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Marokko [Teil 1]

Allgemeine Landesdaten

Offizieller Name: Al-Mamlakah al-Mahgribiyah

Fläche: 458.703 km²

Einwohnerzahl: 29.237.000 (2001)

Größte Städte: Casablanca - 2,4 Mio, Rabat (Hauptstadt) - 1,4 Mio, Fès - 775.000, Marrakesch - 746.000, Tanger - 526.000 Einwohner.

Offizielle Landessprache: Arabisch.

Bevölkerungsgruppen: Araber 65,0 %, Berber 33,0 %, Juden 0,2 %, Andere 1,8 % (1995).

Religion: Muslime 98,3 %, Christen 0,6 %, Andere 1,1 % (2000).

Lebenserwartung: Männer - 67,2, Frauen - 71,7 (2001).

Angebote Reiseroman: Umweg nach Marrakesch
Reise CD-ROM: Marokko - ein Land voller Exotik und Abenteuer
Bilder CD-ROM: Bilder eines Reisenden in Marokko
Auskunft

Staatliches Marokkanisches Fremdenverkehrsamt
Graf-Adolf-Str. 59,
40210 Düsseldorf,
Tel.: 0211 370551, Fax: 374048
E-Mail marokkofva@aol.com.

Office National Marocain du Tourisme (O.N.M.T.)
Schifflände 5, 8001 Zürich,
Tel.: 01 2527752, Fax: 2511044

Internet
www.tourismus-in-marokko.de.

Besonderheiten

Sprache

Das klassische Arabisch ist in Marokko die Sprache des Bildungswesens, der Verwaltung und der Medien. Offizielle Schriftsprache ist das Neuhocharabisch mit linksläufiger Schriftrichtung. Die Sprachen des Alltags sind ein maghrebinischer Dialekt sowie das Tamazight (die Sprache der Berber), das im Rif, im Atlasgebirge und im Souss gesprochen wird und dessen Dialekt je nach Gebiet variiert. Darüber hinaus spricht die Mehrzahl der Marokkaner Französisch und viele, insbesondere in den Touristenzentren, auch Spanisch, Englisch und Deutsch.

Ja - na'am
Nein - la/kalla
Bitte - 'afwan
Danke - schukran
Guten Tag - as-salamu'alaikum
Guten Abend - masa l-chair
Hallo - marhaban
Auf Wiedersehen - ma'as-salama
Tschüss - salam

Allein reisende Frauen

Allein reisenden Frauen ohne männliche Begleitung bringen die Marokkaner im Allgemeinen nur wenig Verständnis entgegen, ganz verpönt sind Rucksacktouristinnen, denen noch immer ein hippiehaftes Image anhaftet. Touristinnen mit Autos genießen indes höheres Ansehen, was ebenfalls für Mütter mit Kindern gilt, wenn Sie zurückhaltend auftreten. Männercafés, der Blickkontakt mit Männern und der Bummel bei Dunkelheit sollten tunlichst vermieden werden. Eine Einladung ins Haus eines Mannes ist fast immer mit sexuellen Erwartungen verbunden.

Fremdenführer

Zur Erkundung der labyrinthartigen Medinas empfiehlt es sich, einen staatlich lizenzierten Fremdenführer zu engagieren. Das Hotel, in dem man wohnt, hilft gerne dabei. Unterstützung bei der Vermittlung von Fremdenführern bieten auch die Fremdenverkehrsbüros (O.N.M.T. Office National Marocain du Tourisme). Fremdenführer, die ihre Dienste auf der Straße anbieten, sollten sich mit dem offiziellen, üblicherweise um den Hals getragenen oder angesteckten Ausweis legitimieren können, bevor man diese engagiert. Richtpreis für eine Halbtagsführung sind 150 Dirham. Der Belästigung von Touristen vor Schleppern, ambulanten Händlern, aufdringlichen Jugendlichen und bettelnden Kindern soll eine seit 1995 installierte brigade touristique entgegenwirken. Sie halten sich geschickt im Hintergrund.

