Religion: Die Mehrzahl der Japaner sind Anhänger
des Shintoismus 93,1 % und des Buddhismus 69,6 %, Christen
1,2 %, Andere 8,1 % (1995).
Lebenserwartung: Männer - 77,5, Frauen - 84,0 (2000).
Auskunft
Auskunft vor der Reise
Japanische Fremdenverkehrszentrale (Japan National Tourist
Organization, JNTO)
Kaiserstr. 11, 60311
Frankfurt a. M.
Tel.: 069 20353
Fax: 069 284281 www.jnto.go.jp
Für alle deutschsprachigen Länder ist Frankfurt zuständig.
Hier erhält man den nützlichen Prospekt der preiswerten
"Welcome Inns".
Japan Travel Bureau
Große Friedberger Str. 23, 60313 Frankfurt a. M., Tel.: 069
299878-21 / -22, Fax: 295854
Reisnerstr. 5/22, 1030 Wien, Tel.: 01 71609, Fax: 7180605
Rue de Lausanne, 1201 Genf, Tel.: 022 7320740, Fax: 022 7329757.
Hier kann man u. a. den "Japan Rail Pass" bekommen.
Auskunft in Japan
Englischer Auskunftsservice der Japan National Tourist Organization
(gratis, tgl. 9.00 - 17.00 Uhr): Tel.: 0088 22 4800, auch
Tel.: 0120 444 800; in Tokio 3201 3331, in Kyoto 371 5649.
Besonderheiten
Umgangsformen
Die Verbeugung ist die typische japanische Begrüßung. Um
Achtung oder Bescheidenheit auszudrücken, verbeugt man sich
tiefer als die andere Person. Für ausländische Besucher ist
ein leichter Händedruck am angemessensten. In der streng hierarchischen
Gesellschaft Japans spielen Titel bei der Vorstellung eine
große Rolle. Als Anrede dient der Familienname, an den die
Silbe -san angehängt wird. Wer in Deutschland mit Herr Ogushi
angeredet wird, wird in Japan “Ogushi-san” genannt. Der Gebrauch
von Vornamen bleibt Verwandten und Freunden vorbehalten. Unter
Geschäftsleuten ist der Austausch von Visitenkarten ein wichtiges
Ritual. Die Karten werden mit beiden Händen überreicht und
entgegengenommen und dann aufmerksam betrachtet. Grüße hängen
von der Beziehung der Beteiligten ab. Ein Angestellter grüßt
einen höherstehenden Kollegen mit Ohayo gozaimasu (“Guten
Morgen”), einen Kunden dagegen mit Irasshaimase (“Willkommen”).
Wenn sich Geschäftsleute zum ersten Mal treffen, ist Hajime
mashite (“Erfreut, Sie kennen zu lernen”) eine beliebte Formel,
Konnichi wa (“Guten Tag”) der üblichste Gruß. Ohayo (die informelle
Variante für “Guten Morgen”) oder Genki? (“Geht es dir gut?”)
wird häufig von Jugendlichen verwendet. Besuche werden in
der Regel vorher verabredet; in urbanen Gebieten ist es nicht
üblich, dass Nachbarn sich unangekündigt besuchen. Bevor man
den Wohnbereich betritt, zieht man die Schuhe aus. Meistens
gibt es zwischen der Eingangstür und dem Wohnraum einen kleinen,
Genkan genannten Vorraum, in dem die Schuhe auf dem Boden
so nebeneinander gestellt werden, dass ihre Spitzen nach draußen
weisen. Vor dem Betreten des Genkan ist das Ablegen des Mantels
üblich. In Innenräumen werden oft Hausschuhe getragen, ein
Raum, der mit Reisstrohmatten (Tatami) ausgelegt ist, muss
barfuß betreten werden. Außerdem existieren besondere Schuhe
für Bad und Toilette. Den Gästen werden die bequemsten Plätze
angeboten. In traditionell japanisch eingerichteten Räumen
sitzt man auf dem Boden. Wenn einem Essen angeboten wird,
sollte man erst nach einigem Zögern annehmen. Dies gilt nicht
für Erfrischungen. Höflichkeit ist jedoch oberstes Gebot.
