Diplomatische Vertretungen
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Geschichte
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Vor Ankunft der Europäer
Es wird geschätzt, dass die fruchtbaren Gebiete des heutigen
Uruguay seit etwa 7000 v. Chr. durch Menschen besiedelt wurden,
die nomadisch in kleinen Gruppen lebten. Die Besiedelung war
jedoch aufgrund von Klimaänderungen sehr dünn. Diese Ureinwohner,
die als Fuéguidos, Láguidos und Pámpidos bezeichnet werden,
begannen um etwa 2000 v. Chr. mit der Herstellung von einfachen
Steinwerkzeugen. Sie errichteten Hügelgräber, die einen Durchmesser
von 40 m hatten und zwei bis sieben Meter hoch waren und organisierten
sich in Gruppen von etwa 20 Personen um diese Gräber. Das
erste Volk, welches sich als solches herauskristallisierte,
waren die Charrúas. Man hat erste Spuren einer fortgeschritteneren
Zivilisation, die Fischerei und Landwirtschaft betrieb und
Keramik kannte, gefunden. Da die Schrift bei diesem Volk unbekannt
war, ist von den Charrúas heute so gut wie nichts bekannt.
Die Ankunft der Europäer
Bei der Ankunft der Europäer waren die Charruas, ein kleines,
von den Guaraní bedrohtes Volk, die einzigen Bewohner des
heutigen Uruguay. Die Spanier unter Juan Díaz de Solís entdeckten
die Region im Jahr 1516. Da es aber weder Silber- noch Goldvorkommen
gab, und die Charruas sich zudem heftig gegen die Eindringlinge
wehrten, gab es bis ins 16. und 17. Jahrhundert keine nennenswerten
Aktivitäten der Europäer. Erst viel später begannen die Spanier,
die Viehhaltung in Uruguay einzuführen und damit die wirtschaftliche
Entwicklung dieser Region voranzutreiben.
18. und 19. Jahrhundert
Artigas-Statue in Santiago de Chile Juan Manuel de Rosas
Im frühen 18. Jahrhundert verstärkten die Spanier ihre Präsenz
im heutigen Uruguay, um die Portugiesen, die ihren Einflussbereich
längs der Atlantikküste von Brasilien nach Süden auszudehnen
trachteten, zu begrenzen. Montevideo wurde 1726 als militärische
Befestigung und Stützpunkt für die Kolonisierung der Banda
oriental östlich des Flusses Uruguay gegründet. Die neue Ansiedlung
mit ihrem natürlichen Hafen machte bald Buenos Aires Konkurrenz
um die Handelsströme in der Region La Plata. Die zweite Hälfte
des 18. Jahrhunderts war durch Kämpfe zwischen den Briten,
Portugiesen und Spaniern gekennzeichnet, die sich die Kontrolle
über die Zone zwischen Brasilien und Argentinien sichern wollten.
Nach der Errichtung des spanischen Vizekönigreiches des Río
de la Plata im Jahre 1776, dessen Machtzentrum Buenos Aires
am Südufer des Río de la Plata Uruguay gegenüber lag, wurde
seine Zugehörigkeit zum spanischen Herrschaftbereich im Jahre
1777 endgültig besiegelt. Von 1810 bis 1811 gab es unter José
Gervasio Artigas die erste Revolte gegen die spanische Herrschaft.
Dieser Aufstand erlaubte es, die Spanier im Jahre 1814 zu
vertreiben, 1815 gab es eine erste nationale Regierung. Artigas
ist bis heute urugayischer Nationalheld. Im Jahr 1821 gelang
es Portugal jedoch, das heutige Uruguay zu annektieren und
als Provincía císplatina in Brasilien einzugliedern. Zwischen
1821 und 1823 gab es unter dem Kommando von Juan Antonio Lavelleja
und seiner Gruppe der Dreiunddreißig Orientalen mehrere Revolten,
die jedoch alle niedergeschlagen wurden. Am 25. August 1825
erklärte die Provinz die Unabhängigkeit von Brasilien und
trat einer regionalen Föderation mit Argentinien bei. Damit
waren drei Jahre Krieg mit Brasilien zu Ende. Am 27. August
1828 wurde der Vertrag von Montevideo unterzeichnet und von
Großbritannien genehmigt. Dieser Vertrag sah die Gründung
eines unabhängigen und souveränen Uruguay vor. Am 18. Juli
1830 gab sich der neue Staat die erste Verfassung. Die kommenden
70 Jahre waren jedoch von kriegerischen Auseinandersetzungen
mit den Nachbarländern gekennzeichnet. Im Jahr 1839 brach
sogar ein Bürgerkrieg zwischen den Konservativen (Blancos)
unter Manuel Oribe und den Liberalen (Colorados) unter José
Fructuoso Rivera aus. Hierbei ging es im Wesentlichen um Differenzen
zwischen an weltoffenem Handel interessierten städtischen
Oberschichten und ländlichen Großagrariern. Der Krieg dauerte
bis ins Jahr 1851, als der argentinische Diktator Juan Manuel
de Rosas eingriff. Nach Beilegung dieses internen Konfliktes
zog Uruguay 1865 als Alliierter von Brasilien und Argentinien
in den Tripel-Allianz-Krieg gegen Paraguay, der bis 1870 dauerte.
