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Von A wie Ägypten bis Z wie Zypern: Wissenswertes und Tipps für Reisende in die Länder dieser Erde !

 

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Japan [Teil 1]

Allgemeine Landesdaten

Offizieller Name: Nihon.

Fläche: 377.835 km²

Einwohnerzahl: 127.100.000 (2001)

Größte Städte: Tokio (Hauptstadt) - 8,1 Mio, Yokohama - 3,4 Mio, Osaka - 2,6 Mio, Nagoya - 2,2 Mio, Sapporo - 1,8 Mio, Kobe - 1,5 Mio, Kioto - 1,5 Mio, Fukuoka - 1,3 Mio, Kawasaki - 1,3 Mio, Hiroshima - 1,1 Mio Einwohner.

Offizielle Landessprache: Japanisch.

Bevölkerungsgruppen: Japaner 99,1 %, Koreaner 0,5 %, Chinesen 0,2 %, Andere 0,2 % (1997).

Religion: Die Mehrzahl der Japaner sind Anhänger des Shintoismus 93,1 % und des Buddhismus 69,6 %, Christen 1,2 %, Andere 8,1 % (1995).

Lebenserwartung: Männer - 77,5, Frauen - 84,0 (2000).

Auskunft

Auskunft vor der Reise

Japanische Fremdenverkehrszentrale (Japan National Tourist Organization, JNTO)
Kaiserstr. 11, 60311
Frankfurt a. M.
Tel.: 069 20353
Fax: 069 284281
www.jnto.go.jp

Für alle deutschsprachigen Länder ist Frankfurt zuständig. Hier erhält man den nützlichen Prospekt der preiswerten "Welcome Inns".

Japan Travel Bureau
Große Friedberger Str. 23, 60313 Frankfurt a. M., Tel.: 069 299878-21 / -22, Fax: 295854
Reisnerstr. 5/22, 1030 Wien, Tel.: 01 71609, Fax: 7180605
Rue de Lausanne, 1201 Genf, Tel.: 022 7320740, Fax: 022 7329757.

Hier kann man u. a. den "Japan Rail Pass" bekommen.

Auskunft in Japan 

Englischer Auskunftsservice der Japan National Tourist Organization (gratis, tgl. 9.00 - 17.00 Uhr): Tel.: 0088 22 4800, auch Tel.: 0120 444 800; in Tokio 3201 3331, in Kyoto 371 5649.

Besonderheiten

Umgangsformen

Die Verbeugung ist die typische japanische Begrüßung. Um Achtung oder Bescheidenheit auszudrücken, verbeugt man sich tiefer als die andere Person. Für ausländische Besucher ist ein leichter Händedruck am angemessensten. In der streng hierarchischen Gesellschaft Japans spielen Titel bei der Vorstellung eine große Rolle. Als Anrede dient der Familienname, an den die Silbe -san angehängt wird. Wer in Deutschland mit Herr Ogushi angeredet wird, wird in Japan “Ogushi-san” genannt. Der Gebrauch von Vornamen bleibt Verwandten und Freunden vorbehalten. Unter Geschäftsleuten ist der Austausch von Visitenkarten ein wichtiges Ritual. Die Karten werden mit beiden Händen überreicht und entgegengenommen und dann aufmerksam betrachtet. Grüße hängen von der Beziehung der Beteiligten ab. Ein Angestellter grüßt einen höherstehenden Kollegen mit Ohayo gozaimasu (“Guten Morgen”), einen Kunden dagegen mit Irasshaimase (“Willkommen”). Wenn sich Geschäftsleute zum ersten Mal treffen, ist Hajime mashite (“Erfreut, Sie kennen zu lernen”) eine beliebte Formel, Konnichi wa (“Guten Tag”) der üblichste Gruß. Ohayo (die informelle Variante für “Guten Morgen”) oder Genki? (“Geht es dir gut?”) wird häufig von Jugendlichen verwendet. Besuche werden in der Regel vorher verabredet; in urbanen Gebieten ist es nicht üblich, dass Nachbarn sich unangekündigt besuchen. Bevor man den Wohnbereich betritt, zieht man die Schuhe aus. Meistens gibt es zwischen der Eingangstür und dem Wohnraum einen kleinen, Genkan genannten Vorraum, in dem die Schuhe auf dem Boden so nebeneinander gestellt werden, dass ihre Spitzen nach draußen weisen. Vor dem Betreten des Genkan ist das Ablegen des Mantels üblich. In Innenräumen werden oft Hausschuhe getragen, ein Raum, der mit Reisstrohmatten (Tatami) ausgelegt ist, muss barfuß betreten werden. Außerdem existieren besondere Schuhe für Bad und Toilette. Den Gästen werden die bequemsten Plätze angeboten. In traditionell japanisch eingerichteten Räumen sitzt man auf dem Boden. Wenn einem Essen angeboten wird, sollte man erst nach einigem Zögern annehmen. Dies gilt nicht für Erfrischungen. Höflichkeit ist jedoch oberstes Gebot. Besucher bringen dem Gastgeber üblicherweise Obst oder Kuchen mit. Geschenke, denen ein großer Symbolwert zukommt, werden mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung überreicht und entgegengenommen. Es ist nicht üblich, Geschenke in Gegenwart der Geber zu öffnen. Das Jahresende ist eine besonders wichtige Zeit für das Austauschen von kostbaren Geschenken an Verwandte, Freunde und Geschäftsleute, um sich bei ihnen für ihre Freundlichkeit während des Jahres zu bedanken.

