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Von A wie Ägypten bis Z wie Zypern: Wissenswertes und Tipps für Reisende in die Länder dieser Erde !

 

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England [Teil 1]

Allgemeine Landesdaten zu Großbritannien

Offizieller Name: United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland

Fläche: 244.101 km² (England: 130.410 km², Schottland: 78.789 km², Wales: 20.758 km², Nordirland: 14.144 km².

Einwohnerzahl: 59.953.000 (2001)

Größte Städte: London (Hauptstadt) - 6,4 Mio, Manchester - 1,7 Mio, Birmingham - 1,4 Mio, Liverpool - 1,0 Mio, Glasgow - 730.000 Einwohner.

Offizielle Landessprache: Englisch.

Bevölkerungsgruppen: Weiße 93,2 %, Schwarze 1,8 %, Inder 1,7 %, Pakistani 1,2 %, Bangladeshi 0,5 %, Chinesen 0,2 %, Andere 1,4 % (1998).

Religion: Anglikaner 56,8 %, Katholiken 13,1 %, Nicht-Religiöse 8,8 %, Anhänger der presbyterianischen Church of Scottland 7,0 %, Methodisten 4,3 %, andere christliche Religionsgemeinschaften 5,7 %, Muslime 1,4 %, Juden 0,8 %, Hindus 0,7 %, Sikh 0,4 %, Andere 1,0 % (1995).

Lebenserwartung: Männer - 74,9, Frauen - 79,8 (1999).

Auskunft

Deutschland

Britische Zentrale für Fremdenverkehr
Westendstr. 16 – 22
60325 Frankfurt 
Tel.: 069 971123
Infotelefon zum Lokaltarif 018 01 / 46 86 42
Fax: 069 97112444
E-Mail gb-info@bta.org.uk Internet: www.visitbritain.de

Schweiz

British Tourist Authority
Badenerstr. 21 8004 Zürich Tel.: 08 44 / 007 007 (zum Ortstarif!) Tel.: 0 43 / 3 22 20 00 Fax: 0 43 / 3 22 20 01 E-Mail: ch-info@bta.org.uk Website: www.visitbritain.com

Österreich

Britain Visitor Centre Schenkenstr. 4 1010 Wien Tel.: 08 00 / 007 007 007 (gebührenfrei!) Tel.: 01 / 99 477 477 Fax: 01 / 5 33 26 16 85 E-Mail: a-info@bta.org.uk Website: www.visitbritain.com

England

British Travel Centre
12 Lower Regent St., Tel.: 020 / 78 39 24 70 oder 020 /88 24 80 00

London Tourist Board Information Centre
Victoria Station, London, Tel.: 020 / 78 24 88 44, tgl. 8 – 20 Uhr,
www.LondonTown.com, www.london-gosee.com.

Besonderheiten

Umgangsformen

Viele Engländer beschränken sich bei der Begrüßung auf ein einfaches Hello (Hallo), unter guten Freunden gibt man sich zur Begrüßung und beim Abschied die Hand. Lernt man jemanden kennen, so fragt man How do you do? (Wie geht es Ihnen?) oder sagt Pleased to meet you (Erfreut, Ihre Bekanntschaft zu machen). Der Gebrauch der Vornamen ist weit verbreitet, während die Anreden Mr. (Herr) und Mrs. (Frau) immer seltener Verwendung finden. Dies gilt auch dann, wenn Kinder Erwachsene ansprechen. In England legt man im Allgemeinen großen Wert auf die Privatsphäre. Aus diesem Grund werden Besuche meist telefonisch angekündigt.

Landkarten

Die besten Autokarten, die im englischen Handel erhältlich sind, heißen AA und Bartholomews. Ordnance Survey Maps sind Wanderkarten für die britischen Inseln und haben einen Maßstab von 1 : 25 000.

Maße und Gewichte

1 inch = 2,54 cm
1 foot = 12 inches = 30,48 cm
1 yard = 3 feet = 91,4 cm
1 mile = 1,61 km
1 acre = 4047 qm
1 pint = 0,57 l
1 quart = 2 pints = 1,14 l
1 gallon = 4 quarts = 4,5 l
1 ounce = 28,35 g
1 pound = 16 ounces = 453,6 g

Weltkulturerbe

Die "Straße der Riesen" und ihre Küste; Burg und Kathedrale von Durham; Industriedenkmäler im Tal von Ironbrigde; Königlicher Park von Studley mit den Ruinen von Fountains Abbey; Stonehenge, Avebury und zugehörige Denkmäler der Megalith-Kultur; Burgen und befestigte Städte König Edwards I. in der Grafschaft Gwynedd (Wales); Inselgruppe St. Kildass; Schloss Blenheim; Stadt Bath; Hadrainswall; Westminster (Palast und Abtei) und Margaretenkirche in London; Südseeinsel Henderson Island; Tower von London; Kathedrale, ehemalige Abtei St. Augustin und St.-Martins-Kirche in Ganterbury; Edinburgh; Wildreservat der Insel Gough; Gebäude und königlicher Park von Greenwich; Jungsteinzeitliche Monumente auf den Orkney-Inseln.

Haustiere

Seit dem 01.04.2000 gibt es ein Pilotprojekt, das Bürgern der EU und der Schweiz erlaubt, ihre Haustiere mit nach Großbritannien zu bringen. Die Vorbereitungen dazu nehmen allerdings gut sechs Monate in Anspruch. Voraussetzungen für eine Einreise des Tieres sind ein Chip /ISO-Norm 11784 oder 11785), eine Tollwutimpfung, ein Bluttest und ein amtliches Gesundheitszeugnis.
Aktuelle Informationen im Internet unter:
http://www.maff.gov.uk/animalh/quarantine/default.htm
E-Mail: pets@ahrg.maff.gsi.gov.uk. 