Besucher bringen dem Gastgeber üblicherweise Obst oder Kuchen
mit. Geschenke, denen ein großer Symbolwert zukommt, werden
mit beiden Händen und einer leichten Verbeugung überreicht
und entgegengenommen. Es ist nicht üblich, Geschenke in Gegenwart
der Geber zu öffnen. Das Jahresende ist eine besonders wichtige
Zeit für das Austauschen von kostbaren Geschenken an Verwandte,
Freunde und Geschäftsleute, um sich bei ihnen für ihre Freundlichkeit
während des Jahres zu bedanken.
Es gehört sich nicht, in der Öffentlichkeit ein Taschentuch
zu benutzen. Lautstark die Nase hochzuziehen dagegen, lässt
jeden wissen, man habe alles unter Kontrolle. Ebenso schlurfe
man bei Laufen kräftig, das erspart einem im Ernstfall die
Frage, ob man mal eben irgendwo vorbeigelassen würde, denn
man wurde schon längst gehört.
In Bussen und U-Bahnen sind in den meisten Wagen einige
Sitze von anderer Farbe. Diese sind für ältere Menschen reserviert
und wer sich nicht für alt hält, der steht davor. Die drei
Lieblingsbeschäftigungen des Japaners nach getaner Arbeit
sind: Pachinko: Das sind meist riesige
und extrem laute Spielhallen, man findet sie in fast jeder
größeren Straße. Hier hockt Jung und Alt oft stundenlang vor
den Automaten. Karaoke: Ob man kann oder nicht,
hier wird den Lieblingsstars nachgeeifert. Karaoke (leeres
Orchester) kann man in vielen Bars oder auch in speziellen
Räumen in kleinere Gruppe praktizieren. Biergarten: Diese befinden sich
zum Beispiel auf vielen höheren Häusern auf dem Dach, was
besonders an warmen Sommerabenden angenehm ist. Am günstigsten
kommt man in solchen, wo man einen Eintrittspreis zwischen
3000 und 4000 Yen bezahlt und dann nach Herzenslust Bier trinken
und von einem meist sehr reichhaltigen Büffet essen kann.
Allerdings schließen die meisten punkt 21:00 Uhr.
Viele Dinge des Privatlebens spielen sich in Japan in der
Öffentlichkeit ab. Auf Grund des Platzmangels kann man sich
oftmals den Luxus eines Privatlebens nicht leisten. So braucht
es einen nicht zu wundern, wenn am Sonntagmorgen der Familienvater
auf der Straße vor seinem Haus steht und gedankenversunken
mit seinem Golf- oder Tennisschläger in der Hand noch einmal
irgendwelche Bewegungsabläufe durchgeht.
Seine Essstäbchen darf man nicht senkrecht in das Essen z.
B. in sein Reisschälchen stecken, dassauf diese Art nach einem
buddhistischen Brauch den Toten ihr Essen gereicht wird. Ebenso
reicht man nichts von seinen Stäbchen auf die eines Tischnachbarn,
denn nach einem anderen buddhistischen Begräbnis-Ritual werden
so die Knochen aus der Asche des Verstorbenen den Hinterbliebenen
mit Stäbchen gereicht.
In Gesellschaft sagt man vor dem Essen itadakimasu
(wörtlich: ich werde bekommen) und nach dem Essen gochisosama
deshita (war schmackhaft und sättigend). Nach dem Essen
bricht gewöhnlich ein Streit darüber aus, wer die Rechnung
bezahlen darf. Die Höflichkeit gebietet es, dass man zumindest
einmal den Versuch unternimmt, in den Genuss dieses Privilegs
zu gelangen.
Wenn eine höher gestellte Persönlichkeit einem Untergebenen
das Glas füllt, so gebietet es die Höflichkeit, dass dieser
es in einem Zuge leert.
Weltkulturerbe
Adelssitz Himeji-jo; Buddhistische Heiligtümer von Horyu-ji;
Wald von Ikushima; Buchenwald von Shirakami; Baudenkmäler
und Gärten der Kaiserstadt Kyoto; Historische Dörfer von Shirakawago
und Gokayama; Friedensdenkmal von Hiroshima; Shinto-Schrein
von Itsukushima; Baudenkmäler und Gärten der Kaiserstadt Nara;
Schreine und Tempel von Nikko.
