In vier Tagen um die Welt mit den 11. lesbisch-schwulen Filmtagen "Queerstreifen"
 (lifepr) Münster, 26.10.2009 - Am Donnerstag, 29. Oktober, werden im Cinema die "Queerstreifen" eröffnet. Mit über 1.100 Gästen gehören die Filmtage zu den größten und wichtigsten lesbisch-schwulen Veranstaltungen in Münster. Sie werden unter anderem von der Antidiskriminierungsstelle der Stadt Münster, dem Frauen-, Lesben- und Schwulenreferat am Uni AStA und Livas unterstützt. 18 Programme werden in diesem Jahr geboten, dabei sind auch eine Lesung und ein Filmvortrag und natürlich Filme aus aller Welt.
Finanzkrise, Zoff im Büro, rebellierende Angestellte? Das gab es schon 1975. Damals zogen "Anna & Edith" gegen den fiesen Chef zu Felde: als erstes lesbisches Liebespaar des deutschen Fernsehfilms. Endlich haben die Queerstreifen diese Perle aus dem ZDF-Archiv geborgen und zeigen sie bei der 11. Ausgabe der lesbisch-schwulen Filmtage als den historischen Höhepunkt des Festivals.
Kämpferisch ist aber auch die Gegenwart. Und die Männer haben immer noch nichts zu lachen. Gleich im Eröffnungsfilm "Drool" wird der pöbelnde Gatte von den lesbischen Liebenden um die Ecke gebracht. Mit seiner Leiche gehen sie auf eine vergnügliche Roadmovie-Reise. Einen zäheren Gegner haben sich die Frauen im Drama "The Secret" ausgesucht: Zwei jüdische Studentinnen kämpfen gegen die Vorurteile ihrer orthodoxen Umgebung. Zum Glück bekommen sie moralische Unterstützung von Frankreichs Leinwandgöttin Fanny Ardant.
Aber auch die Männer haben es nicht leicht mit Religion und Gesellschaft. Im schwulen Drama "Save Me" landet der drogensüchtige Protagonist in einer christlichen Besserungsanstalt, wo erwartungsgemäß die Versuchung in Gestalt eines jungen Leidensgenossen lauert. Das gefällt der frommen Seminarleiterin gar nicht.
Einen Einblick in den Alltag von Schwulen im Spannungsfeld zwischen Islam und europäischem Lebensstil gibt die Dokumentation "Das andere Istanbul".
In der spanischen Erfolgskomödie "Chefs Leckerbissen" kämpft der schwule Koch zum Glück nur mit widerspenstigen Zutaten und seinen Kindern aus erster Ehe, die ihn überraschend heimsuchen. Überhaupt gibt das spanischsprachige Kino in diesem Jahr den Ton an: ob im heißblütigen schwulen ETA-Drama "Clandestinos" oder in der düsteren Schauermär "Das Fischmädchen" um eine lesbische Liebe zwischen Argentinien und Paraguay.
Hochspannung also - wie immer nicht nur auf der Leinwand, sondern auch davor: Eine lesbisch-schwule Krimilesung und der Vortrag von Ingeborg Boxhammer zur Geschichte des lesbischen Kinos sorgen für Live-Genuss. - queerstreifen - |