aires gibt es unter anderem:

AI Rent a Car – Europcar (Maipú 965, Tel.: 011 4311 1000. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

Annie Miller Rent a Car (Esmeralda 1021, Tel.: 4311 9850

Avis (Maipú 944, Tel. 4311 1000)

Budget Rent a Car (Carlos Pellegrini 977, Tel.: 4313 8169 und 4313 7030)

Dollar Rent a Car (Marcelo T. de Alvear 523, Tel.: 4313 2752)

Hertz (Ricardo Rojas, 451, Tel.: 4312 1317)

Localiza Rent a Car (Paraguay 1122, Tel.: 4371 4499)

Unidas (Esmeralda 985, Tel. 011 4312 0787)

Rent a Car Argentina (Internet-reservations-Airport-Ezeiza)

Utility Rent a Car (Brasil 2644, Tel.: 011 4942 5055)

Taxis

In den größeren Städten finden sich genügend Taxis zu relativ günstigen Tarifen. Zu erkennen sind sie in Buenos Aires an der schwarzen Lackierung und dem gelben Dach. Außerhalb der Metropole haben die Taxis nur das beleuchtete Taxischild.

Inlandflüge

Die ehemals staatliche Fluggesellschaft Aerolíneas Argentinas wurde 1990 privatisiert und deckt nur noch wenige internationale Strecken ab. Im Inlandsverkehr hat Aerolíneas einen relativ hohen Anteil, es gibt aber noch einige weitere Inlandsfluggesellschaften. Aufgrund der großen Distanzen verfügt fast jede größere Stadt in Argentinien über einen Flughafen. Buenos Aires besitzt sogar zwei Passagier-Flughäfen: Über den Flughafen Ezeiza (EZE) werden fast ausschließlich internationale Flüge abgewickelt. Er wird von allen großen europäischen und nordamerikanischen Fluggesellschaften angeflogen. Darüber hinaus gibt es einen Stadtflughafen (Aeroparque Jorge Newbery, AEP), der fast ausschließlich für Inlandsflüge genutzt wird.

Aufgrund der riesigen Ausdehnung des Landes stellt das Flugzeug das geeignetste Transportmittel dar, um lange Strecken zu überwinden. 

Man sollte sich bereits zu Hause den „Argentina Fly Pass“ (AFP) besorgen, der ausschließlich von Ausländern im Ausland (mit Ausnahme Uruguays) zum Preis von 399 US-$ für drei beliebige Inlandflüge (hin und zurück) erworben werden kann. Des Weiteren ist es möglich, zusätzlich fünf Coupons (bis maximal acht) für ebenso viele Strecken zu je 100 Dollar zu kaufen. Im Landesinneren verkehren die Fluggesellschaften Dinar, LAPA, LADE, LAER (Inlandflüge), SW, TAN (regionale Fluggesellschaft der Provinz Neuquén und für die Region Kaikén) und El Pingüino (Flüge nach Patagonien und Feuerland). Inlandflüge sowie Flüge nach Uruguay starten vom Aereoparque Jorge Newbery, im Norden der Stadt am Río de la Plata gelegen. Die Eincheckgebühr für Inlandflüge beträgt 4 $, für Flüge nach Montevideo 14 $. ( Information unter Tel.: 4771 2071).

Flugzeiten von Buenos Aires zu den wichtigsten Städten Argentiniens:

Iguazú 1 St.35' San Juan 1 St.40' Posadas 1 St.25' Mendoza' 1 St.40 San Salvador de Jujuy 2 St.05' San Martín de los Andes 1 St.50' Salta 2 St San Carlos de Bariloche 2 St.05' San Miguel de Tucumán: 1 St.35 Trelew 1 St.55' Santiago del Estero 1 St.40' Río Gallegos 2 St.45' San Fernando del Valle de Catamarca l St.35' Ushuaia 4 St.40' La Rioja 1 St.45' Mar del Plata 50' Córdoba 1 St.l5'.

Zeit

Unsere Zeit ist der Argentiniens um vier, während der europäischen Sommerzeit um fünf Stunden voraus.

Zoll

Wertvolle Geräte, wie Foto- oder Filmkameras für den professionellen Gebrauch, sollten tunlichst beim Zoll angemeldet werden, damit später bei der Ausfuhr etwaige Probleme gar nicht erst auftreten können. Die Einfuhr von Pflanzen, landwirtschaftlichen Erzeugnissen und sonstigen frischen Lebensmitteln ist nicht gestattet.

Bei der Rückreise in EU-Länder gelten folgende Beschränkungen: 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak; 1 l Spirituosen oder 2 l Schaumwein oder 2 l Aperitif; 2 l Wein; 50 g Parfüm; 0,25 l Eau de Toilette; 500 g Kaffee; sonstige Waren bis zu einem Wert von 175 Euro.