Österreichische Botschaft in Tokio
1 - 1 - 20 Moto - Azabu, Minato - ku, Tel.: 03 3451- 8281,
Fax: 3451 82 83.
Botschaft der Schweiz in Tokio
5 - 9 - 12 Minami - Azabu, Minato - ku, Tel.: 03 3473- 0121,
Fax: 3473 60 90.
Einreise und Ausreise
Flugzeug
Bahn und Schiff
Familienstruktur
Männer heiraten durchschnittlich mit 27, Frauen mit 26 Jahren.
Die Hochzeitsfeierlichkeiten sind oft aufwändig und kostspielig
und finden meistens in Hotels statt. Nicht selten trägt das
Paar bei der religiösen Zeremonie traditionelle Kleidung. Für
Hochzeitsfotos und die eigentliche Feier wird eine westliche
Hochzeitsgarderobe angelegt. Die Gäste bringen Geschenke mit
(meistens Bargeld) und bekommen zum Abschied selbst Geschenke
vom Hochzeitspaar. Die Familie spielt in Japan eine zentrale
Rolle. Der Vater übernimmt die Rolle des Familienoberhaupts,
die Mutter ist für den Haushalt verantwortlich. Heutzutage arbeiten
viele Frauen außer Haus. Immer noch ziehen Eltern im Alter zu
den Familien der verheirateten Kinder, aber dies wird zunehmend
seltener. In den Städten leben die Familien in Hochhauswohnungen
oder in kleinen Eigenheimen. Größere Einfamilienhäuser gibt
es in den weniger dicht besiedelten Gegenden.
Flora & Fauna
Etwa zwei Drittel des Landes nehmen große Waldgebiete ein, doch
nur an wenigen Orten ist die ursprüngliche Vegetation erhalten
geblieben. In den bewaldeten Bergen im Landesinneren ist eine
artenreiche Tierwelt vertreten. Hier leben u.a. Wildschweine,
Bären und Waschbären, Hase, Rotwild, Antilopen und Affen.
Flüge
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und zuverlässig!
Fotografieren
Filme sind teurer als in Deutschland, ansonsten ist das Fotografieren
in Japan, wie nicht anders zu erwarten, überall problemlos
möglich.
Tipps zum Fotografieren:
Licht
Licht ist für den Fotografen das primäre Gestaltungsmittel.
Ideale Bedingungen hat man am frühen Morgen, wenn das Licht weich ist und
Mitteltöne gut herausgearbeitet werden können. Die grelle Mittagssonne wirft
harte Schatten und ist daher problematisch. Demgegenüber eröffnet das
modulierende Abendlicht interessante Perspektiven. Dann nämlich erscheinen
die Farben satt, während die Schatten lang und weich fallen.
Schnappschüsse
Spontaneität ist zwar beim Fotografieren gut, Planung
ist jedoch besser – insbesondere wenn die Kamera etwas langsam ist. Damit
Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen, sollten Sie Ihre Kamera vorher
weitgehend manuell eingestellt haben. Anhand eines fiktiven Punktes lässt
sich die Entfernung abschätzen und die Belichtungswerte vorab ermitteln.
Die nördlichste der vier Hauptinsel ist Kokkaido. Ihre Hauptgebirge
sind das Kitamigebirge im Norden und das Hidakagebirge im Süden.