Verhaltensregeln

Vor dem Betreten von Wohnräumen oder Moscheen, wenn diese Nicht-Muselmanen offen stehen, Schuhe ausziehen. Bringen Sie bei Einladungen ein kleines Gastgeschenk mit, den angebotenen Tee stets freundlich annehmen. Einheimische, die man fotografiert hat, sollten die versprochenen Abzüge auch wirklich zugesandt werden. Lebensmittel nicht mit der linken Hand berühren, dasssie als unrein gilt. Auf Shorts und allzu freizügiger Aufmachung verzichten. Politik, Königshaus und Religion sind Tabuthemen in Gesprächen, und zudem vermeidet man es besser, sich nach dem Befinden der Ehefrau zu erkundigen. Bettlern sollte mit dem gebührenden Respekt begegnet werden, dassdas Almosengeben, sakat genannt, in islamischen Ländern zur religiösen Pflicht gehört. Bedenken Sie auch, dass die staatliche Sozialfürsorge sehr schlecht ist und Bettelei häufig die einzige Möglichkeit ist, am Leben zu bleiben.

Rauschgift

dassHaschisch und Marihuana im Norden des Landes im Rif-Gebirge angebaut werden, sind dort die Attacken der Rauschgifthändler naturgemäß am lästigsten. Wer als Tourist mit Drogen geschnappt wird, muss mit drakonischen Gefängnisstrafen rechnen, wobei dann auch die Botschaften kaum noch etwas machen können. Zentren des Drogenhandels stellen Tanger, Tétouan und Chechaouen dar und, wie man weiß, ist die Region um Ketama besonders berüchtigt.

Feste und Feiertage

Das bürgerliche Leben regelt der gregorianische Kalender, wobei, im Unterschied zu anderen muselmanischen Ländern, das Wochenende aus Samstag und Sonntag besteht. Der Freitag ist unterdessen kein Feiertag, nur die Verwaltungen verlängern ihre Mittagspause, um den Gläubigen den Weg in die Moschee zu ermöglichen. Bürgerliche Feiertage sind: 1. Januar - Neujahr. 11. Januar - Unabhängigkeitstag. 3. März - Thronfest. 1. Mai - Tag der Arbeit. 23. Mai - Nationalfeiertag. 9. Juli - Fest der Jugend. 14. August - Huldigung des Wadi Eddahab. 20. August - Jahrestag der Revolution des Königs und des Volks. 6. November - Jahrestag des "Grünen Marsches". 18. November - Fest der Unabhängigkeit.

Die religiösen Feste richten sich nach dem Mondzyklus. Die Feste des Landes orientieren sich stark an den Jahreszeiten, wobei die örtlichen Gegebenheiten gefeiert sowie die Künste und volkstümlichen Traditionen zelebriert werden. "Moussems" sind große Versammlungen, die einen heiligen Mann ehren. Wo bei uns, können diese wundervollen Fantasias, Tänze, Gesänge und traditionellen Kostüme bestaunt und bewundert werden. Wie gesagt, hängen die meisten dieser Veranstaltungen von lokalen Bedingungen wie Ernten oder vom Mondkalender ab. Es ist daher schwierig, die Termine lange im Voraus anzugeben. Fest der Mandelblüten - Tafraout - Februar. Fest der Rosen - El Kelaâ M'Gouna - Mai. Fest des Bienenwachses - Salé - Mai. Symphonien der Wüste - Ouarzazate - Juni. Fest der Kirschen - Séfrou - Juni. Popular Arts Festival - Marrakesch - Juni. Fest der Kamele - Guelmim - Juli. Kulturfest von Asilah - Asilah - August. Engagement Feast - Imilchil - September. Fest des Pferdes - Tissa (Fès) - September. Fest der Datteln - Erfoud - Oktober. Sacred Music Festival - Fès - Mai. Fest von Agadir - Dezember. Der Moussem Abdellah - El-Jadîdass- August. Der Moussem Moulay Idriss Zerhoun (bei Meknès) - Juli .

Hammam

Hammam ist ein öffentliches Badehaus, das früher Zeichen für Schönheit und Wohlstand einer Stadt war und dem große religiöse Bedeutung zukommt, dasser die im Koran vorgeschriebenen Waschungen ermöglicht. Männer baden morgens, Frauen hingegen nachmittags. Ein an der Tür befestigtes Handtuch bedeutet "Vorsicht, Frauen"! Nachts halten Hammams gelegentlich als Schlafgelegenheit für mittellose Reisende her.

Souk

Souk bedeutet Markt und stellt einen der Mittelpunkte des Alltags der Menschen in Marokko dar. In den Städten findet der Markt grundsätzlich vormittags in der Regel in der Medina (Altstadt) statt. Die schönsten Märkte findet man in Marrakesch und Fès.

Bilder Bilder aus Marokko.

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Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Rabât
7, Zankat Madnine,
Tel.: 07 / 70 96 62, 70 96 97,
70 96 85, Fax: 70 68 51.

