| Allgemeines |
La
Palma ist die nordwestlichste Insel der Kanaren, die früher
"Glückliche Inseln" genannt wurden. Sie hat eine Fläche von
729 km² und ist 42 Kilometer lang und 28 Kilometer breit. Auf
ihr leben etwa 85.000 Einwohner (Daten 2003) und durchschnittlich
3.000 - 10.000 Touristen (s. unten). Sie gehört zu der spanischen
Provinz Santa Cruz de Tenerife. Hauptstadt ist Santa Cruz de
La Palma auf der Ostseite der Insel mit 18.000 Einwohnern. Auf
der Westseite befindet sich die inzwischen größte Gemeinde der
Insel Los Llanos de Aridane mit ca. 22.000 Bewohnern. |
Auskunft
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Spanische Fremdenverkehrsbüros
Kurfürstendamm 180, 10707 Berlin, Tel.: 030 8826543, Fax: 8826661
Grafenberger Allee 100, 40237 Düsseldorf, Tel.: 0211 6803980,
Fax: 6803985
Myliusstraße 14, 60323 Frankfurt, Tel.: 069 725033, Fax: 725313
Postfach 15 19 40, 80051 München, Tel.: 089 530158, Fax: 5328680
Walfischgasse 8, 1014 Wien, Tel.: 01 5129580, Fax: 5129581
Seefeldstrasse 19, 8008 Zürich, Tel.: 01 2527931, Fax: 2526204
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Besonderheiten
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Umgangsformen
Die wichtigsten Grußformeln sind ¡Hola! (“Hallo”), ¡Buenos
días! (“Guten Morgen”) und ¡Buenas tardes! (“Guten Tag”).
Wenn Spanier einander vorgestellt werden, sagen sie oft Encantado
de conocerle (“Erfreut, Sie kennen zu lernen”). Auf die Frage
¿Cómo está Usted? (“Wie geht es Ihnen?”) wird häufig mit den
Worten Bien, gracias (“Danke, gut.”) geantwortet. Zur Begrüßung
reicht man sich die Hand. Gut befreundete Männer begrüßen
sich oft mit einem Schulterklopfen und wenn man sich lange
nicht gesehen hat, mit einer Umarmung (Abrazo). Freundinnen
küssen sich zur Begrüßung oder zum Abschied auf beide Wangen.
Außer im Freundeskreis und unter Verwandten spricht man sich
mit dem Nachnamen an, dem Señor (“Herr”), Señora (“Frau”)
oder Señorita (“Fräulein”) vorangestellt wird. Die Titel Don
und Doña in Verbindung mit dem Vornamen dienen in manchen
Regionen als besonders respektvolle Anrede. In Spanien trifft
man sich mit Freunden eher in Cafés oder Restaurants als zu
Hause. Besuche werden normalerweise vorher angekündigt. dassdie
Spanier aber sehr gastfreundlich sind, werden sie jeden Besucher,
der während einer Mahlzeit zu Besuch kommt, mit an den Tisch
bitten. In diesem Fall sollte man jedoch mit den Worten ¡Que
aproveche! (“Lasst es euch schmecken”) höflich ablehnen. Wenn
man zum Abendessen eingeladen wird, bringt man den Gastgebern
eine kleine Aufmerksamkeit mit.
Feiertage und Feste
Weihnachten und Dreikönigsfest
Mitte Dezember - 6. Januar Was im Norden der Weihnachtsbaum,
ist in Spanien die Krippe. Ganze Landschaften werden aufgebaut
mit Häusern, Tieren und arbeitendem Volk. An Heiligabend kommen
die Familien zusammen und tafeln, um danach auszugehen und
die Mitternachtsmesse zu besuchen. Nur in wenigen Häusern
bringt der Weihnachtsmann eine Kleinigkeit, denn den großen
Geschenkesegen, den bringen die Heiligen Drei Könige. Am Abend
des 5. Januar reiten sie auf ihren Kamelen ein, gefolgt von
Pagen, Dienern und Festkarren, um das Jesuskind zu suchen
und zu ehren. Silvester - Neujahr
31. Dezember - 1. Januar An Silvester geht man aus, die Herren
im Smoking, die Damen in Abendrobe. Die Restaurants sind überfüllt.