Eine dritte Gebirgskette im Westen wird von den beiden anderen
durch die Ishikari-Ebene getrennt. Südwestlich von Hokkaido,
jenseits der Tsugarustraße, liegt Honschu, die größte und am
dichtesten besiedelte Insel Japans. Von ihrem Nordende aus setzen
sich die Gebirge nach Süden als Kotakamikette fort, die über
der Pazifikküste von Nordhonschu aufragt. Im Herzen der Insel
erheben sich die japanischen Alpen und im Südosten steigt der
Vulkan Fudschijama auf, Japans höchster Berg. Östlich des Fuschijamas
erstreckt sich über etwa 13.000 qkm Japanas größtes Tiefland
- die Kantoebene. Die Hauptstadt Tokio befindet sich an ihrer
Südseite, an der Bucht von Tokio. Die am weitesten westlich
gelegene Insel Kiuschu wird von Honschu im Norden durch die
enge Kanmonstraße und von Shikoku im Osten durch den Bungokanal
getrennt. Kiuschus zentrale Gebirge erheben sich mit mehreren
Gipfel bis über 1500 m. Japan hat viel Flüsse, die meist kurz
und wasserreich sind und vergleichsweise nur kleine Gebiete
entwässern. Überschwemmungen sind in den tiefer gelegenen Küstenregionen
ein allgegenwärtiges Problem. Japan ist Erdbebengebiet und zugleich
Vulkanausbrüchen ausgesetzt. Seitdem die Beben registriert werden,
haben über 60 Erdbeben bzw. Vulkanausbrüche stattgefunden. Die
am stärksten betroffenen Gebiete sind Südkiuschu und Nord- und
Zentralhonschu.
Geschichte
Einheimischen Mythen zufolge wurde das Inselland durch shintoistische
Gottheiten aus dem Meer erschaffen. Um 350 gelang es dem Lokalherrscher
der Region Yamato (Gebiet um Kyoto), die übrigen Fürstentümer
unter seiner Vorherrschaft zu einen. Seinen Anspruch auf die
Kaiserwürde begründete er mit seiner Abstammung von der mythischen
Sonnengöttin Amaterasu, die Japans Kaiserfamilie bis heute
als Urahnin verehrt. Von China übernahm das Kaiserhaus Kultur
und Schrift; der Buddhismus kam auf dem Weg über Korea ins
Land und wurde vorübergehend Staatsreligion. In der Taika-Reform
646 schuf Kaiser Kotoku nach chinesischem Vorbild einen zentralistischen
Beamtenstaat. Im 11. Jh. drängte der erstarkende Schwertadel
(Samurai) den Einfluss des Hofadels zurück: 1192 ließ sich
Kriegsherr Yoritomo vom machtlosen Hof als Militärregent (Shogun)
einsetzen. Fortan, bis 1867, lebten die Kaiser an ihrem Hof
in Kyoto überwiegend als Marionetten mächtiger Kriegsherren.
Mit dem Sieg in der Schlacht von Sekigahara 1600 beendete
Tokugawa Ieyasu (1543- 1616) die über 100 Jahre tobenden inneren
Kämpfe rivalisierender Feudalherren und einigte Japan unter
seiner Vorherrschaft.
In der Tokugawa-Zeit (1603- 1867) regierten die Shogune
das Land mit eiserner Hand von Edo (dem heutigen Tokio) aus.
Um ihre Macht zu sichern, verboten sie das Christentum und
schotteten Japan- bis auf eine holländische Kaufmannkolonie
bei Nagasaki- von europäischen Einflüssen ab. Im Inneren überzog
die Tokugawa-Dynastie Japan mit einer rigiden konfuzianischen
Ständeordnung, an deren Spitze der Kriegeradel rangierte-
gefolgt von Bauern, Handwerkern und Kaufleuten. Als der amerikanische
Kommodore Matthew Perry 1853 mit 4 "schwarzen Schiffen" in
der Bucht von Edo aufkreuzte, konnte die Shogunats-Regierung
dem Druck des Westens auf Öffnung des Landes nicht länger
standhalten. Ab 1854 willigte Japan gegenüber den USA und
anderen Westmächten in ungleiche Handelsverträge ein. Das
Nachgeben beschleunigte den innenpolitischen Autoritätsverfall
des Shogunats: Mit dem Schlachtruf "Sonno-Joi" (Verehrt
den Kaiser, vertreibt die Barbaren) stürzte ein Bündnis aus
regimefeindlichen Fürsten, nationalistischen Samurai und konservativen
Hofadligen 1867 den letzten Tokugawa-Shogun Yoshinobu. Im
Zuge der Meiji-Restauration von 1868 setzten Japans neue Machthaber
den erst 15-jährigen Tenno Mutsuhito (1852- 1912) in seine
Rechte als göttlicher Souverän ein.
