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Frankreich [Teil 1]

Allgemeine Landesdaten

Offizieller Name: République Francaise

Fläche: 543.965.526 km²

Einwohnerzahl: 59.090.000 (2001)

Größte Städte: Paris (Hauptstadt) - 9,3 Mio, Lyon - 1,3 Mio, Marseille - 1,1 Mio, Lille - 959.000, Bordeaux - 696.000, Toulouse - 650.000, Nizza - 516.000, Nantes - 496.000 Einwohner.

Offizielle Landessprache: Französisch.

Bevölkerungsgruppen: Franzosen 65,9 %, Italiener 1,9 %, Portugiesen 1,5 %, Flamen 1,4 %, Basken 1,3 %, Juden 1,2 %, Deutsche 1,2 %, Katalanen 0,5 %, Andere 25,1 % (2000).

Religion: Katholiken 82,3 %, Muslime 7,1 %, Atheisten 4,4 %, Protestanten 3,7 %, Orthodoxe 1,1 %, Juden 1,0 %, Andere 0,4 % (2000).

Lebenserwartung: Männer - 74,8, Frauen - 82,9 (2000).

Auskunft

Maisons de la France - Französische Fremdenverkehrsbüros

Westendstraße 47, 60325 Frankfurt, Tel.: 0190 570025, Fax: 0190 599061

Argentinierstr. 41, 1040 Wien, Tel.: 01 5032890, Fax: 01 5032871

Löwenstraße 59,8023 Zürich, Tel.: 01 22113085, Fax: 01 2121644

Besonderheiten

Umgangsformen

Zur Begrüßung reicht man sich üblicherweise die Hand. Unter Freunden wird Frauen oft ein Begrüßungskuss auf die Wange gegeben (von Männern und Frauen); häufig wird dabei auch nur die Wange berührt. Die üblichen Begrüßungsformeln sind Bonjour ("Guten Tag") und Comment allez-vous? oder das weniger förmliche Ça va? ("Wie geht es Ihnen/dir?"). Zum Abschied sagt man Au revoir ("Auf Wiedersehen") oder - etwas lockerer - A bientôt ("Bis bald!"). Freunde und gute Kollegen reden sich beim Vornamen an, ansonsten ist der Gebrauch von Titeln üblich. Darüber hinaus redet man die Leute mit Monsieur ("Herr"), Madame ("Frau") und Mademoiselle ("Fräulein") an. Neben dem benachbarten Café, das mitunter Zentrum des gesellschaftlichen Lebens ist, verbringen viele Franzosen ihre Abende aber auch zu Hause. An den Wochenenden gehen die Franzosen gerne aus. Unangekündigter Besuch ist hier eher die Ausnahme. Zu einer Verabredung mit fünfzehn bis zwanzig minütiger Verspätung zu kommen, ist nichts Ungewöhnliches, wenngleich ein späteres Eintreffen als sehr unhöflich gilt. Dem Gastgeber wird fast immer eine Flasche Wein oder eine kleine Aufmerksamkeit überreicht.

Weltkulturerbe

Kathedrale von Chartres; Höhlenmalereien im Tal der Vezere; Mont St. Michel und seine Bucht; Schloss und Park von Versailles; Abteikirche und Stadthügel von Vezelay; Kathedrale von Amiens; Schloss Chambord an der Loire; ehem. Zisterzienserabtei Fontenay; Schloss und Park von Fontainebleau; Römische und romantische Denkmäler von Arles; Römisches Theater und Triumphbogen von Orange; Königliche Salinen von Arc-et-Senans; Place Stanislas, Place de la Carriere und Place d'Alliance in Nancy; Kirche von Saint-Savin-sur-Gartempe; Kap Girolta, Cap Porto, Naturschutzgebiet Scandola und die Piana Calanques auf Korsika; Römischer Äquädunkt Pont du Gard; Straßburg, Grand Ile (historisches Zentrum); Seineufer in Paris zwischen Pont de Sully und Pont d'Iena; Kathedrale, Palais du Tau und Kloster Saint Remi in Reims; Kathedrale von Bourges; Papstpalast mit umliegendem historischen Ensemble in Avignon; Canal du Midi; Carcassonne; Berglandschaft Mount Perdu in den Pyrenäen; Pilgerwege nach Santiago de Compostela; Historische Stätten in Lyon; Bezirk Saint-Emilion.

