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Senckenberg lädt ein zur "Safari zum Urmenschen"

Urmensch
Frankfurt am Main (ots) -

  • Senckenberg macht Forschung erlebbar
  • Einzigartige Ahnengalerie der bis zu 7 Millionen Jahre alten Urmenschen
  • Forschungsalltag in originalgetreuer afrikanischer Ausgrabungsstätte
  • Schatzkammer mit wertvollen Originalfossilien, darunter "Ida"

Mit über 1200 geladenen Gästen ist die Sonderausstellung "Safari zum Urmenschen" am Donnerstagabend im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt feierlich eröffnet worden. Die hessische Ministerin für Bildung und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, sowie der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung Thomas Rachel sprachen Grußworte. 

Zentrales Konzept der Sonderausstellung ist eine Reise zu den Ahnen der Menschheit auf zweifache Weise: Auf eine Zeitreise durch die Menschheitsgeschichte begibt sich der Besucher durch die Darstellung der Evolution. Wesentliche Schritte hin zum modernen Menschen, wie die Entwicklung des aufrechten Ganges, der Gebrauch des Feuers oder die Entwicklung des Gehirns werden anschaulich dargestellt. Mit dem Betreten einer originalgetreu inszenierten Grabungsstätte in Afrika reist der Besucher zu den aktuellen Projekten der Senckenberg-Forscher und kann deren Arbeit direkt miterleben. "Mit der Sonderausstellung verfolgen wir das Ziel, unsere Forschungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen", sagte Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Höhepunkt der Zeitreise ist eine weltweit einzigartige Inszenierung von 27 lebensechten, mit individuellen Gesichtszügen versehenen Kopfmodellen. Auf der Grundlage von Originalfunden nach forensischen Methoden rekonstruiert, erzählen die Modelle als eigenständige Individuen ihre Lebensgeschichten: Wo sie lebten, wie sie sich ernährten, woran sie starben und vieles mehr. Die Exponate dokumentieren Schritt für Schritt sieben Millionen Jahre Menschheitsgeschichte, beginnend mit dem Sahelanthropus aus der Ursprungsphase der Vormenschen und endend beim Homo Sapiens, dem heutigen Menschen. Die Ahnengalerie vermittelt so ein aktuelles Bild von der Entwicklung des Menschen. Besucher dürfen die Kopfmodelle - und somit ihre Vorfahren - auch berühren. 

"Die Besucherinnen und Besucher erleben in unseren Forschungsmusseen anschaulich modernste Wissenschaft. Durch Ausstellungen wie die "Safari zum Urmenschen" bei Senckenberg erfahren Sie, wie sensibel unsere Erde und unsere Vorfahren auf Veränderungen reagiert haben. So werden Fragen greifbar, die in Zeiten auch menschgemachter klimatischer Veränderungen von brennender Aktualität sind. Forschung für das tiefere Verständnis unserer Erde und unserer Entwicklung wird deshalb ein Schlüssel für die Bewältigung globaler Herausforderungen sein." erklärte Staatssekretär Rachel.

"Senckenberg wird mit dieser zweiten großen Sonderausstellung in der neuen Wolfgang-Steubing-Halle dem Anspruch als international führende Institution in den Lebens- und Geowissenschaften mehr als gerecht. Es erfüllt diesen Anspruch zum einen durch exzellente Forschungsleistungen und zum anderen dadurch, dass die Ergebnisse dieser Forschung in sehr anschaulicher Art und Weise einem breiten Publikum vermittelt werden. Dafür ist die "Safari zum Urmenschen" ein besonders gutes Beispiel. Für Hessen und Deutschland ist Senckenberg ein wissenschaftliches Aushängeschild ohnegleichen," resümierte Ministerin Kühne-Hörmann. 

In einer gesonderten Schatzkammer werden die extrem seltenen und wertvollen originalen Reste von fossilen Menschen ausgestellt. So ist zum Beispiel der Unterkiefer des Homo rudolfensis, des ältesten Urmenschens der Gattung Homo, im Original zu sehen. Weiterhin wird hier auch der aufsehenerregende Primatenfund aus der Grube Messel, die sogenannte "Ida", zu sehen sein. Das 47 Millionen Jahre alte Fossil ist aufgrund seines herausragenden Erhaltungszustands für die Wissenschaft von unschätzbarem Wert: Man erkennt nicht nur das Skelett, sondern auch den Körperumriss sowie feinste Haare und den Mageninhalt.

Die Sonderausstellung geht weit über die Präsentation von Forschungsergebnissen hinaus und bindet den Besucher direkt in das Geschehen am Ausgrabungsort mit ein. "Durch unsere erlebnisorientierte Inszenierung bekommt der Besucher einen lebendigen Einblick in den Arbeitsalltag der Forscher und erlebt praktisch hautnah, wie die seltenen Spuren unserer Vergangenheit gefunden, geborgen und dann wissenschaftlich untersucht werden," erläuterte Museumsleiter Dr. Bernd Herkner. Schritt für Schritt wird so der komplexe Weg der Suche nach einem Fossil über den Fund durch Einsatz von modernster Technologie wie Satellitenfotos und Computertomografie bis hin zur Datenauswertung und wissenschaftlichen Erkenntnis nachvollziehbar. Durch die interaktive Gestaltung kann der Besucher dabei selbst Hand anlegen - z.B. bei der Bedienung eines High-Tech 3D-Oberflächenscanners zur digitalen Verarbeitung eines Fundstücks.

 

 

Die Sonderausstellung wird vom 9. Oktober 2009 bis zum 18. April 2010 in der Wolfgang-Steubing-Halle zu sehen sein und ist von Sonntag bis Dienstag zwischen 9 und 18 Uhr sowie von Mittwoch bis Samstag zwischen 9 und 20 Uhr geöffnet. 

Weitere Informationen zur Ausstellung "Safari zum Urmenschen" unter www.urmensch.senckenberg.de.

Für die großzügige Unterstützung dankt Senckenberg den Förderern: Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region, Hertie-Stiftung, International Women's Club Frankfurt, Herrn Wolfgang Steubing, Karl und Marie Schack-Stiftung, senckenberg friends, Erika und Walter Datz-Stiftung, Land Rover Deutschland, Herrn Wolf Urban sowie der Breuckmann GmbH.

Senckenberg Naturmuseum
Das Senckenberg Naturmuseum mit seinen international renommierten Forschungsinstituten zählt zu den größten Naturkundemuseen in Deutschland und zeigt die heutige Vielfalt des Lebens (Biodiversität), die Entwicklung der Lebewesen (Evolution) sowie die Verwandlung der Erde über Jahrmillionen hinweg. Neue Forschungsergebnisse aus allen Bereichen der Biologie, Paläontologie und Geologie werden präsentiert und durch aktuelle Sonderausstellungen ergänzt.

 

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Wale im Senckenberg Museum in Frankfurt, Quelle: Flickr, chaouki

 

 








 
 
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