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Politik
und Geschichte
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Andorra
ist seit der Zeit Karls des Großen unabhängig. 1278 wurde
der Status eines Fürstentums ohne Fürsten unter der geteilten
Oberhoheit (so genanntes Kondominium) des Bischof von Urgell
(Spanien) und der Grafen von Foix (heute in Rechtsnachfolge
der Präsident von Frankreich) geschaffen. Die Rechte der beiden
Co-Fürsten wurden im frühen 20. Jahrhundert von zwei nicht
in Andorra residierenden Delegierten ausgeübt. Diese entsandten
einen Vogt nach Andorra der die Aufsicht über die Gesetzgebung
und Verwaltung hatte und jährlich einen symbolischen Tribut
für die Co-Fürsten einnahm. Bis zum Jahr 1993 gab es in Andorra
keine klare Trennung der legislativen, exekutiven und judikativen
Gewalt.
Erst
die Verfassung von 1993 etablierte Andorra als einen souveränen
Staat mit einen parlamentarisch-demokratischen System. Die
beiden Co-Fürsten blieben Staatsoberhaupt (jeweils repräsentiert
durch einen in Andorra residierenden Vertreter). Die exekutive
Gewalt wurde jedoch einem dem Parlament verantwortlichen Ministerpräsidenten
übertragen. Es gibt drei Parteien, die Partit Liberal d'Andorra
(PLA - Liberale Partei Andorras), die Partit Socialdemocrata
(PS - Sozialdemokratische Partei) und die Partit Democrata
(PD - Demokratische Partei). Nur ein Bruchteil der Bevölkerung
ist wahlberechtigt: Die Staatsbürgerschaft kann erst nach
25 Jahren Aufenthalt erworben werden (Ausnahme sind die beiden
Staatsoberhäupter).
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| Verwaltungsgliederung |
Andorra besteht aus sieben parròqies
(Sg. parròqia, wörtlich Pfarreien, tatsächlich Gemeinden): Andorra
la Vella (Hauptstadt; 20.700 Einwohner) Canillo Encamp (10.600)
Escaldes-Engordany (15.500) La Massana (6.400) Ordino Sant Julià
de Lòria (7.600) |
| Bevölkerung |
Andorra hat 65.844 Einwohner, davon
sind Katalanen 36,0 % Spanier 40,6 % Portugiesen 10,2 % Franzosen
6,5 % Sonstige 6,7 % Der überwiegende Teil der Andorraner spricht
Spanisch (58 %), Katalanisch wird von 35 % gesprochen, Französisch
von 7 %. Das jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 5,0 % Die
durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 80 Jahre. Die Säuglingssterblichkeit
beträgt 0,6 %, die Kindersterblichkeit 0,7 %. Der überwiegende
Teil der Andorraner bekennt sich zur römisch-katholischen Kirche.
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| Klima |
Aufgrund seiner Lage in einem
Hochtal - mehr als ein Drittel Andorras liegt oberhalb der Waldgrenze
- herrscht ein relativ kühles Gebirgsklima vor. Im Januar liegen
die Temperaturen im Mittel bei -7 °C, im Sommer klettert das
Thermometer auf 26 °C. |
| Naturressourcen |
Das kleine Fürstentum verfügt über so gut wie keine Naturressourcen,
allenfalls Wasser wäre zu nennen. Früher war Andorra trotz
seiner Gebirgslage ein Agrarland, im Laufe der Jahre beschränkte
sich die Landwirtschaft jedoch weitgehend auf die Viehhaltung.
Das Land lebt heute vor allem vom Tourismus (Wintersport!),
rund 300 Hotels sowie Sport- und Ferienzentren stehen zur
Verfügung.
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| Literatur |
Max Frisch schrieb 1961 das Theaterstück
"Andorra", das allerdings in einem fiktiven, und nicht dem realen
Land Andorra spielt. |