Feiertage

1. Januar Neujahr Nouvel An
16. April Ostermontag Lundi de Pâques
1. Mai Tag der Arbeit
8. Mai Ende des zweiten Weltkrieges Fin de la Seconde Guerre Mondiale
24. Mai Christi Himmelfahrt Jeudi de L'Ascension
4. Juni Pfingstmontag Lundi de la Pentecôte
14. Juli Nationalfeiertag Fête nationale
15. August Maria Himmelfahrt (Bankfeiertag) L'Assomption
1. November Allerheiligen Toussaint
11. November Waffenstillstand 1918 Armistice
25. Dezember Weihnachten Noël

 

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Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
13, av. Franklin - D. - Roosevelt, 75008 Paris,
Tel.: 01 42997800

Botschaft der Republik Österreich
6, rue Fabert, 75007 Paris,
Tel.: 01 45559566

Schweizer Botschaft und Konsulat
142, rue de Grenelle,
75007 Paris,
Tel.: 01 49556700

Einreise und Ausreise

Für einen Aufenthalt von drei Monaten genügt der gültige Personalausweis. Darüber hinaus sind Reisepass und eine Aufenthaltsgenehmigung notwendig, die man bei der französischen Botschaft erhält.

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Familienstruktur Eine Ehe wird erst dann offiziell anerkannt, wenn sie standesamtlich geschlossen wird, dennoch lassen sich viele Paare zusätzlich kirchlich trauen. Allerdings gibt es immer mehr Menschen, die in eheähnlichen Gemeinschaften ohne Trauschein zusammenleben. Innerhalb der Familien ist das Verhältnis zueinander generell sehr eng und von großer Loyalität geprägt. Die durchschnittliche Familie besitzt höchstens zwei Kinder, wobei viele Kinder zumeist nach Beendigung der Schule ihr Elternhaus verlassen. Der Lebensstandard Frankreichs hat sich zu einem der höchsten in Europa entwickelt. Zudem haben sich in den letzten vierzig Jahre die Wohnverhältnisse deutlich verbessert: Über fünfzig Prozent der Bevölkerung besitzen ein Eigenheim.
Flora & Fauna

Die fruchtbaren Tiefebenen des Nordens und Westens gehen in eine hügelige Landschaft über, die mit Ginster und Heidekraut bedeckt ist; in geschützten Lagen herrschen Eichenwälder vor. Den Nordosten mit dem größten Teil des Pariser Beckens bedeckt Lössboden. Es gibt fruchtbares Weideland und grüne Hänge an den Westhängen der Pyrenäen sowie auf dem Zentralplateau. Die Vegetation des Südostens ist mediterran geprägt mit Oliven, Buchsbaum, Thymian, Rosmarin und Korkeichen. Hingegen kommt Maquis-Buschland in den trockeneren Südgebieten vor.

Zum einzigartigen Tierbestand zählen weiße Wildpferde, Büffel und Flamingos im Rhonedelta an der Mittelmeerküste (Camargue). Im Niederwald leben Hasen, Fasane und Rebhühner, während Hirsche, Rehe und Wildschweine das am meisten verbreitete Großwild im Hochwald sind. Seit 1967 sind in Frankreich zwanzig Nationalparks mit einer Fläche von mehr als 2 Mio. ha eingerichtet worden. Die bekanntesten sind die Camargue in der Provence und der Morvan in Burgund.

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Fotografieren

 

Fotografieren Sie nach Lust und Laune.

Tipps zum Fotografieren:
 

Licht

Licht ist für den Fotografen das primäre Gestaltungsmittel. Ideale Bedingungen hat man am frühen Morgen, wenn das Licht weich ist und Mitteltöne gut herausgearbeitet werden können. Die grelle Mittagssonne wirft harte Schatten und ist daher problematisch. Demgegenüber eröffnet das modulierende Abendlicht interessante Perspektiven. Dann nämlich erscheinen die Farben satt, während die Schatten lang und weich fallen.

