Blumen- und Blütenpracht an der Ostküste Irlands
In Wicklow, dem Garten Irlands (Garden of Ireland), ist die Schaulust ausgebrochen. Bis weit in den September hinein können Gartenfreunde hier die versteckten Pflanzenreiche entdecken und erkunden. Irische Gärtner charakterisieren sich selber gern als Pflanzsüchtige (plantaholics). Und sehr viele von ihnen gibt es entlang der östlichen Küstenregion von Wicklow. Sie sagen zwar von sich, dass sie eher scheue Menschen wären, doch öffnen sie ihre Gärten alljährlich gerne den zahlreichen Reisegruppen, Pflanzenliebhabern und Botanikern aus aller Welt.
All den Gartenreichen gemeinsam, von denen auch in diesem Jahr über 30 zur Besichtigung einladen, sind jene Vorfahren, die wiederum als Pflanzenjäger (plant hunters), in die Geschichte der irischen Gärten eingegangen sind. Meist besaßen sie Landgüter und Schlösser, reisten in der Weltgeschichte umher und brachten exotische Raritäten aus fernen Gegenden wie Neuseeland, Australien und Nordamerika zurück. Beim bunten Treiben für die schönsten heimischen Parks, Stauden-, Kräuter- und Nutzgärten hatten sie schon immer das durch den Golfstrom ganzjährig begünstigte, milde Klima auf ihrer Seite.
Heute aber muss man kein Grundheer (landlord) mehr sein, um die Tradition solch traumhafter Gärtnerei zu pflegen. Zwar wird immer noch große Gartenkunst auf einstigen Landschlössern wie etwa den viktorianischen Powerscourt Gardens gezeigt. Auch Beispiele des französischen Lustgartens wie Kilruddery House gehören zu den Klassikern des Festivals. Oder Altamont Gardens und Mount Usher Gardens, beide wundervolle Beispiele für die Stilrichtung des informellen, in naturalistischen Formen und Farben wild entfalteten Gartens, wie ihn der berühmte Gartenarchitekt William Robinson gegen die viktorianische Akkuratesse in Irland einführte.
Hotels und Unterkünfte in Wicklow County
Powerscourt House and Gardens, Enniskerry, Co. Wicklow, Republic of Ireland, en:AndrewH
Solche Robinsonaden der Gartenlust finden sich auch in den kleineren Refugien privater plantaholics. Überall in den Wicklow Bergen verstreut, sind sie wie Inseln aus Farben und Duft. Darf es ein typischer Cottage-Garten sein, in dem Rittersporn, Allium, Fingerhut, Salbei und Eisenhut blaue Meeresträume hervorzaubern. Dann führt die Spur in den Warble Bank Garden bei Ashford. Auf der Jagd nach Raritäten sollte man nebenan den von keltischen Steinkreisen durchzogenen Terrassengarten Wrenswood suchen. Im Garten des Hunter’s Hotel wimpeln orientalischer Mohn und Pfingstrosen unter blütenschweren Magnolien. Der wunderbare Duft eines Kräutergartens findet sich in St. Joseph’s Garden, neue Züchtungen von Blütenkindern gibt es in der Kilmurry Nursery, spanische Phantasien kommen in Hardymount auf. Und überall empfangen redselig gewordene Gärtner und geben freudig Auskunft über die Geheimnisse ihrer privaten Reiche. Jede Frage ist erwünscht, nur Blumenpflücken ist gefürchtet.
Info: Die 32 Gärten des Wicklow Gardens Festivals sind bis 30. September zu besichtigen. Manche täglich, andere auf telefonische Verabredung. Die Eintrittsgelder variieren. Die meisten Privatgärtner geben sie für wohltätige Zwecke weiter.
Alle Gartenadressen und Beschreibungen unter: www.visitwicklow.ie/gardens |