Es gehört sich nicht, in der Öffentlichkeit ein Taschentuch zu benutzen. Lautstark die Nase hochzuziehen dagegen, lässt jeden wissen, man habe alles unter Kontrolle. Ebenso schlurfe man bei Laufen kräftig, das erspart einem im Ernstfall die Frage, ob man mal eben irgendwo vorbeigelassen würde, denn man wurde schon längst gehört.

In Bussen und U-Bahnen sind in den meisten Wagen einige Sitze von anderer Farbe. Diese sind für ältere Menschen reserviert und wer sich nicht für alt hält, der steht davor. Die drei Lieblingsbeschäftigungen des Japaners nach getaner Arbeit sind:
Pachinko: Das sind meist riesige und extrem laute Spielhallen, man findet sie in fast jeder größeren Straße. Hier hockt Jung und Alt oft stundenlang vor den Automaten.
Karaoke: Ob man kann oder nicht, hier wird den Lieblingsstars nachgeeifert. Karaoke (leeres Orchester) kann man in vielen Bars oder auch in speziellen Räumen in kleinere Gruppe praktizieren.
Biergarten: Diese befinden sich zum Beispiel auf vielen höheren Häusern auf dem Dach, was besonders an warmen Sommerabenden angenehm ist. Am günstigsten kommt man in solchen, wo man einen Eintrittspreis zwischen 3000 und 4000 Yen bezahlt und dann nach Herzenslust Bier trinken und von einem meist sehr reichhaltigen Büffet essen kann. Allerdings schließen die meisten punkt 21:00 Uhr.

Viele Dinge des Privatlebens spielen sich in Japan in der Öffentlichkeit ab. Auf Grund des Platzmangels kann man sich oftmals den Luxus eines Privatlebens nicht leisten. So braucht es einen nicht zu wundern, wenn am Sonntagmorgen der Familienvater auf der Straße vor seinem Haus steht und gedankenversunken mit seinem Golf- oder Tennisschläger in der Hand noch einmal irgendwelche Bewegungsabläufe durchgeht.

Seine Essstäbchen darf man nicht senkrecht in das Essen z. B. in sein Reisschälchen stecken, dassauf diese Art nach einem buddhistischen Brauch den Toten ihr Essen gereicht wird. Ebenso reicht man nichts von seinen Stäbchen auf die eines Tischnachbarn, denn nach einem anderen buddhistischen Begräbnis-Ritual werden so die Knochen aus der Asche des Verstorbenen den Hinterbliebenen mit Stäbchen gereicht.

In Gesellschaft sagt man vor dem Essen itadakimasu (wörtlich: ich werde bekommen) und nach dem Essen gochisosama deshita (war schmackhaft und sättigend). Nach dem Essen bricht gewöhnlich ein Streit darüber aus, wer die Rechnung bezahlen darf. Die Höflichkeit gebietet es, dass man zumindest einmal den Versuch unternimmt, in den Genuss dieses Privilegs zu gelangen. 