Schnappschüsse

Spontaneität ist zwar beim Fotografieren gut, Planung ist jedoch besser – insbesondere wenn die Kamera etwas langsam ist. Damit Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen, sollten Sie Ihre Kamera vorher weitgehend manuell eingestellt haben. Anhand eines fiktiven Punktes lässt sich die Entfernung abschätzen und die Belichtungswerte vorab ermitteln.
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Geld

Die Banken in den großen Städten haben montags bis freitags von 09.00 bis 16.30 bzw. 17.00 Uhr geöffnet. In kleineren Orten sind die Banken in der Mittagspause von 12.30 bis 14.00 geschlossen. In der Provinz sind die Banken montags normalerweise geschlossen. Dafür haben diese samstags bis mittags geöffnet. Da Kreditkarten im Land weit verbreitet sind, kann Bargeld problemlos an Geldautomaten der Banken, an Flughäfen und Bahnhöfen gezogen werden.

 

 

 

Geografie

Frankreich ist das größte Land Westeuropas und gleicht geografisch gesehen eher einem Kontinent. Es hat Zugang zu Atlantik und Mittelmeer. Die Pyrenäen trennen Frankreich im Südwesten von Spanien. An den östlichen Ausläufern der Gebirgskette schwingt sich die Mittelmeerküste im Bogen bis zum Rhone-Delta. Aus dem Landesinneren erstrecken sich die Berge des Maurischen Massivs, des d'Esterel-Massivs und die Seealpen bis zur Küste. Hier an der Côte d'Azure liegen die exklusiven Ferienorte der französischen Riviera. Daneben bilden die Alpen eine natürliche Barriere entlang der italienischen Grenze und weiter nördlich türmen sich die Kalksteinformationen des Juragebirges an der Grenze zur Schweiz auf.

Nördlich davon erheben sich die Vogesen über das Rheintal und bilden die Grenze zu Deutschland, Luxemburg, Belgien und Holland. Die Klippen und Strände der Nordküste blicken auf den Ärmelkanal hinaus. Westlich der Halbinsel Cotentin in der Normadie ragt die Bretagne mit ihrem flachen Höhenrücken in den Atlantik hinein, von wo die sandige Tiefebene der Atlantikküste südwärts bis zu den Pyrenäen verläuft. Fast zwei Drittel des Landes liegen unter 250 m Meereshöhe. Die südliche Mitte Frankreichs wird von den vier Gebirgszügen des Zentralplateaus beherrscht. Ihre südlichen Ausläufer, die Cevennen, bilden ein karges Kalksteinplateau, das tiefe Flusstälern durchziehen. Nach Osten erstrecken sich schroffe Granitfelsen bis in den Burgund, wo sie steil ins Tal der Rhône und der Saône abfallen.

Geschichte

"Gallia est omnis divisa in partes tres" - so beginnt Cäsars Bericht "De bello Gallico" über die Eroberung Galliens von 58 bis 51 v. Chr. Nach dem Krieg gab es diese drei Teile Galliens nicht mehr, das Land war vereinigt. Es wäre übertrieben, darin die Geburtsstunde der französischen Nation zu sehen, aber immerhin gab es nun in etwa die Grenzen, die durch Jahrhunderte Frankreich markieren sollten. Im 5. Jahrhundert strömten zahlreiche Stämme aus Germanien ein und vermischten sich mit den Bewohnern. Der Franke Chlodwig I. begründete das Fränkische Reich und nahm um 500 das Christentum an. Karl Martell vollbrachte eine für die Zukunft Europas entscheidende Tat, als er 732 bei Tours und Poitiers die Araber so vernichtend schlug, dass sie sich letztlich hinter die Pyrenäen zurückzogen und diese nie wieder überschritten. Pippin der Jüngere begründete 751 die Dynastie der Karolinger. Sein Sohn Karl - den die Deutschen Karl den Großen und die Franzosen Charlesmagne nennen - vereinte das Frankenreich mit Sachsen, Bayern und Oberitalien. Anno 800 ließ er sich vom Papst zum Kaiser krönen. Unter Karls Enkeln wurde das Reich wieder geteilt. Noch bevor die Karolinger 987 ausstarben, brachen für Frankreich unruhige Zeiten an, einzelne Herzogtümer und Grafschaften gingen eigene Wege.