Konsulat der Bundesrepublik Deutschland in Râbat
12, av. Mehdi Ben Barka, Quartier Souissi.,
Tel.: 07 / 65 36 05, Fax: 65 36 49.

Österreichische Botschaft in Rabât
2, Zankat Tiddas, Tel.: 07 / 76 40 03.

Schweizerische Botschaft mit Konsulat in Rabât
Square de Berkane, Tel.: 07 / 70 75 12.

Einreise und Ausreise

Deutsche Staatsangehörige können für touristische Zwecke bis zu 3 Monate visumsfrei nach Marokko einreisen, wobei ein Reisepass verlangt wird, der ab Einreise noch 6 Monate gültig ist. Ausnahmen können für Pauschaltouristen gelten, die im Rahmen einer Gruppenreise einreisen. Falls der Reiseveranstalter entsprechende Absprachen getätigt hat, reicht in diesem Falle der Personalausweis. Der deutsche Kinderausweis wird anerkannt; ab dem 3. Lebensjahr muss ein Lichtbild vorhanden sein, auch dann, wenn das Kind im Reisepass der Eltern eingetragen ist. Eine Aufenthaltsverlängerung ist in der Regel nicht möglich, es sei denn, der Ausländerpolizei wird ein vollständiger Antrag mit Nachweis über finanzielle Mittel, ggf. Arbeitsvertrag in Marokko und Begründung, warum längerer Aufenthalt erforderlich ist, vorgelegt. Wird die 3-Monatsfrist überschritten, muss mit Abschiebung gerechnet werden. Wer mit dem Auto einreist, muss auch wieder per Auto ausreisen, dassandernfalls hohe Zollstrafen drohen (auch bei Unfallwagen). Eine entsprechende Versicherung empfiehlt sich also.

Familienstruktur Die Eltern des Brautpaares handeln nach wie vor noch viele Hochzeiten aus, wobei die Familie des Bräutigams für die Hochzeitsausgaben aufkommen muss. Als Ausgleich dazu stattet die Brautfamilie ihre Tochter mit einer Mitgift aus, die aus einem Teil der Haushaltseinrichtung besteht. Auch wenn Scheidungen missbilligt werden, sind sie dennoch nicht unüblich. dasseine Hochzeit zudem die Vereinigung der Familien bedeutet und sie daher ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis ist, wird das Ereignis entsprechend gefeiert - in aller Regel zwei Tage. Am ersten Tag treffen sich die weiblichen Verwandten und Freundinnen der Braut, singen, tanzen und bemalen Arme und Beine der Braut mit Henna. Am zweiten Tag kommen die Familien der Braut und des Bräutigams zusammen, um gemeinsam die Hochzeit zu zelebrieren. Die Großfamilie stellt das wichtigste Element des gesellschaftlichen Lebens in Marokko dar. Dabei ist jedes Familienmitglied verpflichtet, anderen Familienangehörigen die erforderliche finanzielle Unterstützung zu bewähren, wenn dies notwendig sein sollte. Während die Rolle der Frau in ländlichen Gebieten noch traditionell auf Haus- und Feldarbeit beschränkt ist, sind in den großen Städten wie Casablanca, Rabât und Fès viele Frauen berufstätig.
Flora & Fauna

Die Tiefebenen bestehen vor allem aus nach Süden hin kargem und dorniger werdendem Busch- und Grasland. In den Wüstenoasen südlich des Hohen Atlas und Anti-Atlas gedeihen Dattelpalmen. An den nördlichen Gebirgshängen finden sich ausgedehnte Wälder aus immergrünen Eichen und Zedern, während in den tiefer gelegenen Gebieten Thuja, Wacholder und Ginster vorherrschen. In den östlichen Becken- und Mesetabereichen breiten sich ausgedehnte Flächen von Halfagras und Wermutstauden aus. Im Rharb und im Rif sind weite Regionen mit Korkeichen bewachsen, zudem findet man Steineichen, Zedern und Eukalyptus.

Die Tierwelt Marokkos ist weitgehend mediterran, wird jedoch bereichert durch Berberaffen und Cuvier-Gazellen, deren Population allerdings abnimmt. Sie teilen ihr Schicksal mit dem Karakal (Luchs) oder dem Fennek (Großohrfuchs), die als Wüstentiere im Süden leben. Mufflons gibt es in den Schluchten der Gebirge. Außerdem leben hier noch Schakale und Magots, in Nordafrika heimische, den Makaken zuzurechnende Affen .