Wenn eine höher gestellte Persönlichkeit einem Untergebenen das Glas füllt, so gebietet es die Höflichkeit, dass dieser es in einem Zuge leert.

Weltkulturerbe

Adelssitz Himeji-jo; Buddhistische Heiligtümer von Horyu-ji; Wald von Ikushima; Buchenwald von Shirakami; Baudenkmäler und Gärten der Kaiserstadt Kyoto; Historische Dörfer von Shirakawago und Gokayama; Friedensdenkmal von Hiroshima; Shinto-Schrein von Itsukushima; Baudenkmäler und Gärten der Kaiserstadt Nara; Schreine und Tempel von Nikko.

Bilder

Bilder aus Japan.

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Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft in Tokio
4 - 5 - 10 Minami Azabu, Minato - ku, Tel.: 03 3473 0151, Fax: 3473 4243.

Deutsches Generalkonsulat in Osaka
UmedassSky Bldg. Tower East, 35 F, 1 - 1 - 88 - 36 00, Oyodo - naka, Kita - ku, Tel.: 06 6440 5070, Fax: 6440 5080.

Österreichische Botschaft in Tokio
1 - 1 - 20 Moto - Azabu, Minato - ku, Tel.: 03 3451- 8281, Fax: 3451 82 83.

Botschaft der Schweiz in Tokio
5 - 9 - 12 Minami - Azabu, Minato - ku, Tel.: 03 3473- 0121, Fax: 3473 60 90.

Einreise und Ausreise

Flugzeug

 

Bahn und Schiff

 

Familienstruktur Männer heiraten durchschnittlich mit 27, Frauen mit 26 Jahren. Die Hochzeitsfeierlichkeiten sind oft aufwändig und kostspielig und finden meistens in Hotels statt. Nicht selten trägt das Paar bei der religiösen Zeremonie traditionelle Kleidung. Für Hochzeitsfotos und die eigentliche Feier wird eine westliche Hochzeitsgarderobe angelegt. Die Gäste bringen Geschenke mit (meistens Bargeld) und bekommen zum Abschied selbst Geschenke vom Hochzeitspaar. Die Familie spielt in Japan eine zentrale Rolle. Der Vater übernimmt die Rolle des Familienoberhaupts, die Mutter ist für den Haushalt verantwortlich. Heutzutage arbeiten viele Frauen außer Haus. Immer noch ziehen Eltern im Alter zu den Familien der verheirateten Kinder, aber dies wird zunehmend seltener. In den Städten leben die Familien in Hochhauswohnungen oder in kleinen Eigenheimen. Größere Einfamilienhäuser gibt es in den weniger dicht besiedelten Gegenden.
Flora & Fauna Etwa zwei Drittel des Landes nehmen große Waldgebiete ein, doch nur an wenigen Orten ist die ursprüngliche Vegetation erhalten geblieben. In den bewaldeten Bergen im Landesinneren ist eine artenreiche Tierwelt vertreten. Hier leben u.a. Wildschweine, Bären und Waschbären, Hase, Rotwild, Antilopen und Affen.
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Fotografieren

Filme sind teurer als in Deutschland, ansonsten ist das Fotografieren in Japan, wie nicht anders zu erwarten, überall problemlos möglich.

Tipps zum Fotografieren:
 

Licht

Licht ist für den Fotografen das primäre Gestaltungsmittel. Ideale Bedingungen hat man am frühen Morgen, wenn das Licht weich ist und Mitteltöne gut herausgearbeitet werden können. Die grelle Mittagssonne wirft harte Schatten und ist daher problematisch. Demgegenüber eröffnet das modulierende Abendlicht interessante Perspektiven. Dann nämlich erscheinen die Farben satt, während die Schatten lang und weich fallen.

Schnappschüsse

Spontaneität ist zwar beim Fotografieren gut, Planung ist jedoch besser – insbesondere wenn die Kamera etwas langsam ist. Damit Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen, sollten Sie Ihre Kamera vorher weitgehend manuell eingestellt haben. Anhand eines fiktiven Punktes lässt sich die Entfernung abschätzen und die Belichtungswerte vorab ermitteln.