Um Mitternacht schluckt man mit jedem Glockenschlag eine Traubenbeere
- das bringt Glück - und ab geht es zum Tanz, das neue Jahr
eintrinken. Mandelblütenfest -
Puntagordass Ende Januar / Anfang Februar Das Mandelblütenfest
von Puntagordassist eine der großen Fiestas der Insel. Hier
trifft man sich, tratscht, probiert die gerösteten Mandeln,
lässt sich den Wein schmecken und tanzt. Den Höhepunkt des
zweitägigen Festes bildet das poetisch-folkloristische Festival
vom Sonntag. Karneval Eine
Woche vor Faschingssonntag - Wochenende nach Aschermittwoch
Karneval auf den Kanarischen Inseln ist eigen, eine explosiv-erotische
Mischung aus südamerikanischen Einflüssen, lokalen Bräuchen
und spanischen Einsprengseln. Höhepunkte der verrückten Zeit
sind auf La Palma der Tag der "Indianer" in Santa Cruz am
Faschingsmontag, die Wahl der Karnevalskönigin in Los Llanos
sowie das Begräbnis der Sardine am Freitag nach Aschermittwoch
in Santa Cruz und Los Llanos, sowie einen Monat später in
Los Sauces. Karwoche und Ostern
Palmsonntag - Ostersonntag Die Heiligen verlassen die Kirchen,
getragen von dumpfem Paukenschlag, eingehüllt in Kerzenschein
und Weihrauch. Die Bruderschaften in ihren Kapuzenmänteln
und Ketten begleiten die größeren Prozessionen. Tiefe Religiosität
erfüllt die nächtlichen Straßen. Tag
des Heiligen Kreuzes - Santa Cruz und Las Breñas Ende
April - Mitte Mai Der 3. Mai ist einer der wichtigsten Festtage
der Insel. Gefeiert wird die Gründung der Hauptstadt und die
Eroberung der Insel im Jahre 1493. In wochenlanger Arbeit
schmücken die Anwohner von Las Breñas und Santa Cruz die Kreuze
an den caminos reales. Viehmarkt
von San Isidro - Breña Alta Mitte Mai Zu Ehren des
Schutzheiligen des Ackerbaus findet in San Isidro, Breña Alta,
ein großer Viehmarkt mit Prämierung der schönsten Viecher
statt. Virgen del Carmen - San
Andrés, Fuencaliente, Tazacorte und Santa Cruz Mitte
Juni Die Virgen del Carmen, Schutzpatronin der Seeleute, wacht
auf La Palma über das Dörfchen Las Tricias (Garafía) und bewahrt
die Seefahrer vor dem Untergang. Entsprechend wird sie auf
der Insel gefeiert: in San Andrés, Fuencaliente, Tazacorte
und Santa Cruz meist am Wochenende vor oder nach dem 16. Juli,
in den kleinen Sommersiedlungen an der Küste oft erst während
der Ferien, im August oder September. Doch hier wie dort wohnt
die verehrte Jungfrau in einer kleinen Kapelle am Meer. An
ihrem großen Tag verlässt sie diese und sticht in See. Fronleichnam
- Mazo Eineinhalb Wochen nach Pfingsten Über farbenfrohe,
von meterhohen Bogen unterbrochene Blumenteppiche schreitet
die Fronleichnamsprozession in Mazo. Alles ist aus Blütenblättern,
Farnen, Moosen und Sämereien geschaffen. Was Fronleichnam
in Mazo, ist die "Segnung der Felder" in Tijarafe und "Herz-Jesu"
in El Paso. Spezialität von Tijarafe sind Teppiche aus gefärbtem
Salz, jene von El Paso, aus zerstossenen Eierschalen gefertigte
Wandbilder. Viehmarkt von San Antonio
del Monte - Garafía Mitte Juni San Antonio del Monte
ist ein bodenständiges Fest, eine der wichtigsten Viehmessen
des Archipels. Hier trifft sich halb La Palma, probiert den
Ziegenkäse, lässt sich den Tea-Wein schmecken, tanzt und bewundert
die hiesigen Kühe, Ziegen, Schafe und den Hirtenhund von Garafía.