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Fotografieren

Marokko ist reich an Motiven, insbesondere die Menschen mit ihren farbenprächtigen Trachten und ihrem fremdartigen Aussehen bieten attraktive Ziele. Dennoch sollten gewisse Verhaltensregeln beachtet werden. dassder Islam generell als bilderfeindlich anzusehen ist, reagieren die Menschen nicht selten aggressiv und ablehnend. Wenn überhaupt, sollte um Erlaubnis gefragt werden, dasshauptsächlich Frauen Angst vor Magie und dem bösen Blick haben und der Islam generell die Darstellung von Menschen und Tieren verbietet. Ausnahmen sind Kinder und männliche Erwachsene, die sich mitunter gerne fotografieren lassen, allerdings für den Preis von Geld oder kleinerer Geschenke. Strengstens erboten ist das Fotografieren von militärischen Anlagen, Kasernen, Militärkonvois, Zollämter, Brücken, Radiostationen etc.

dassFotomaterial wie Filme in Marokko sehr teurer sind und obendrein z. T. schlecht gelagert werden, sollte man genügend davon aus der Heimat mitnehmen.

Tipps zum Fotografieren:
 

Licht

Licht ist für den Fotografen das primäre Gestaltungsmittel. Ideale Bedingungen hat man am frühen Morgen, wenn das Licht weich ist und Mitteltöne gut herausgearbeitet werden können. Die grelle Mittagssonne wirft harte Schatten und ist daher problematisch. Demgegenüber eröffnet das modulierende Abendlicht interessante Perspektiven. Dann nämlich erscheinen die Farben satt, während die Schatten lang und weich fallen.

Schnappschüsse

Spontaneität ist zwar beim Fotografieren gut, Planung ist jedoch besser – insbesondere wenn die Kamera etwas langsam ist. Damit Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen, sollten Sie Ihre Kamera vorher weitgehend manuell eingestellt haben. Anhand eines fiktiven Punktes lässt sich die Entfernung abschätzen und die Belichtungswerte vorab ermitteln.
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Geld

Währungseinheit ist der marokkanische Dirham (DH oder MAD), der sich in 100 Centimes unterteilt. Im Umlauf sind 10, 20, 50, 100 und 200 DH-Noten und 5, 10, 20 und 50 Centime-Münzen. In den größeren Städten gibt es Bankautomaten, bei denen Sie mit EC-Karte und Geheimnummer Geld abheben können. Vermeiden Sie es auf jeden Fall, Geld bei Privatleuten auf der Straße zu tauschen, denn dies ist illegal. Banken bzw. offizielle Wechselstuben erheben keine Gebühr. Dort erhält man eine Quittung, mit der man am Ende der Reise marokkanisches Geld wieder in die ursprüngliche Währung umtauschen kann; Ein- und Ausfuhr der marokkanischen Währung sind verboten.

Kreditkarten - Schecks

Führende Banken, Hotels, Geschäfte in den Großstädten und Touristikzentren akzeptieren am häufigsten Visa und Euro/Mastercard, seltener AmEx; zudem Traveller- und Euroschecks. Der Höchstbetrag pro Scheck ist 2000 DH, wobei die Unterschrift erst am Schalter geleistet werden darf.

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Geografie Das Land an Atlantik und Mittelmeer grenzt im Osten und Südosten an Algerien und im Süden an West-Sahara bzw. Mauretanien. Marokko besteht hauptsächlich aus Gebirgen und Hochebenen. Im Nordosten erstreckt sich das bogenförmige Kalksteingebirge Rif längs der Mittelmeerküste; westlich des Rif breitet sich der Rharb aus, eine Tiefebene aus Schwemmland. Wie ein Rückgrat durchzieht das Atlasgebirge Marokko von Südwesten in nordöstliche Richtung und fächert sich zur algerischen Grenze hin in verschiedene Hochebenen auf. In nordwestlicher Richtung fällt es in Stufen zur Atlantikküste ab. Hier finden sich auch die fruchtbarsten Regionen und die bedeutenden Städte des Landes. Das Atlasgebirge gliedert sich in drei parallele Ketten: der Hohe Atlas in der Mitte, ein Faltengebirge alpinen Charakters mit dem Djebel Toubkal (4167 m) als höchste Erhebung; der Mittlere Atlas im Nordwesten, ein vorwiegend aus Hochebenen bestehendes Gebirge; und der wesentlich flachere Anti-Atlas, im Südwesten, ein wüstenhaftes Felsengebirge. Diesem dreifachen Bergland schließt sich im Süden die Hochebene des Wadi Drâa mit ihren Steinwüsten und Oasenlandschaften an. Die bedeutendsten Wasserläufe sind Gebirgsflüsse.
Geschichte