 

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Geografie Die nördlichste der vier Hauptinsel ist Kokkaido. Ihre Hauptgebirge sind das Kitamigebirge im Norden und das Hidakagebirge im Süden. Eine dritte Gebirgskette im Westen wird von den beiden anderen durch die Ishikari-Ebene getrennt. Südwestlich von Hokkaido, jenseits der Tsugarustraße, liegt Honschu, die größte und am dichtesten besiedelte Insel Japans. Von ihrem Nordende aus setzen sich die Gebirge nach Süden als Kotakamikette fort, die über der Pazifikküste von Nordhonschu aufragt. Im Herzen der Insel erheben sich die japanischen Alpen und im Südosten steigt der Vulkan Fudschijama auf, Japans höchster Berg. Östlich des Fuschijamas erstreckt sich über etwa 13.000 qkm Japanas größtes Tiefland - die Kantoebene. Die Hauptstadt Tokio befindet sich an ihrer Südseite, an der Bucht von Tokio. Die am weitesten westlich gelegene Insel Kiuschu wird von Honschu im Norden durch die enge Kanmonstraße und von Shikoku im Osten durch den Bungokanal getrennt. Kiuschus zentrale Gebirge erheben sich mit mehreren Gipfel bis über 1500 m. Japan hat viel Flüsse, die meist kurz und wasserreich sind und vergleichsweise nur kleine Gebiete entwässern. Überschwemmungen sind in den tiefer gelegenen Küstenregionen ein allgegenwärtiges Problem. Japan ist Erdbebengebiet und zugleich Vulkanausbrüchen ausgesetzt. Seitdem die Beben registriert werden, haben über 60 Erdbeben bzw. Vulkanausbrüche stattgefunden. Die am stärksten betroffenen Gebiete sind Südkiuschu und Nord- und Zentralhonschu.
Geschichte

Einheimischen Mythen zufolge wurde das Inselland durch shintoistische Gottheiten aus dem Meer erschaffen. Um 350 gelang es dem Lokalherrscher der Region Yamato (Gebiet um Kyoto), die übrigen Fürstentümer unter seiner Vorherrschaft zu einen. Seinen Anspruch auf die Kaiserwürde begründete er mit seiner Abstammung von der mythischen Sonnengöttin Amaterasu, die Japans Kaiserfamilie bis heute als Urahnin verehrt. Von China übernahm das Kaiserhaus Kultur und Schrift; der Buddhismus kam auf dem Weg über Korea ins Land und wurde vorübergehend Staatsreligion. In der Taika-Reform 646 schuf Kaiser Kotoku nach chinesischem Vorbild einen zentralistischen Beamtenstaat. Im 11. Jh. drängte der erstarkende Schwertadel (Samurai) den Einfluss des Hofadels zurück: 1192 ließ sich Kriegsherr Yoritomo vom machtlosen Hof als Militärregent (Shogun) einsetzen. Fortan, bis 1867, lebten die Kaiser an ihrem Hof in Kyoto überwiegend als Marionetten mächtiger Kriegsherren. Mit dem Sieg in der Schlacht von Sekigahara 1600 beendete Tokugawa Ieyasu (1543- 1616) die über 100 Jahre tobenden inneren Kämpfe rivalisierender Feudalherren und einigte Japan unter seiner Vorherrschaft.

In der Tokugawa-Zeit (1603- 1867) regierten die Shogune das Land mit eiserner Hand von Edo (dem heutigen Tokio) aus. Um ihre Macht zu sichern, verboten sie das Christentum und schotteten Japan- bis auf eine holländische Kaufmannkolonie bei Nagasaki- von europäischen Einflüssen ab. Im Inneren überzog die Tokugawa-Dynastie Japan mit einer rigiden konfuzianischen Ständeordnung, an deren Spitze der Kriegeradel rangierte- gefolgt von Bauern, Handwerkern und Kaufleuten. Als der amerikanische Kommodore Matthew Perry 1853 mit 4 "schwarzen Schiffen" in der Bucht von Edo aufkreuzte, konnte die Shogunats-Regierung dem Druck des Westens auf Öffnung des Landes nicht länger standhalten. Ab 1854 willigte Japan gegenüber den USA und anderen Westmächten in ungleiche Handelsverträge ein. Das Nachgeben beschleunigte den innenpolitischen Autoritätsverfall des Shogunats: Mit dem Schlachtruf "Sonno-Joi" (Verehrt den Kaiser, vertreibt die Barbaren) stürzte ein Bündnis aus regimefeindlichen Fürsten, nationalistischen Samurai und konservativen Hofadligen 1867 den letzten Tokugawa-Shogun Yoshinobu. Im Zuge der Meiji-Restauration von 1868 setzten Japans neue Machthaber den erst 15-jährigen Tenno Mutsuhito (1852- 1912) in seine Rechte als göttlicher Souverän ein.