La Patrona - Los Llanos
Mitte Juni - Anfang Juli Die Virgen de los Remedios ist nicht
nur Schutzpatronin von Los Llanos, sie wacht über das gesamte
Aridanetal. Entsprechend wird sie gefeiert: Drei Wochen lang
kommt die heimliche Hauptstadt der Insel nicht zur Ruhe. Bajadassde
La Virgen de Las Nieves - Santa Cruz Mitte Juni - Anfang
August Seit die "Jungfrau vom Schnee" 1676 die Insel vor einer
Dürrekatastrophe bewahrte, steigt die Inselpatronin alle fünf
Jahre von Las Nieves in die Hauptstadt ab. Aus einer einfachen
Bittprozession entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte
die heutige Bajadassde la Virgen, das Großereignis der Insel,
eines der schönsten und bedeutendsten Feste der Kanaren. Die
nächste Bajadasswird im Jahre 2005 gefeiert. In den Zwischenjahren
ehren die Palmeros ihre Schutzpatronin einen Monat lang mit
Messen und Prozessionen. Virgen
del Rosario - Barlovento Ende Juli -Anfang August Alle
drei Jahre - das nächste Mal im Jahre 2003 - kämpfen in Barlovento
die Christen gegen die Mauren. Denn es war am Tag der Rosenkranzmadonna,
als 1571 bei Lepanto die "Heilige Liga" gegen die Türken siegte.
Virgen del Pino - El Paso
Ende August - Anfang September In der riesigen Kiefer, die
die Wallfahrtskapelle überschattet, soll annodazumal die Muttergottes
erschienen sein. Und hier, am Fuße der Cumbre, trifft man
sich am ersten Sonntag im September zur Fiesta del Monte.
Alle drei Jahre steigt die "Jungfrau von der Kiefer" nach
El Paso ab - das nächstemal im Jahre 2003. Teufelsfest
- Tijarafe Ende August - Anfang September Das Teufelsfest
von Tijarafe ist das wohl spektakulärste Fest der Insel, denn
krachend und Feuer spuckend tanzt in der Nacht auf den 8.
September der Teufel durch die dichte Menschenmenge auf dem
Dorfplatz. San Miguel - Tazacorte
Mitte - Ende September Am 29. September 1492, dem Tag des
heiligen Michael, landete bei Tazacorte Alonso Fernández de
Lugo und eroberte die Insel. So kommt es, dass La Palma den
Namen des Erzengels Michael trägt. Höhepunkt der Festivitäten
zu Ehren des Inselpatrons ist der Umzug der Caballos fufos.
20 Pferde - mit farbigem Papier verkleidete Rohrgestelle -
tanzen durch die Straßen, angeführt von einer Giraffe.
Quelle:
http://www.lapalma-magazin.info/
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Bilder |
Bilder
La Palma
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Diplomatische Vertretungen
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Deutschland:
Konsulat Avenida Francisco La Roche 45, 1. Etage, Santa Cruz.
Tel.: 922284812 oder 922284816 Sprechzeiten: Montag-Freitag
von 9.00-12.00
Österreich: Konsulat, Villalba Hervas 9, Edif. Camacho (5.
Stock, Büro No. 2), Santa Oruz. Tel.: 922243799 Sprechzeiten:
Montag-Freitag von 10.00-12.00Uhr.
Schweiz: Konsulat auf Gran Canaria, Las Palmas Tel.: 92829
34 50 und 928293380 Sprechzeiten: Montag-Freitag von 9.00-13.00
Uhr.
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Einreise und Ausreise
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Für die Einreise nach La Palma genügen für Deutsche, Österreicher
und Schweizer der Personalausweis bzw. die nationale Identitätskarte.
Diese Ausweise müssen eine Gültigkeit über die Aufenthaltsdauer
hinaus aufweisen.
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Familienstruktur
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Oft sind junge Paare schon lange vor der Hochzeit verlobt. So
haben sie Zeit, genügend Geld für die eigenen vier Wände anzusparen.
Männer heiraten im Durchschnitt im Alter von 27, Frauen dagegen
bereits zwischen 20 und 24 Jahren. Die moderne spanische Familie
ist normalerweise ziemlich klein, aber sie pflegt ihre Beziehungen
zur Großfamilie. Die Scheidungsrate ist nur gering. Der Ehemann
gilt traditionell als Familienoberhaupt, während seine Frau
die Verantwortung für den Haushalt und die Kinder trägt. Heute
sind allerdings vor allem in den Städten viele Frauen berufstätig
und verdienen ihr eigenes Einkommen. 1993 waren 36,7 Prozent
der Erwerbstätigen Frauen.