Aus der Abgeschiedenheit von Kyoto verlegte der Meiji-Kaiser
seine Hof in das 400 Kilometer entfernte Edo, das fortan Tokio
(östliche Hauptstadt) hieß. Die eigentliche Macht besaß indes
eine Gruppe von ehemaligen Angehörigen der Kriegerkaste der
Samurai. Unter dem strategischen Leitsatz "Bereichert das
Land, stärkt die Armee" katapultierten sie Japan mit Reformen
nach westlichem Vorbild in die Moderne. Die sozialen und politischen
Verwerfungen der Modernisierung versuchten die Meiji-Oligarchen
nach preußischem Vorbild mit der autoritären Verfassung von
1889 zu überdecken: Die Verfassung zementierte die Rolle des
Tennos als "heiliges und unverletzliches" Staatsoberhaupt
und Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Mit der ebenfalls nach
preußischem Vorbild modernisierte Armee weitete das Königreich
seinen Einfluss in Ostasien zielstrebig aus. Durch die Siege
über China (1895), Russland (1905) und durch die Annexion
Koreas (1910) stieg Japan zur ersten "nicht- weißen" Führungsmacht
in der Region auf; 1911 schüttelte es die ungleichen Verträge
mit dem Westen ab. Am Ersten Weltkrieg nahm Japan als Bündnispartner
Großbritanniens teil. Nach dem Krieg traten die Widersprüche
der Modernisierung im Korsett einer traditionellen Gesellschaft
immer krasser hervor. Die schwere Wirtschaftskrise Ende der
20er-Jahre traf vor allem die verarmte Landbevölkerung; mit
ultranationalistischen Heilslehren machte sich die kaiserliche
Armee zum Sprachrohr der Unzufriedenen. 1931 besetzte die
Armee auf eigene Faust die Mandschurei, 1937 lösten japanische
Truppen mit einer Schießerei an der Marco- Polo- Brücke bei
Peking den bis 1945 dauernden Krieg mit China aus.
Durch den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien 1940
versuchte Japan, seine geplante "neue Ordnung" in Ostasien
abzusichern. Als Antwort auf Japans militärische Expansion
verhängten die USA 1941 ein Ölembargo gegen das Land. Mit
dem Überraschungsangriff auf den amerikanischen Flottenstützpunkt
Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 startete Japan den Pazifischen
Krieg; gleichzeitig eroberten japanische Truppen große Teile
Südostasiens. Nach anfänglichen Kriegserfolgen wurden die
Japaner von den USA aus der 1943 ausgerufenen "Großostasiatischen
Wohlstandssphäre" auf die japanischen Hauptinseln zurückgedrängt.
Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki im
August 1945 nahm Tenno Hirohito in einer Rundfunkansprache
die bedingungslose Kapitulation hin. Auf Druck des US- Besatzungsgenerals
Douglas MacArthur entsagte der Tenno 1946 dem Anspruch auf
Göttlichkeit; in der neuen Verfassung von 1947 fungiert er
nur mehr als "Symbol des Staates und der Einheit des Volkes".
Im Friedensvertrag von San Francisco verzichtete Japan auf
alle territorialen Eroberungen; 1952 erhielt Japan seine Souveränität
zurück. Im Zeichen des Kalten Krieges mit der Sowjetunion
rückten die USA langsam von ihrer anfänglichen Politik der
Entmilitarisierung, Demokratisierung und Umstrukturierung
der Wirtschaft Japans ab. Mit Ausnahme hoher Militärs überstanden
die meisten Politiker und Bürokraten den Tokioer Kriegsverbrecherprozess
(1946- 48) ungeschoren.
Auf Drängen der USA begann Japan mit der Wiederaufrüstung.