Aus der Abgeschiedenheit von Kyoto verlegte der Meiji-Kaiser seine Hof in das 400 Kilometer entfernte Edo, das fortan Tokio (östliche Hauptstadt) hieß. Die eigentliche Macht besaß indes eine Gruppe von ehemaligen Angehörigen der Kriegerkaste der Samurai. Unter dem strategischen Leitsatz "Bereichert das Land, stärkt die Armee" katapultierten sie Japan mit Reformen nach westlichem Vorbild in die Moderne. Die sozialen und politischen Verwerfungen der Modernisierung versuchten die Meiji-Oligarchen nach preußischem Vorbild mit der autoritären Verfassung von 1889 zu überdecken: Die Verfassung zementierte die Rolle des Tennos als "heiliges und unverletzliches" Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Mit der ebenfalls nach preußischem Vorbild modernisierte Armee weitete das Königreich seinen Einfluss in Ostasien zielstrebig aus. Durch die Siege über China (1895), Russland (1905) und durch die Annexion Koreas (1910) stieg Japan zur ersten "nicht- weißen" Führungsmacht in der Region auf; 1911 schüttelte es die ungleichen Verträge mit dem Westen ab. Am Ersten Weltkrieg nahm Japan als Bündnispartner Großbritanniens teil. Nach dem Krieg traten die Widersprüche der Modernisierung im Korsett einer traditionellen Gesellschaft immer krasser hervor. Die schwere Wirtschaftskrise Ende der 20er-Jahre traf vor allem die verarmte Landbevölkerung; mit ultranationalistischen Heilslehren machte sich die kaiserliche Armee zum Sprachrohr der Unzufriedenen. 1931 besetzte die Armee auf eigene Faust die Mandschurei, 1937 lösten japanische Truppen mit einer Schießerei an der Marco- Polo- Brücke bei Peking den bis 1945 dauernden Krieg mit China aus.

Durch den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien 1940 versuchte Japan, seine geplante "neue Ordnung" in Ostasien abzusichern. Als Antwort auf Japans militärische Expansion verhängten die USA 1941 ein Ölembargo gegen das Land. Mit dem Überraschungsangriff auf den amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 startete Japan den Pazifischen Krieg; gleichzeitig eroberten japanische Truppen große Teile Südostasiens. Nach anfänglichen Kriegserfolgen wurden die Japaner von den USA aus der 1943 ausgerufenen "Großostasiatischen Wohlstandssphäre" auf die japanischen Hauptinseln zurückgedrängt. Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 nahm Tenno Hirohito in einer Rundfunkansprache die bedingungslose Kapitulation hin. Auf Druck des US- Besatzungsgenerals Douglas MacArthur entsagte der Tenno 1946 dem Anspruch auf Göttlichkeit; in der neuen Verfassung von 1947 fungiert er nur mehr als "Symbol des Staates und der Einheit des Volkes". Im Friedensvertrag von San Francisco verzichtete Japan auf alle territorialen Eroberungen; 1952 erhielt Japan seine Souveränität zurück. Im Zeichen des Kalten Krieges mit der Sowjetunion rückten die USA langsam von ihrer anfänglichen Politik der Entmilitarisierung, Demokratisierung und Umstrukturierung der Wirtschaft Japans ab. Mit Ausnahme hoher Militärs überstanden die meisten Politiker und Bürokraten den Tokioer Kriegsverbrecherprozess (1946- 48) ungeschoren.