Schon ab dem Jahr 1000 v. Chr. entstehen an den Küsten des Mittelmeeres und Atlantiks phönizische bzw. karthagische Handelsniederlassungen. Die gefundenen Überreste punischer Siedlungen wie in Lixus weisen auf die Expansion Karthagos hin. Die punischen Kriege zwischen 264 v. Chr. und 146 v. Chr. schwächen die Macht der Phönizier von Karthago, sodass numidische (nordafrikanische) Fürsten ihren Einfluss bedeutend ausweiten können. Nach der endgültigen Niederlage Karthagos 146 v. Chr. dringen die Römer in den nordwestlichen Teil Afrikas vor. Von 25 v. Chr. bis 40 n. Chr. lenken der von Kaiser Augustus eingesetzte Juba II. und später dessen Sohn Ptolemaios die Geschicke Mauretanias. Nachdem Kaiser Caligula den letzten mauretanischen Herrscher 40 n. Chr. ermorden ließ, wird das mauretanische Reich in zwei römische Provinzen unterteilt: Mauretania Caesarea im Osten und Mauretania Tingitana im Westen.

Im Jahr 429 gründen dann die Vandalen unter König Geiserich im westlichen Nordafrika das erste autonome Germanenreich auf römischem Boden, das 105 Jahre später von Byzanz erobert wird. Im Jahre 681 besiegt und vertreibt Oqba ben Nafi al Fihri die Byzantiner und bringt gleichzeitig die islamische Religion aus dem fernen Arabien bis an den Atlantik. Während des 7. Jhs. dringen islamische Araber in Marokko ein, was dazu führt, dass sich die Berber zum Islam bekehren, politisch aber weitgehend unabhängig bleiben. 710/711 nehmen sie an der muslimischen Eroberung Spaniens teil, was Andalusien bis heute kulturell beeinflusst. Tariq, nach dem der Felsen von Gibraltar seinen Namen hat (Djebel Tariq), marschiert mit einer Truppe arabischer und berberischer Soldaten in einem breit angelegten Feldzug in Spanien ein. (Erst 1492, im Jahr der Entdeckung Amerikas, gelang den Spaniern die vollständige Rückeroberung.) Verschiedene Berberstämme rebellieren im Jahre 740 gegen die Araber und ein schiitischer Flüchtling aus Damaskus mit Namen Moulay Idriss wird im Jahre 788 zum Imam der Marokkaner. Nach seiner Ermordung übernimmt sein Sohn Idriss II. im Alter von elf Jahren den Thron. Dieser gründet die Stadt Fès, baut sie zu einer wichtigen Metropole aus und lässt die erste Universität errichten. Einige Krisen führen nach seinem Tod zum Zerfall der Dynastie in wiederum kleinere Fürstentümer.

Zwischen 920 und 1050 nehmen die Fatimiden Fès ein, doch die eiserne Entschlossenheit der wehrhaften Sippen zwischen Rif und Atlas verhindert, dass die tunesischen Machthaber auch den westlichen Maghreb erobern. 50 Jahre später haben die Almoraviden, ein Berberstamm aus Mauretanien, die Macht erobert. Um 1060 errichtet Abou Bekr an der Stelle der zukünftigen Hauptstadt Marrakesch als Basis für die Unterjochung der Region ein Zeltlager. Nach den Almoraviden kommen die Almohaden und beginnen damit, eine einheitliche Herrschaft über den gesamten Maghreb zu errichten. Der dritte Almohadenherrscher, Yacoub al-Mansour, gründet die neue Hauptstadt Rabât und leitet eine Blütezeit ein. dassallerdings die östlichen Provinzen nach Unabhängigkeit streben, zerfällt der Maghreb wieder in seine z. T. noch heute bestehenden Teile Tunesien, Algerien und Marokko. Während des 12. Jhs. verdrängen die Almohaden zum einen unter Abd el-Moumen (1130-1163) die Almoraviden in den östlichen Maghreb.