Die Wikinger verunsicherten die Küsten Westeuropas und eroberten im Norden die Normandie; Eleonore, die Herzogin von Aquitanien, heiratete den späteren englischen König Heinrich II. und verstärkte so den Einfluss der Engländer im Land. Der Aufstieg der Kapetinger war verbunden mit einem kulturellen Höhenflug. Hinzu kamen religiöse Erneuerungsbewegungen. Den größten Zulauf hatten die Katharer. Sie drohten, die Kirche zu spalten, sodass der Papst schließlich zum Kreuzzug gegen sie aufrief. Sie wurden weitgehend zerschlagen, alle Quellen gezielt zerstört. Ähnlich wie den Katharern erging es 100 Jahre später den Tempelrittern. Philip der Schöne, König von Frankreich, benötigte viel Geld und warf deshalb ein Auge auf den reichen Orden. Er beschuldigte dessen Mitglieder der Unzucht und Blasphemie. Sie wurden verurteilt, viele verbrannt und das Vermögen eingezogen. Hartnäckigster Gegner Frankreichs waren die Engländer. Neben der Pest, die schrecklich wütete, war der Hundertjährige Krieg (1339 - 1453) gegen England die zweite Geißel im Lande. dassschien nur noch ein Wunder zu helfen. Es ereignete sich in Gestalt eines Mädchens aus Lothringen: Jeanne d'Arc oder Johanna von Orleans. Schön und keuch - so wollte sie Frankreich retten und den Dauphin krönen. Beides gelang ihr. Dass sie danach der Ketzerei angeklagt und auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, ist der menschliche Teil der Legende. An ihrem Ruhm und der späteren Heiligsprechung änderte das nichts. Jeanne d'Arc ist bis heute eine der Lichtgestalten Frankreichs. Unter Ludwig XI. blühte das Land auf. Doch neues Unheil drohte. diesmal kam es aus Deutschland und nannte sich Reformation. Der Glaube spaltete das Land, er spaltete Familien. Schreckliche Metzeleien ("Bartholomäusnacht" in Paris) waren die Folge. Der Protestant Heinrich IV. musste katholisch werden, um den Thron besteigen zu können ("Paris ist eine Messe wert"). Doch ihm gelang es schließlich, die Religionskriege zu beenden. Die Nachfolger Heinrichs stärkten das Königtum weiter, gelenkt von den Kardinälen Richelieu und Mazarin.

Frankreich wurde von Paris aus zentral verwaltet, alle Macht lag beim König, das Zeitalter des Absolutismus brach an. Den Höhepunkt erreichte der Absolutismus unter Ludwig XIV., dem "Sonnenkönig". Er verlegte den Hof ins prunkvolle Versailles und begann Händel mit den Hugenotten. Die antworteten mit einer Massenflucht ins protestantische Ausland. Die kostspieligen Kriege hatten das Land erschöpft und die Staatsfinanzen zerrüttet. Die Bauern und Arbeiter waren verarmt, das Bürgertum wollte mehr Mitbestimmung, die Monarchie hatte ihre Faszination verloren. Es kam zu Unruhen. Am 14. Juli 1789 stürmte eine aufgebrachte Menge die Bastille, das Symbol der alten Willkürherrschaft. Die Revolution war dass. Die siegreichen Revolutionäre - angetreten mit der Devise "Liberte, Egalite, Fraternite" krempelten alles um und führten eine neue Zeitrechnung ein, schafften die Religion ab, verpassten dem Land die Aufteilung in Departements und erfanden die Guillotine. Innerhalb kurzer Zeit wurde aus der Befreiung eine Schreckensherrschaft. Der König mitsamt seiner Gattin Marie Antoinette wurde 1793 öffentlich hingerichtet. Doch 1799 mussten die Führer selbst, Danton und Robespierre, die Guillotine besteigen und ihr Leben lassen. Dem nachfolgenden 5-köpfigen Direktorium mangelte es an Persönlichkeiten, es verzettelte sich in äußeren Kämpfen und wurde am 9. November 1799 durch einen Staatsstreich vom Konsulat abgelöst. Erster Konsul: Napoleon Bonaparte. Als Feldherr hatte er sich bereits einen Namen gemacht, jetzt musste er sich als Staatsmann bewähren. Er baute zahlreiche Straßen, deren Verlauf noch heute gilt, und führte ein neues bürgerliches Gesetzbuch ("Code civil") ein, das ebenfalls noch heute gültig ist.