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Flora & Fauna
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Aufgrund seiner Entstehung und Lage bietet La Palma eine
einmalige Natur und Landschaft. La Palma ist bekannt als La
Isla verde ("die grüne Insel") und als La Isla bonita ("die
schöne Insel"), da sie ganzjährig von grüner Vegetation bedeckt
ist. Diese Üppigkeit verdankt die Insel den Passatwinden,
die verlässlich Wolken auf der Luv-Seite der Insel schaffen,
die beim Überqueren der Insel abregnen oder dichte Nebelfelder
auf den Bergen bilden. Die Feuchtigkeit dieser Wolken wird
von verschiedenen Pflanzen gesammelt. Die Insel gliedert sich
in verschiedene Vegetationszonen - von Lavafeldern über mediterrane
Trockenvegetation zu Kiefernwäldern auf den Höhen und auf
der Nordostseite auch Lorbeerwälder, die Regenwald ähneln.
Unter den Pflanzen La Palmas findet man ca. 170 Endemiten
der Kanaren, darunter die bekannten Kanarischen Drachenbäume.
Kiefernwald in der Caldera de Taburiente Die Landschaft bildet
ein Ensemble in Schwarz (Basalt), Rot (Tuff) und Grün (Vegetation)
im Blau des Atlantik. Sie wird geprägt durch die Barrancos
im Norden, tief eingeschnittene Schluchten, die das Wasser
von den Bergen zum Meer führen, den Wäldern auf den zentralen
Inselbergen und die Gebiete jüngerer vulkanischer Aktivität
im Süden aus Aschefeldern, erstarrten Lavaströmen und Vulkankegeln.
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Flüge |
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Fotografieren
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Bei all den herrlichen Fotomotiven, die man auf La Palma
antrifft, ist natürlich der Fotoapparat unerlässlich. Sowohl
Papier- als auch Diafilme sind auf der Insel um einiges teurer
als in Deutschland, sodass es sich empfiehlt, ausreichend Filmmaterial
von zu Hause mitzubringen.
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Geld
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Geografie
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Die Insel ist vulkanischen Ursprungs und durch einen in Nord-Südrichtung
verlaufenden Kamm aus Vulkankegeln in zwei klimatisch unterschiedliche
Hälften geteilt. Im südlichen Teil (Cumbre Vieja) sind einige
Vulkane noch aktiv, der letzte Ausbruch fand 1971 im Süden der
Insel bei Fuencaliente, dem heutigen Los Canarios, statt. Es
entstand hierbei der Vulkan Teneguía, der noch heute unter Beobachtung
durch die Wissenschaft steht, da er nicht erloschen ist, sondern
ruht. Der nördliche Teil wird von der Caldera de Taburiente
dominiert, die von einem Ring von Gipfeln mit Höhen von 1.700
Metern bis 2.400 Metern umgeben ist. Höchste Erhebung der Insel
ist der Roque de los Muchachos mit 2.426 Metern. Auf seinem
Gipfel befinden sich einige der modernsten Sternwarten der Welt.
La Palma ist wie alle Kanaren-Inseln vom Vulkanismus geprägt.
Ihr Alter ist mit etwa 3 Millionen Jahren relativ jung. Vom
Meeresboden in etwa 4.000 Meter Tiefe erhebt sich die Insel
fast 6.500 Meter und besteht zur Gänze aus verschiedenen vulkanischen
Gesteinen. Immer wieder finden Ausbrüche statt.
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Geschichte
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Steinzeit, Guanchen und Antike
La Palma wurde im Neolithikum vom Volk der Guanchen besiedelt,
die angeblich groß und hellhäutig waren. Dass sie ab etwa
2000 v. Chr. von Nordafrika einwanderten, ist unter Wissenschaftern
mittlerweile nicht mehr umstritten. Dafür sprechen die genetischen
Analysen von Skelettfunden als auch nordafrikanische Sprachreste.
Die Guanchen lebten auf einer steinzeitlichen Kulturstufe
und waren in verschiedenen Clans organisiert, die die Insel
unter sich aufteilten. Der altkanarische Name von La Palma
war Benahoare. Die Sprache der Guanchen, das Guanche, starb
im 17. Jahrhundert aus, allerdings haben sich einige Worte
im heutigen kanarischen Dialekt erhalten. Die Guanchen sind
heute verschwunden; die Überlebenden der spanischen Eroberung
wurden wahrscheinlich in der europäischen Bevölkerung assimiliert.