Auf Drängen der USA begann Japan mit der Wiederaufrüstung. 1955 schlossen sich konservative politische Kräfte zur Liberaldemokratischen Partei (LDP) zusammen, die- mit Unterbrechung von 1993 bis 1996- die Ministerpräsidenten des Landes stellte. 1960 schlossen Japan und die USA einen Sicherheitsvertrag, der Japan unter den militärischen Schutz der USA stellt. Nach der militärischen Niederlage 1945 konzentrierte sich Japan auf die ökonomische Aufholjagd mit dem Westen: Bürokraten des Ministeriums für internationalen Handel und Industrie (Miti) trieben nun Wirtschaftsstrategien voran, deren Grundlagen sie zum Teil im Zuge der Kriegswirtschaft gelegt hatten. 1965 wies Japan erstmals nach dem Krieg einen Handelsüberschuss aus, 1968 übertraf sein Bruttosozialprodukt bereits das der Bundesrepublik Deutschland. 1972 legte Ministerpräsident Kakuei Tanaka einen "Plan für Neugestaltung des japanischen Archipels" vor; 1974 trat er wegen der Bestechungsaffäre um den amerikanischen Flugzeughersteller Lockheed zurück; 1976 wurde Tanaka vorübergehend verhaftet. (Bis 1993 stellte die LPD insgesamt 9 weitere Ministerpräsidenten.) Seit Beginn der 80er-Jahre verursachten Japans Exportoffensiven immer wieder Handelspannungen mit den USA und Westeuropa. 1993 löste ein oppositionelles Parteienbündnis die seit 1955 regierende LDP ab. Ministerpräsident Morihiro Hosokawa trat an, den chronischen Filz zwischen Politik, Bürokratie und Wirtschaft aufzubrechen, musste aber 1994 selbst wegen dubioser Finanzgeschäfte zurücktreten.

1995 erschütterten das schwere Erdbeben von Kobe sowie der Giftgasanschlag der Aum-Sekte auf die Tokioter U- Bahn den Glauben der Japaner an die Sicherheit ihres Landes. Anfang 1996 errang die LDP unter Ryutaro Hashimoto wieder das Amt des Ministerpräsidenten. Doch der musste schon im Juli 1998, nach einer schweren Niederlage bei den Oberhauswahlen, wieder zurücktreten. Die Asienkrise 1997/98 macht deutlich, wie ungenügend Japan seinem Anspruch als politische und wirtschaftliche Führungsmacht in Ostasien gerecht wird. Durch den landesüblichen Zwang zum Konsens wie gelähmt, erweist sich die politische Führung in Tokio unfähig, die einseitige Orientierung auf den Export zugunsten einer dauerhaften Ankurbelung der Binnenwirtschaft aufzugeben. Eine wachsende Staatsverschuldung, steigende Arbeitslosigkeit und die rapide Vergreisung der Bevölkerung bedrohen die gesellschaftliche Stabilität. Außenpolitisch konnte sich der asiatische Wirtschaftsriese bisher nicht aus seiner Rolle als politischer Zwerg gegenüber der einstigen Besatzungsmacht und den jetzigen Bündnispartner USA befreien. Japans Weigerung, sich sowohl politisch als auch juristisch eindeutig zu seinen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg zu bekennen, schürt das Misstrauen der asiatischen Nachbarn. Territoriale Konflikte mit China (Senkaku- Inseln) und Korea (Tokdo/Takeshima- Inseln) sind nur vertagt, nicht gelöst. Das Vorhaben, mit Russland einen Friedensvertrag zu schließen, scheiterte bisher am Konflikt um die russischen besetzten Südkurilen, deren Rückgabe Tokio fordert. Vergebens bemüht sich Japan bisher um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinigten Nationen.