1804 krönte er sich zum Kaiser und schickte sich an, Westeuropa zu erobern, zunächst sehr erfolgreich. Gestoppt werden konnte Napoleon vor Moskau. Dann ging es Schlag auf Schlag: Niederlage in der Völkerschlacht von Leipzig, Verbannung nach Elba, Rückkehr von Elba und noch einmal der Versuch, die Macht zurück zu erobern, Niederlage bei Waterloo, Exil auf St. Helena, Tod. 1870, nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen, wurde der Kaiser Napoleon III. (ein Neffe Napoleon Bonapartes) abgesetzt und die Dritte Republik wurde ausgerufen. In Europa hatten sich mittlerweile zwei Machtblöcke gebildet - einerseits der Dreierbund Deutschland, Italien und Österreich-Ungarn, andererseits die Triple-Entente aus Frankreich, Großbritannien und Russland. Es kam zum 1. Weltkrieg, bei dem allein Frankreich 1.6 Millionen seiner Menschen verlor. Als Hitler seine Expansionsgelüste in die Tat umzusetzen begann, gehörte Frankreich zu den Mitunterzeichnern des Münchener Abkommens: Für die Franzosen war der 2. Weltkrieg nach knapp elf Monaten vorüber - mit nur einem Drittel der Verluste des 1. Weltkrieges. Frankreich wurde zunächst im Norden, später ganz von deutschen Truppen besetzt. In Vichy regierte Marschall Phillippe Petain das Land - ein Regime von Hitlers Gnaden. Andere Franzosen gingen in den Untergrund und kämpften in der Resistance weiter. Charles de Gaulle vereinigte vom Londoner Exil Teile der Streitkräfte unter seiner Führung und beteiligte sich 1944 aktiv an der Befreiung des Landes. Als eine Reaktion auf Vichy und persönliche Machtfülle einzelner wurde nach dem Krieg die Vierte Republik geschaffen. Doch die Vielzahl der Regierungskrisen und die Teilnahme der stets gleichen Politiker an ständig neu- und umgebildeten Regierungen diskreditierten das Regime erheblich. Dazu kam, dass die Kolonien ihre Unabhängigkeit anstrebten.

1954 verloren die Franzosen Indochina, 1956 wurden Marokko und Tunesien selbständig. Und in Algerien, dass als Mutterland galt, entbrannte der Freiheitskampf der FLN. Erneut war der Retter in der Not Charles de Gaulle. Mit Sondervollmachten für sechs Monate ausgestattet, führte er 1958 per Volksabstimmung eine neue Verfassung ein und beendete vier Jahre später den Krieg in Algerien. Die Fünfte Republik war geschaffen. Erster Präsident war Charles de Gaulle. Im Frühjahr 1968 brachen in Paris Studentenunruhen aus, Arbeiter schlossen sich an. De Gaulle setzte Neuwahlen an und gewann noch einmal. Doch zehn Monate später verlor er eine Vertrauensabstimmung und zog sich aus der Politik zurück. Er starb 1970. De Gaulles Nachfolger Georges Pompidou und Valerie Giscard d'Estaing setzten seine Politik fort. Eine neue Ära brach 1981 mit der Wahl von Francoise Mitterand an. An der französischen Außenpolitik änderte Mitterand wenig. Im Inneren wurde jedoch ein ganzes Bündel von Reformen eingeleitet, zahlreiche Großbetriebe und Banken wurden verstaatlicht. Angesichts der zunehmend problematischen wirtschaftlichen Situation sah sich die Regierung jedoch bald zu einer Kehrtwende gezwungen, viele Betriebe wurden wieder privatisiert.

Die 80er-Jahre waren geprägt vom Aufstieg des Front national unter Jean-Marie Le Pen und von der schrittweisen Dezentralisierung des Landes. Im Mai 1995 wurde Chirac Präsident. Es folgten unruhige Zeiten: Eine Serie von Terroranschlägen islamischer Fundamentalisten in Paris verunsicherte die Bevölkerung, lange dauernde Streiks zuerst der Staatsbediensteten, dann der Fernfahrer, legten fast das gesamte Land lahm und beeinträchtigten auch die Wirtschaft in den Nachbarländern. Chirac glaubte klug zu handeln, als er die Nationalversammlung auflöste und 1998 Neuwahlen ausschrieb; er wollte ein klares Mandat für seinen unliebsamen Sparkurs. Die Franzosen spielten nicht mit und wählten die Sozialisten, die mit ihren Ansichten denen von Chirac entgegenstanden. Die korsischen Nationalisten fordern von der Pariser Regierung die Freilassung von dreiundvierzig "politischen Häftlingen". Die von Premierminister Lionel Jospin in Gang gebrachte Aussöhnung sei vor allem wegen der Frage der Häftlinge "in Schwierigkeiten", sagte der Nationalistenführer Jean-Guy Talamoni bei den 20. Internationalen Tagen, zu denen sich am 04. und 05. August 2001 rund dreihundert Nationalisten in Corte im korsischen Hochland versammelten. Der französische Innenminister Daniel Vaillant bekräftigte indes, die Frage der Häftlinge stehe "nicht auf der Tagesordnung". Den dreiundvierzig Häftlingen wird die Beteiligung an "terroristischen Aktivitäten" zur Last gelegt. Acht von ihnen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, die übrigen fünfunddreißig saßen in Untersuchungshaft.