Die zahlreichen Reste ihrer Steinzeit-Kultur sind aber eine
Attraktion der Insel: Wohnhöhlen, Grabstätten, Steinwerkzeuge
und die Petroglyphen - seltsame, komplexe Steinritzungen mit
unbekannter Bestimmung. Am bemerkenswertesten sind die steingepflasterten
Königswege, welche die gesamte Insel überziehen und die verschiedenen
Regionen verbinden. Näheres zu Gesellschaft, Felszeichnungen
und Religion der Guanchen erfährt man im Inselmuseum, im Besucherzentrum
des Nationalparks sowie bei La Zarza und La Zarcita (seit
1998 erster Archäologischer Park der Kanaren). Die dortigen
Felsbilder faszinieren durch ihre Mäander, Labyrinthe und
Figuren. Ein zweiter Archäologiepark bei der Höhle von Belmaco
ist mit knapp 4.000 Jahren die älteste Fundstelle La Palmas.
Die Kanarischen Inseln waren möglicherweise schon im Altertum
phönizischen Seefahrern bekannt, die Nachrichten sind allerdings
ungewiss. Erste Europäer gelangten im 13. Jahrhundert auf
die Kanaren.
Spanische Eroberung
Im Jahre 1312 wurde La Palma von dem Genuesen Lancelotto
Malocello erreicht. Der kastilische Graf Hernán Peraza entsandte
1447, nachdem er seine Macht auf Lanzarote, Fuerteventura
und El Hierro gefestigt hatte, eine aus drei Schiffen und
500 Mann bestehende Flotte zu der als unbezwingbar geltenden
Insel La Palma. Aber auch diesem Feldzug war wie den vorangegangenen
kein Glück beschert: Bei den erbitterten Kämpfen mit den Insulanern
verloren die Spanier 200 Mann. 1492, in dem Jahr als Amerika
von Christoph Kolumbus "entdeckt" wurde, landete der auf Gran
Canaria beheimatete General Alonso Fernández de Lugo, von
dem spanischen Herrscherpaar Isabella von Kastillien und Ferdinand
von Aragón dazu ermächtigt, mit einer Streitmacht von 900
Mann auf La Palma in der Nähe des Strandes von Tazacorte.
Ihm gelang schließlich die Einnahme der Insel. Am 3. Mai 1493,
dem "Tag der Erhebung des Heiligen Kreuzes", gründete Lugo
an dem Ort, an dem sich die altkanarische Siedlung Apunyon
(auch Auprón) befand, die Stadt Santa Cruz de La Palma. Dann
begab er sich nach Gran Canaria zurück, um Vorbereitungen
für die Einnahme von Teneriffa, der letzten der sieben großen
Kanarischen Inseln, zu treffen, die er schließlich nach einem
zweijährigen Feldzug 1496 eroberte. Die Spanier nutzten die
Kanaren als wichtige Zwischenstation für die Überfahrt nach
Westindien. Ausschlaggebend dafür war die geografische Lage
am Passatstrom, die schon Kolumbus 1491 nutzte. Allerdings
betrat Kolumbus La Palma nie.
Menschenhandel, Zuckerboom
Schnellen Reichtum bot La Palma nicht. Es gab weder Gold
noch Silber oder andere Bodenschätze. Gewinn versprachen zunächst
nur die Einheimischen – als Sklaven. Trotz eines päpstlichen
Erlasses aus dem Jahr 1434, in dem Eugenius IV. die Kanarier
zu „freien Leuten“ erklärt und den Menschenhandel auf den
Inseln verboten hatte, endete ein Großteil der Urbevölkerung
von La Palma gleich nach der Eroberung in der Sklaverei. Schätzungen
zufolge blieben nur rund 300 Familien (1.200 Menschen) von
diesem Schicksal verschont. Diese Palmeros ließen sich nach
und nach taufen und vermischten sich, nachdem sie ab 1514
den Spaniern rechtlich gleichgestellt worden waren, rasch
mit den Konquistadoren sowie mit eingewanderten Portugiesen
und Franzosen. Schon bevor sich der Sklavenhandel auf der
Insel erschöpft hatte, verfolgte Fernández de Lugo ein weitaus
lukrativer erscheinendes Ziel: den Anbau von Zuckerrohr, zur
damaligen Zeit das gewinnbringendste Ackerbauprodukt. Europäische
Kaufleute, Handwerker, Wein- und Ackerbauern wurden auf die
Insel gerufen, um Kapital und Arbeitskraft in Zuckerverarbeitungsanlagen
zu investieren. Wie bedenkenlos man dabei mit der Landvergabe
umging, wird an einem Beispiel besonders deutlich: 1508 verkaufte
Juan Fernández de Lugo seine Zuckerverarbeitungs- und -Bewässerungsanlage
von Tazacorte und Argual an den Andalusier Dinarte; dieser
veräußerte sie ein Jahr später an die Augsburger Welser; wiederum
ein Jahr später (1510) gelangten sie in Besitz des Antwerpener
Kaufmannes Jakob Groenenberch (hispanisiert: Jacomo Monteverde),
von dem sie schließlich das Brüsseler Handelshaus Van de Valle
erwarb.