1955 schlossen sich konservative politische Kräfte zur Liberaldemokratischen
Partei (LDP) zusammen, die- mit Unterbrechung von 1993 bis
1996- die Ministerpräsidenten des Landes stellte. 1960 schlossen
Japan und die USA einen Sicherheitsvertrag, der Japan unter
den militärischen Schutz der USA stellt. Nach der militärischen
Niederlage 1945 konzentrierte sich Japan auf die ökonomische
Aufholjagd mit dem Westen: Bürokraten des Ministeriums für
internationalen Handel und Industrie (Miti) trieben nun Wirtschaftsstrategien
voran, deren Grundlagen sie zum Teil im Zuge der Kriegswirtschaft
gelegt hatten. 1965 wies Japan erstmals nach dem Krieg einen
Handelsüberschuss aus, 1968 übertraf sein Bruttosozialprodukt
bereits das der Bundesrepublik Deutschland. 1972 legte Ministerpräsident
Kakuei Tanaka einen "Plan für Neugestaltung des japanischen
Archipels" vor; 1974 trat er wegen der Bestechungsaffäre um
den amerikanischen Flugzeughersteller Lockheed zurück; 1976
wurde Tanaka vorübergehend verhaftet. (Bis 1993 stellte die
LPD insgesamt 9 weitere Ministerpräsidenten.) Seit Beginn
der 80er-Jahre verursachten Japans Exportoffensiven immer
wieder Handelspannungen mit den USA und Westeuropa. 1993 löste
ein oppositionelles Parteienbündnis die seit 1955 regierende
LDP ab. Ministerpräsident Morihiro Hosokawa trat an, den chronischen
Filz zwischen Politik, Bürokratie und Wirtschaft aufzubrechen,
musste aber 1994 selbst wegen dubioser Finanzgeschäfte zurücktreten.
1995 erschütterten das schwere Erdbeben von Kobe sowie der
Giftgasanschlag der Aum-Sekte auf die Tokioter U- Bahn den
Glauben der Japaner an die Sicherheit ihres Landes. Anfang
1996 errang die LDP unter Ryutaro Hashimoto wieder das Amt
des Ministerpräsidenten. Doch der musste schon im Juli 1998,
nach einer schweren Niederlage bei den Oberhauswahlen, wieder
zurücktreten. Die Asienkrise 1997/98 macht deutlich, wie ungenügend
Japan seinem Anspruch als politische und wirtschaftliche Führungsmacht
in Ostasien gerecht wird. Durch den landesüblichen Zwang zum
Konsens wie gelähmt, erweist sich die politische Führung in
Tokio unfähig, die einseitige Orientierung auf den Export
zugunsten einer dauerhaften Ankurbelung der Binnenwirtschaft
aufzugeben. Eine wachsende Staatsverschuldung, steigende Arbeitslosigkeit
und die rapide Vergreisung der Bevölkerung bedrohen die gesellschaftliche
Stabilität. Außenpolitisch konnte sich der asiatische Wirtschaftsriese
bisher nicht aus seiner Rolle als politischer Zwerg gegenüber
der einstigen Besatzungsmacht und den jetzigen Bündnispartner
USA befreien. Japans Weigerung, sich sowohl politisch als
auch juristisch eindeutig zu seinen Kriegsverbrechen im Zweiten
Weltkrieg zu bekennen, schürt das Misstrauen der asiatischen
Nachbarn. Territoriale Konflikte mit China (Senkaku- Inseln)
und Korea (Tokdo/Takeshima- Inseln) sind nur vertagt, nicht
gelöst. Das Vorhaben, mit Russland einen Friedensvertrag zu
schließen, scheiterte bisher am Konflikt um die russischen
besetzten Südkurilen, deren Rückgabe Tokio fordert. Vergebens
bemüht sich Japan bisher um einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat
der Vereinigten Nationen.
Die japanische Regierung von Ministerpräsident Keizo Obuchi
(62) verabschiedete am 10.11.1999 in Tokio zur Überwindung
der Wirtschaftskrise eines der größten Konjunkturpakete aller
Zeiten in Höhe von umgerechnet rund 320 Mrd DM. Mit den staatlichen
Investitionen sollen die Binnennachfrage stimuliert sowie
kleine und mittlere Firmen unterstützt werden. Nach Schätzungen
trägt das Konjunkturprogramm innerhalb eines Jahres 2,5 Prozentpunkte
zum Wirtschaftswachstum bei. Nach Jahren kontinuierlichen
Aufschwungs war die wirtschaftliche Entwicklung Japans u.a.
wegen der Asienkrise 1997 nur um 0,8 % gestiegen und 1998
sogar um 2,6 % zurückgegangen. Insbes. die Exporte in die
asiatischen Nachbarländer (u.a. Korea-Süd, Malaysia, Thailand)
gingen 1998 gegenüber dem Vorjahr um 7 Prozentpunkte zurück.