1146 kapitulieren Fès, Meknès und Sala, ein Jahr später folgt Marrakesch. Zum anderen unterwerfen sie bei einer Expedition gegen die Normannen die Hafenstädte Nordafrikas einschließlich Tripolis. Nun beherrschen sie das gesamte Herrschaftsgebiet des westlichen Islam. Die Koutoubia-Moschee wird in Marrakesch errichtet. Abou Yakoub Youssouf (1163-1184) unterdrückt eine Revolte in Gafsa (Tunesien), im Zuge dessen ein Teil der Bevölkerung nach Marokko und Spanien umgesiedelt wird. Er nimmt nach erfolgreichen Kämpfen gegen die spanische Reconquista 1190 den Titel "El-Mansour" an, "der Siegreiche" und prägt die folgende Epoche insbesondere durch eine rege Bautätigkeit und die Förderung der Künste an seinem Palast in Marrakesch. Als Tunesien sich selbstständig macht, wird das Reich geteilt. Die Meriniden breiten sich sowohl nach Osten als auch nach Süden aus, was dazu führt, dass sie unter der Führung von Abou Yahya (1244-1258) und Abou Youssouf Yakoub (1258-1286) innerhalb eines Vierteljahrhunderts ganz Marokko erobern. Fès wird wieder Residenz. Zum Ende des 13. Jhs. ist der Maghreb in drei Reiche geteilt: Der Westen gehört den Meriniden, welche die Almohaden entmachten, der mittlere Teil den Abdalouadiden von Tlemcen und der Osten (Tunesien und Ostalgerien) den Hafsiden.

Zwischen 1331 und 1351 unterwirft Abou el-Hassan den Maghreb, 1337 wird Tlemcen besetzt, 1347 Tunis erobert und noch heute zeugen prachtvolle Monumente in zahlreichen Städten vom Glanz der Merinidenkultur. Als dann 1358 Abou Inan, Sohn von Abou el-Hassan und letzter großer merinidischer Sultan, ermordet wird, entstehen zahllose Fürstentümer mit eigenen Machtansprüchen. Die Portugiesen erobern 1415 Ceuta. Fünf Jahre später wird der merinidische Sultan Abou Saïd samt seiner Familie in Fès von einem Palastdiener umgebracht und der einjährige Abd el-Haqq, der als Einziger das Attentat überlebt, zum Sultan erklärt. Während seiner Kindheit übernehmen Mitglieder der Familie der Banu Ouattas die Regentschaft, werden aber, als Abd el-Haqq erwachsen ist, beseitigt. 1511 greifen die Saadier aus dem Drâa-Tal Agadir an, nehmen 1525 Marrakesch und später 1554 Fès ein. dasssie als Schorfas - Abkömmlinge des Propheten - sehr hohes Ansehen genießen, gewinnen sie quasi im Handstreich den marokkanischen Thron. Aufgrund europäischer Expansionspolitik errichten zunächst Portugal dann Spanien einige Bastionen entlang der Mittelmeerküste. 1554 werden die Portugiesen von den Saadiern mit ihrem Führer Ahmed al-Mansour bezwungen. 1578 dann sterben der portugiesische König Don Sebastian sowie die verfeindeten Brüder El-Moutaouakkil und Abd el-Malik bei der berühmten "Schlacht der drei Könige".

Bis 1603 dann hat Ahmed el-Mansour, der nach dem Feldzug durch das "Land der Schwarzen" und der einträglichen Plünderung von Timbuktu "Ed-Dehbi", "Der Vergoldete", genannt wird, in Marrakesch glanzvolle Bauten errichten lassen. Die königliche Nekropole stellt nun ein wahres Juwel maghrebinischer Baukunst dar. Die in der 2. Hälfte des 16. Jhs. erstarkte Familie der Alaouiten erobert unter ihren Führern Moulay Scherif, Moulay M'hammed und Moulay Rachid zu Beginn des 17. Jhs. das gesamte Land. In der Zeit von 1672 bis 1727 "befriedet" Moulay Ismail das Land mit einer Armee schwarzer Sklaven, die er zu einem Großteil aus dem Sudan erwirbt. Seine Residenz errichtet er in Meknès. Er ist es, der die Stadt durch einen zum Teil dreifachen Mauerring von zyklopischen Ausmaßen zu einer drohenden Feste macht. Moulay Ismail, jener Sultan, der seine Sklaven quält wie kein Zweiter, seine Kamele verhätschelt wie kein Anderer und Meknès mit seinem eigenen Schicksal verbindet. Nach seinem Tod herrscht Chaos im Lande, die Ordnung wird erst später durch seine Nachfolger Moulay Abdallah und Sidi Mohammed Ben Abdallah zeitraubend wieder hergestellt. 1765 wird der Hafen von Essaouira als wichtiger Umschlagplatz für aus Timbuktu kommende Waren erbaut. Nach verheerenden Dürrezeiten und Pestepidemien gegen Ende des Jahrhunderts entfaltet sich langsam der Feudalismus. In der Folge muss das Land gegen innere Unruhen und Instabilität ankämpfen.