Gleichzeitig zu diesen Entwicklungen gab es einen großen Strom
von Immigranten, vor allem aus Europa, die sich in Uruguay
niederließen. Es kam zu einer Modernisierung des Agrarsektors
und mit Hilfe europäischen Kapitals einer Verbesserung der
Infrastruktur, insbesondere des Verkehrs- und Dienstleistungssektors.
20. Jahrhundert
Zwischen 1865 und 1958 hielten die Liberalen die Macht in
Uruguay in den Händen. Einer der einflussreichsten liberalen
Politiker war José Batlle y Ordóñez, Präsident zwischen 1903
und 1907 sowie zwischen 1911 und 1915, der die Geschichte
des Landes maßgeblich beeinflusst hat und der auch die Basis
für die heutige Politik gelegt hat. Ihm sind zahlreiche politische,
soziale und wirtschaftliche Reformen zu verdanken, die den
wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt des Landes zum Ziel
hatten. Uruguay war damals eine der fortschrittlichsten Nationen
Südamerikas, wo Schulpflicht, Versammlungs- und Pressefreiheit
herrschten und (ab 1916) Kirche und Staat getrennt wurden.
Die Nachfolger von José Batlle y Ordóñez führten viele der
Reformen in seinem Sinn weiter. Im Jahre 1917 wurde eine neue
Verfassung angenommen, die die exekutive Macht zwischen dem
Präsidenten und einem nationalen Verwaltungsrat aufteilte.
Im Jahre 1920 trat Uruguay dem Völkerbund bei. Nach dem Tod
von Batlle und der Wirtschaftskrise von 1929 wurde Gabriel
Terra Präsident und erklärte sich, nach einem gelungenen Putsch,
am 31. März 1933 zum Diktator. Er löste den nationalen Verwaltungsrat
und die legislativen Kräfte, die seine Macht beschränkten,
auf. Während des Zweiten Weltkrieges stand Uruguay auf Seiten
der Alliierten und war nach dem Krieg Gründungsmitglied der
Vereinten Nationen. Die Regierungsperiode von Luis Batlle
Berres (1947 bis 1951) brachte wirtschaftlichen Wohlstand,
der vor allem durch die uruguayischen Exporte während des
Koreakrieges (1950-1953) gestützt wurde. Im Jahr 1952 gab
es wiederum eine neue Verfassung. Britische Unternehmen wie
die Eisenbahn wurden verstaatlicht (wobei es sich hier effektiv
um eine Abzahlung von Schulden aus dem Zweiten Weltkrieg handelte).
Wohlstand und eine Analphabetenrate von fast Null trugen Uruguay
den Ruf ein, die Schweiz Südamerikas zu sein. Ab 1959 kam
das Land in große wirtschaftliche Probleme. Es kam zu sozialen
Unruhen und in Montevideo gründete sich eine Stadtguerilla.
Die Verfassung wurde 1967 dahingehend abgeändert, als dass
nun Regierungen der Blancos und Colorados einander abwechselten.
Am 27. Juni 1973, inmitten einer Wirtschaftskrise mit hoher
Inflation, entschloss sich das Militär zur Schließung des
Kongresses und zur Übernahme der Macht. Eine Vorlage für eine
neue Verfassung wurde allerdings am 30. November 1980 von
57,2 % der Wahlberechtigten abgelehnt. Das Militär bereitete
daraufhin ein Programm vor, die Macht an eine Zivilregierung
zurückzugeben. Im Februar 1985 fanden Präsidentschaftswahlen
statt, der Wahlsieger war Julio María Sanguinetti von den
Colorados. Er war Präsident von 1985 bis 1990.
Aktuelle Lage
Tabaré Vázquez (l.) und der argentinische Präsident Néstor
Kirchner Zwischen 1990 und 1995, war Luis Alberto Lacalle
vom Partido Nacional Präsident. Während seines Mandates führte
er sein Land 1991 in den Mercosur, und er erließ ein Amnestiegesetz
für Folterungen des Militärs während der Diktatur (Ley de
Caducidad). Zwischen 1995 und 2000 war Julio María Sanguinetti
erneut Präsident, während Jorge Batlle die Wahlen im Jahr
2000 gewann und bis 2005 regierte. Am 31. Oktober 2004 wurde
mit Tabaré Vázquez der erste Kandidat einer linksgerichteten
Partei in Uruguay zum Präsidenten gewählt.
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