Im Mai hatte die Pariser Nationalversammlung für Korsika eine größere Selbstständigkeit beschlossen. Im Vorfeld der Internationalen Tage von Corte, an denen auch Delegationen aus dem Baskenland, Sardinien und der Bretagne teilnahmen, wurden auf der französischen Mittelmeerinsel mehrere Anschläge verübt. Die Befreiungsfront FLNC bekannte sich zu sieben Anschlägen, die geringe Schäden anrichteten, nicht jedoch zu zwei fehlgeschlagenen Briefbombenattentaten auf die Anwälte Talamoni und Mattei. Im Golf von Ajaccio wurde am Freitag ein Sprengsatz entschärft, der an der Urlaubsresidenz eines Firmenchefs aus der Pariser Region angebracht worden war. Das französische Super-Wahljahr beginnt am 21. April 2002 mit dem ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl. Die Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten wurde auf den 5. Mai festgelegt, wie Abgeordnete der Pariser Nationalversammlung mitteilten. Für den 9. und 16. Juni sind die beiden Durchgänge der Parlamentswahl angesetzt. Der entscheidende Durchgang der Präsidentschaftswahl dürfte nach allen Umfragen eine Wiederauflage des Duells von 1995 bringen, bei dem sich Jacques Chirac knapp gegen den derzeitigen Premier Lionel Jospin durchsetzte. Auch jetzt liegt Chirac in der Wählergunst vorn. Der umstrittene Korsika-Plan der französischen Regierung hat die letzte parlamentarische Hürde genommen.

Die Pariser Nationalversammlung stimmte am 18. 12. 2001 in dritter Lesung für den Gesetzentwurf der Linksregierung von Premierminister Lionel Jospin. Das Reformwerk sieht mehr Autonomie für Korsika vor und soll den bewaffneten Konflikt mit den radikalen Nationalisten auf der Mittelmeerinsel beenden. Die von der Nationalversammlung bestätigten Reformen ermöglichen es dem korsischen Regionalparlament, in Frankreich gültige Gesetze gemäß den Erfordernissen auf der Insel abzuändern. Zudem soll die korsische Sprache in Kindergärten und Schulen unterrichtet werden. Der Jospin-Plan ist der erste Versuch einer Regierung in Paris, den seit fünfundzwanzig Jahren andauernden bewaffneten Kampf der korsischen Nationalisten durch Zugeständnisse zu beenden.

Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem, Republik, zwei gesetzgebende Organe

Gesundheit

Wenn Sie einen Arzt aufsuchen, müssen Sie für die Kosten vorerst selbst aufkommen. Bei einem praktischen Arzt müssen Sie mit einem Betrag von ca 18 € rechnen. Wenn Sie zuhause Ihrer Krankenkasse die Rechnung vorlegen, bekommen Sie den Betrag zurückerstattet.

Gesundheitsprophylaxe Frankreich

Fortsetzung ¬

 


 


Alle Angaben und Informationen ohne Gewähr! Ein ganz besonderer Dank geht an die Schüler und Lehrer der Oberschule an der Marzahner Promenade in Berlin, die uns freundlicherweise Informationen aus ihrem privaten Projekt »Erdkunde-Online« insbesondere zu den Themen Umgangsformen, Familienstruktur, Flora & Faune, Geografie und Geschichte überlassen haben.

Hinweis: Während der Aktualisierungsphase, die eine gewisse Zeit dauern wird, können die gewünschten Infos ab 20. Januar 2006 per E-Mail angefordert werden.

Update 21.10.2008 16:54



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