Die Arbeitslosigkeit stieg 1998 auf den für japanische Verhältnisse
hohen Wert von 4,4 % (zum Vergleich 1990: rund 2 %). Nach
dramatischen Tagen der Ungewissheit, seit Japans Ministerpräsident
Keizo Obuchi im Koma liegt und die zweitgrößte Wirtschaftsnation
der Welt in ein politisches Vakuum zu taumeln drohte, lief
am 05.04.2000 wieder alles wie gewohnt perfekt. Ohne erkennbares
Problem wurde der 62-jährige Yoshiro Mori im Blitzverfahren
zum LDP- und dann zum Regierungschef gewählt. Der enge Obuchi-Verbündete
Mori erhielt am Vormittag von den Abgeordneten der Liberal-Demokratischen
Partei das Vertrauen und am Nachmittag in beiden Kammern des
Tokioter Reichstages die klare Mehrheit bei der Wahl zum Regierungschef.
Im Unterhaus, der entscheidenden Parlamentskammer, bekam Mori
335 von insgesamt 488 Stimmen.
Kurz darauf stellte der 85. Premier in der japanischen Geschichte
sein Kabinett vor, das absolut identisch mit dem seines Vorgängers
ist. Schon am Abend wurde die Regierung von Kaiser Akihito
vereidigt. Um 22 Uhr traf sich das Kabinett zu einer ersten
Konferenz unter dem neuen Chef, für 23 Uhr war eine Pressekonferenz
anberaumt. Am kommenden Freitag will der ehemalige Generalsekretär
der LDP seine Regierungserklärung abgeben. Mori, der nach
dem ersten Chaos in parteiinternen Verhandlungen erstaunlich
schnell zum Kabinettschef ernannt wurde, will erklärtermaßen
Obuchis Politik zur Wiederbelebung der japanischen Wirtschaft
fortsetzen. Diese hat zwar zu einer langsamen Erholung, insgesamt
aber immer noch nicht zu einem selbsttragenden Aufschwung
geführt. Um sein Ziel zu erreichen, werde er auch strukturelle
Reformen durchführen, kündigte Mori am Mittwoch an. Solche
Veränderungen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit
Japans verbessern und das starre Bildungssystem auf Vordermann
bringen sollen, erwartet vor allem auch die Wirtschaftsführung
Nippons vom neuen Mann an der Staatsspitze.
Aktuelle Entwicklung:
Ein symbolisches Kriegsverbrechertribunal hat Japan wegen
sexueller Gewaltverbrechen an Frauen im Zweiten Weltkrieg
schuldig gesprochen. Die Regierung unter dem damaligen Kaiser
Hirohito habe Tausende von asiatischen Frauen als "Sexsklavinnen"
für ihre Soldaten systematisch missbraucht, erklärte das Tribunal
unter Vorsitz einer US-amerikanischen Richterin. Nordkorea
hat Japan wegen des Unterganges eines Schiffes nach einem
Beschuss durch die japanische Küstenwache "brutale Piraterie
und Terrorismus" vorgeworfen. In einer Erklärung der amtlichen
Nachrichtenagentur KCNA wurde der Vorwurf Japans zurückgewiesen,
es habe sich um ein nordkoreanisches Spionage- oder Schmugglerfahrzeug
gehandelt.
Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem; konstitutionelle Monarchie; zwei gesetzgebende
Organe.
Alle Angaben und Informationen ohne Gewähr!
Ein ganz besonderer Dank geht an die Schüler und Lehrer
der Oberschule an der Marzahner Promenade in Berlin, die
uns freundlicherweise Informationen aus ihrem privaten Projekt
»Erdkunde-Online« insbesondere zu den Themen
Umgangsformen, Familienstruktur, Flora & Faune, Geografie
und Geschichte überlassen haben.
Hinweis: Während der Aktualisierungsphase,
die eine gewisse Zeit dauern wird, können die gewünschten
Infos ab 20. Januar 2006 per E-Mail angefordert werden.