Die in Europa aufkommenden Franzosen besetzen zunächst Algerien und errichteten, gedeckt durch ein Abkommen mit Großbritannien, eine "internationale Verwaltung" in Tanger. Dadurch wird in den Folgejahren der "Heilige Krieg" wieder belebt, doch die marokkanischen Truppen, die den algerischen Widerstand um Abd el-Kader unterstützen sollen, werden bei Oujdassvernichtend geschlagen. Auch die Konflikte zwischen Marokko und Spanien enden mit einer marokkanischen Niederlage, sodass sich Mohammed IV. zur Zahlung einer Entschädigung an Spanien verpflichtet und im Jahr 1860 Tétouan als Pfand genommen wird. Zudem werden die spanischen Hoheitsgebiete von Ceuta und Melilla erweitert; Casablanca wird das zweite Zentrum der Europäer. In den zwanzig Jahren nach 1873 reorganisiert Hassan I. Verwaltung und Armee und treibt die Entwicklung der Wirtschaft voran. Zu Beginn des neuen Jahrhunderts beschneidet der sog. "Akt von Algeciras" die marokkanische Unabhängigkeit und gesteht den Fremdmächten beträchtliche Freiheiten in Wirtschaft und Handel zu. Die Ermordung von Franzosen in Marrakesch und Casablanca im Jahr 1906 liefert nur den Vorwand für das Eingreifen französischer Truppen und die anschließende Teilbesetzung Marokkos (Oujdass, Casablanca). Die fünf Jahre später ausbrechenden Unruhen, bedingt durch die zwangsweise Anerkennung des Vertrags von Algeciras unter dem Druck ausländischer Banken angesichts hoher Schulden, lässt die Franzosen in Fès eindringen und führt im darauf folgenden Jahr 1912 zur Konvention von Fès. Abd el-Hafid unterzeichnet den Protektoratsvertrag mit Frankreich, wobei er zugunsten seines Halbbruders Youssouf auf den Thron verzichtet. Der Sultan bleibt nach wie vor Anführer der religiösen Gemeinschaft.

Während nun die Franzosen unter General Hubert Lyautey die politische Führung übernehmen, wird in Tiznit El-Hiba zum Gegensultan ausgerufen. In den folgenden zwei Jahrzehnten erweitern die Franzosen die Infrastruktur des Landes, Straßennetze, Eisenbahn, Häfen und Stauwerke werden gebaut, die Landwirtschaft entwickelt, Tanger wird zur internationalen Zone erklärt und Rabat Hauptstadt. Spanien erhält das Rifgebiet. Die Aneignung von Grundstücken treibt den Prozess der Kolonisierung weiter voran. Unter massivem Druck der französischen Militärmacht unterzeichnet 1930 der neue Sultan Mohammed V. einen Erlass, wonach die Berber der französischen Gerichtsbarkeit unterstellt werden und sich eine islamistisch geprägte nationalistische Bewegung formiert. Während des 2. Weltkriegs nimmt der Nationalismus in Marokko zu. Ab 1951 steht die "marokkanische Frage" auf der Tagesordnung der Generalversammlung der UNO. Im Jahr darauf fordert Mohammed V. in einer Rede im November die sofortige politische Befreiung Marokkos. Er wird 1953 verbannt, doch die Bevölkerung kann zwei Jahre später seine Rückkehr durchsetzen, wobei er in Rabât stürmisch bejubelt wird. Das französische Protektorat endet offiziell am 2.3.1956, und Frankreich und Spanien erkennen die Unabhängigkeit Marokkos unter Sultan Mohammed V. an, der internationale Status von Tanger endet ebenfalls.