Die japanische Regierung von Ministerpräsident Keizo Obuchi (62) verabschiedete am 10.11.1999 in Tokio zur Überwindung der Wirtschaftskrise eines der größten Konjunkturpakete aller Zeiten in Höhe von umgerechnet rund 320 Mrd DM. Mit den staatlichen Investitionen sollen die Binnennachfrage stimuliert sowie kleine und mittlere Firmen unterstützt werden. Nach Schätzungen trägt das Konjunkturprogramm innerhalb eines Jahres 2,5 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum bei. Nach Jahren kontinuierlichen Aufschwungs war die wirtschaftliche Entwicklung Japans u.a. wegen der Asienkrise 1997 nur um 0,8 % gestiegen und 1998 sogar um 2,6 % zurückgegangen. Insbes. die Exporte in die asiatischen Nachbarländer (u.a. Korea-Süd, Malaysia, Thailand) gingen 1998 gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozentpunkte zurück. Die Arbeitslosigkeit stieg 1998 auf den für japanische Verhältnisse hohen Wert von 4,4 % (zum Vergleich 1990: rund 2 %). Nach dramatischen Tagen der Ungewissheit, seit Japans Ministerpräsident Keizo Obuchi im Koma liegt und die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt in ein politisches Vakuum zu taumeln drohte, lief am 05.04.2000 wieder alles wie gewohnt perfekt. Ohne erkennbares Problem wurde der 62-jährige Yoshiro Mori im Blitzverfahren zum LDP- und dann zum Regierungschef gewählt. Der enge Obuchi-Verbündete Mori erhielt am Vormittag von den Abgeordneten der Liberal-Demokratischen Partei das Vertrauen und am Nachmittag in beiden Kammern des Tokioter Reichstages die klare Mehrheit bei der Wahl zum Regierungschef. Im Unterhaus, der entscheidenden Parlamentskammer, bekam Mori 335 von insgesamt 488 Stimmen.

Kurz darauf stellte der 85. Premier in der japanischen Geschichte sein Kabinett vor, das absolut identisch mit dem seines Vorgängers ist. Schon am Abend wurde die Regierung von Kaiser Akihito vereidigt. Um 22 Uhr traf sich das Kabinett zu einer ersten Konferenz unter dem neuen Chef, für 23 Uhr war eine Pressekonferenz anberaumt. Am kommenden Freitag will der ehemalige Generalsekretär der LDP seine Regierungserklärung abgeben. Mori, der nach dem ersten Chaos in parteiinternen Verhandlungen erstaunlich schnell zum Kabinettschef ernannt wurde, will erklärtermaßen Obuchis Politik zur Wiederbelebung der japanischen Wirtschaft fortsetzen. Diese hat zwar zu einer langsamen Erholung, insgesamt aber immer noch nicht zu einem selbsttragenden Aufschwung geführt. Um sein Ziel zu erreichen, werde er auch strukturelle Reformen durchführen, kündigte Mori am Mittwoch an. Solche Veränderungen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit Japans verbessern und das starre Bildungssystem auf Vordermann bringen sollen, erwartet vor allem auch die Wirtschaftsführung Nippons vom neuen Mann an der Staatsspitze.

Aktuelle Entwicklung: Ein symbolisches Kriegsverbrechertribunal hat Japan wegen sexueller Gewaltverbrechen an Frauen im Zweiten Weltkrieg schuldig gesprochen. Die Regierung unter dem damaligen Kaiser Hirohito habe Tausende von asiatischen Frauen als "Sexsklavinnen" für ihre Soldaten systematisch missbraucht, erklärte das Tribunal unter Vorsitz einer US-amerikanischen Richterin. Nordkorea hat Japan wegen des Unterganges eines Schiffes nach einem Beschuss durch die japanische Küstenwache "brutale Piraterie und Terrorismus" vorgeworfen. In einer Erklärung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA wurde der Vorwurf Japans zurückgewiesen, es habe sich um ein nordkoreanisches Spionage- oder Schmugglerfahrzeug gehandelt.

Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem; konstitutionelle Monarchie; zwei gesetzgebende Organe.

Gesundheit

 

Gesundheitsprophylaxe Japan

Fortsetzung ¬

 


 


Alle Angaben und Informationen ohne Gewähr! Ein ganz besonderer Dank geht an die Schüler und Lehrer der Oberschule an der Marzahner Promenade in Berlin, die uns freundlicherweise Informationen aus ihrem privaten Projekt »Erdkunde-Online« insbesondere zu den Themen Umgangsformen, Familienstruktur, Flora & Faune, Geografie und Geschichte überlassen haben.

Hinweis: Während der Aktualisierungsphase, die eine gewisse Zeit dauern wird, können die gewünschten Infos ab 20. Januar 2006 per E-Mail angefordert werden.

Update 01.12.2005 14:30



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