Weinbau
Ab 1553 lohnte der Zuckerrohranbau auf La Palma immer weniger.
In Mittel - und Südamerika wurde preisgünstiger produziert.
Viele nicht mehr rentable Zuckerrohrplantagen wurden in Weinfelder
umgewandelt. Der vor allem im Süden der Insel auf jungvulkanischem
Boden gedeihende süße Malvasier wurde das wichtigste Exportprodukt
von La Palma. Hauptabnehmer des palmerischen Weines war England.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts dauerte der Siegeszug der palmerischen
Malvasier, dann führte ein sich ändernder Konsumentengeschmack
zum Niedergang des Weinbaues. Allerdings wird heute wieder
mit zunehmendem Erfolg Wein angebaut, der nicht auf den Massengeschmack
zielt.
Amerikahandel, Piratenüberfälle
Im 16. Jahrhundert bekam La Palma nach Antwerpen und Sevilla
das Privileg, mit Amerika Handel zu treiben. Schnell entwickelte
sich Santa Cruz de La Palma zu einem der wichtigsten Häfen
des spanischen Reiches. So ist es nicht verwunderlich, dass
Santa Cruz de La Palma im Laufe des 16. Jahrhunderts immer
wieder Piraten anlockte, die sich der Reichtümer der Stadt
bemächtigen wollte. Unter dem Befehl von François Le Clerc
plünderten 1553 Franzosen die Hafenstadt. Was sie nicht mitnehmen
konnten, brannten sie nieder. Nach dieser Katastrophe wurden
Kirchen, Klöster und Häuser größer und prächtiger wieder aufgebaut.
Neue Verteidigungsanlagen wurden errichtet. So konnte 1585
der Angriff des Engländers Francis Drake erfolgreich abgewehrt
werden. Der Handel mit Amerika begünstigte das Aufkommen weiterer
Erwerbszweige (Schiffbau, Herstellung von Segeltuch etc.).
Zahlreiche Kaufleute aus aller Welt kamen nach Santa Cruz
de La Palma und verliehen dem Ort ein internationales Flair,
viele fremdländisch klingende Straßennamen zeugen noch heute
von dieser glanzvollen Epoche. Der Niedergang setzte bereits
Mitte des 17. Jahrhunderts ein. Nach einem Erlass aus dem
Jahre 1657 mussten alle Schiffe auf dem Weg nach Amerika auf
Teneriffa registriert werden und dort ihre Abgaben entrichten.
Der Handelsverkehr im Hafen von Santa Cruz de La Palma kam
damit nahezu zum Erliegen. Zwar gab König Carlos III. 1778
den Amerikahandel für alle spanischen Häfen frei, doch konnte
sich Santa Cruz de La Palma nie völlig von der Wirtschaftskrise
erholen. (siehe auch: Santa Cruz de La Palma, für umfangreicheren
Artikel)
Seide, Cochenille und Bananen
Abgesehen von Piratenangriffen erlebte La Palma weitestgehend
ruhige Zeiten. Von jeder Wirtschaftskrise erholte sich das
zwar bodenschatzlose, aber sehr fruchtbare Eiland immer relativ
schnell. Nach Zucker und Wein ließ sich auch mit Bienenwachs
und -honig, mit Tabak sowie mit Seide gutes Geld verdienen.
Bereits seit dem beginnenden 16. Jahrhundert pflanzte man
in La Palma Maulbeerbäume an, war La Palma führend in der
Seidenherstellung der Kanaren. Die Seidenverarbeitung der
Insel galt sogar als die fortschrittlichste des Kanarischen
Archipels. Um 1830 wurde dann die aus Mexiko stammende Cochenille-Laus
eingeführt, eine Schildlaus, die einen begehrten karmesinroten
Farbstoff liefert. Mit der Entwicklung von Anilinfarbe um
1880 war diesem Wirtschaftszweig jedoch nur ein kurzer Gewinn
beschert. Aus dieser Wirtschaftskrise half schließlich der
Bananenanbau, den zwei englische Gesellschaften, Elder und
Fyffes, ab 1878 in großem Stil auf die Kanaren gebracht hatten.
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Gesundheit
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Gesundheitsprophylaxe
Spanien
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