1957 nimmt Mohammed V. den in Marokko neuen Titel eines Königs an. Nach seinem Tod 1961 übernimmt Hassan II. die Thronnachfolge und vollendet die ausgearbeitete und ab 1962 geltende Verfassung. Ein Jahr später finden die ersten Parlamentswahlen statt, im Zuge dessen Oppositionelle verhaftet werden. Ein Grenzkrieg mit Algerien lenkt von innenpolitischen Schwierigkeiten ab. 1969 wird die erste islamische Konferenz in Rabât abgehalten. 1971/72 überlebt der König zwei Putschversuche. Beim "Grünen Marsch" am 6.11.1975 überschreiten 350.000 Marokkaner die Grenze zur Westsahara. König Hassan II. war auf den Gedanken gekommen, einen friedlichen Marsch zu organisieren, in Gedenken an den Propheten, der einst triumphal nach Mekka zurückkehrte. Es gab einen schier unglaublichen Enthusiasmus im ganzen Land. Der König bestimmte die Teilnehmerzahl, und man stellte in den Rekrutierungsstellen fest, dass nahezu jeder Marokkaner willens war, den Weg in den Süden anzutreten. Am 6. November gibt der König schließlich den Auserwählten das Signal zum Aufbruch. Zur gleichen Zeit wird fieberhaft nach einer politischen Lösung gerungen. So wird dann der grüne Marsch gestoppt und damit begonnen, eine marokkanische Regierung einzusetzen, die die frühere spanische ersetzt. Die Spanier ziehen ab und den ersten Gouverneur, der von König Hassan II. nach El-Ayoun gesandt wird, empfängt die Bevölkerung der Sahara überschwänglich.

Im Anschluss an die Entkolonialisierung des Gebietes der Westsahara kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen mit der Befreiungsbewegung POLISARIO, die für einen eigenen Staat Sahara eintritt. 1988 akzeptieren Marokko und die POLISARIO den Westsahara-Friedensplan des UNO-Generalsekretärs Perez de Cuellar nur mit Einschränkungen, der ein Referendum in dem betroffenen Gebiet vorsieht. 1989 erfolgt die Gründung der Union des Arabischen Maghreb (UMA), wonach Marokko, Mauretanien, Tunesien, Algerien und Libyen eine enge wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit planen. 1993 wird in Casablanca die zweitgrößte Moschee der islamischen Welt eröffnet, die Grande Mosquée Hassan II. Am 23.7.1999 stirbt Hassan II. und sein ältester Sohn übernimmt die Thronfolge als Mohammed VI. In ihn, den man auch "König der Armen" nennt, werden große Hoffnungen gesetzt. In seiner ersten Rede an die Nation bekennt er sich zu Rechtsstaat, politischen Pluralismus, zur Achtung der Menschenrechte und zur Fortsetzung der marktwirtschaftlichen Reformen. Darüber hinaus lässt er etwa 8.000 Häftlinge frei und mildert für rund 38.000 Strafgefangene teilweise erheblich die Strafen. 2001 wird die Volksbefragung über die Zukunft der Westsahara verschoben.

Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem, konstitutionelle Monarchie, ein gesetzgebendes Organ.

Gesundheit

Schutzimpfungen sind in Marokko nicht mehr vorgeschrieben, dennoch können sich Individualreisende, die hauptsächlich in abgelegenen Gegenden unterwegs sind, gesundheitlichen Gefahren aussetzen. Aus diesem Grunde sind Impfungen gegen Tetanus, Typhus, Malaria und Hepatitis A ratsam. Trinken Sie nur abgefülltes Mineralwasser und waschen Sie frisches Obst! Darüber hinaus muss vor der Bilharziose, einer schweren Wurmkrankheit, gewarnt werden, welche man sich beim Baden in stehenden Gewässern und Bewässerungskanälen in Oasen der Präsaharagebiete holen kann. Fliegen sollten Sie besser von Augen, Lippen und Essen fern halten, dasssie - in unhygienischem Umfeld - die ägyptische Augenkrankheit, Trachom, übertragen können.

Falls Sie einen Arzt brauchen sollten, wenden Sie sich entweder an die Hotelrezeption, an das Auskunftsbüro oder an eine Apotheke (pharmacie). Es ist empfehlenswert, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Gesundheitsprophylaxe Marokko

Fortsetzung ¬

 


 


Alle Angaben und Informationen ohne Gewähr! Ein ganz besonderer Dank geht an die Schüler und Lehrer der Oberschule an der Marzahner Promenade in Berlin, die uns freundlicherweise Informationen aus ihrem privaten Projekt »Erdkunde-Online« insbesondere zu den Themen Umgangsformen, Familienstruktur, Flora & Faune, Geografie und Geschichte überlassen haben.

Hinweis: Während der Aktualisierungsphase, die eine gewisse Zeit dauern wird, können die gewünschten Infos ab 20. Januar 2006 per E-Mail angefordert werden.

Update 01.12.2005 17:13



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