Bilder Bilder aus England.

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Diplomatische Vertretungen

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland 21 – 23 Chesham Place, London SW1, Tel.: 020 78241300, Fax: 78241435.

Botschaft der Republik Österreich 18 Belgrave Mews West, London SW1, Tel.: 020 72353731, Fax: 73440292.

Schweizer Botschaft 16 Montagu Place, London W1, Tel.: 020 76166000, Fax: 77247001.

Einreise und Ausreise

Deutsche und österreichische Staatsbürger brauchen für die Einreise nach Großbritannien einen Personalausweis oder einen Reisepass, der noch sechs Monate lang gültig ist. Staatsbürger der Schweiz können entweder mit einem gültigen Reisepass einreisen oder müssen sich zu ihrer Identitätskarte bei der Einreise eine „Pink Visitor Card“ kaufen.
Ein Visum ist also nicht erforderlich.
Für Deutschland gilt:
Kinder bis zu 15 Jahren brauchen einen Kinderausweis, der ab einem Alter von 10 Jahren mit einem Lichtbild versehen werden muss, oder kann, wenn es mit seinen Eltern reist in deren Reisepass eingetragen werden.
Ab dem Alter von 16 Jahren benötigt man einen eigenen Reisepass oder Personalausweis zur Einreise.
Für die Schweiz gilt:
Kinder bis zu 15 Jahren können, ab 6 Jahren mit Foto, im Reisepass der Eltern eingetragen sein oder benötigen einen eigenen Reisepass. Beim Einreisen mit einer Identitätskarte muss wie oben eine „Pink Visitor Card“ gekauft werden.
Für Österreich gilt:
Kinder bis zu 12 Jahren können, wenn sie mit ihren Eltern zusammen reisen, im Reisepass der Eltern eingetragen werden oder benötigen einen eigenen Ausweis. Zum Alleinreisen von Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren gibt es keine gesetzlichen Bestimmungen.
Bei den britischen Generalkonsulaten bzw. bei der britischen Botschaft in Deutschland, der Schweiz oder Österreich können Sie weitere Auskünfte über Einreisebestimmungen, auch für Staatsbürger anderer Länder, erhalten.

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Flüge

 

Familienstruktur Viele Engländer haben einen ausgeprägten Familiensinn. Eheschließungen sind ab dem 16. Lebensjahr möglich, doch in der Regel liegt das Heiratsalter bei etwa 25 bis 30 Jahren. Der Wunsch zu heiraten ist nicht mehr so stark wie früher, und man lässt sich länger Zeit für diese Entscheidung. Die meisten Familien haben ein oder zwei Kinder. Die Geburtenrate ist rückläufig, und viele Frauen bringen ihr erstes Kind erst in einem höheren Alter zur Welt. Die Zahl der berufstätigen Frauen hat in den letzten 30 Jahren kontinuierlich zugenommen. Die Scheidungsrate ist gestiegen und als Folge davon auch die Zahl der Alleinerziehenden. Der Lebensstandard ist zwar niedriger als in den Vereinigten Staaten von Amerika und vieler Nachbarstaaten innerhalb der Europäischen Union (EU), doch gehören Großbritannien und Nordirland zu den zwanzig Ländern mit dem weltweit höchsten Lebensstandard. Seit Anfang der achtziger Jahre vergrößert sich die Kluft zwischen Arm und Reich immer mehr. Die meisten Haushalte gehören zur Mittelschicht. Ungefähr zwei Drittel der Bevölkerung besitzen ein eigenes Haus oder eine eigene Wohnung.
Flora & Fauna

Vor 5000 Jahren war Großbritannien von dichten Laubmischwäldern bedeckt, von denen heute nur noch Reste vorhanden sind. weite Moorlandschaften überziehen Teile von Schottland, Nordirland und Wales sowie die Höhenlagen von Nordengland. Die Mehrzahl der Wälder mussten dem Acker- und Weideland weichen; mithilfe von Aufforstungsprogrammen werden jedoch neue Anpflanzungen vorgenommen.

Große Säugetiere sind durch Jagd oder Zerstörung ihrer Lebensräume ausgerottet worden. Davon ausgenommen ist der Rothirsch, der in den schottischen Highlands überlebt. Von den kleineren Säugern findet man den Rotfuchs, den Dachs, den Fischotter und das Wiesel. Hunderte von Vogelarten leben auf den Inseln und in den Gewässern gibt es zahlreiche Süßwasserfische.

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Fotografieren

 

Im Prinzip wie bei uns in Deutschland.

Tipps zum Fotografieren:
 

Licht

Licht ist für den Fotografen das primäre Gestaltungsmittel. Ideale Bedingungen hat man am frühen Morgen, wenn das Licht weich ist und Mitteltöne gut herausgearbeitet werden können. Die grelle Mittagssonne wirft harte Schatten und ist daher problematisch. Demgegenüber eröffnet das modulierende Abendlicht interessante Perspektiven. Dann nämlich erscheinen die Farben satt, während die Schatten lang und weich fallen.

Schnappschüsse

Spontaneität ist zwar beim Fotografieren gut, Planung ist jedoch besser – insbesondere wenn die Kamera etwas langsam ist. Damit Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen, sollten Sie Ihre Kamera vorher weitgehend manuell eingestellt haben. Anhand eines fiktiven Punktes lässt sich die Entfernung abschätzen und die Belichtungswerte vorab ermitteln.
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Geld

Die Landeswährung, welche auf dem Dezimalsystem beruht, ist das britische Pfund (GB£). Hundert Pence ergeben ein Pfund Sterling (£).
Banknoten sind mit den Werten  5£, 10£, 20£ und 50£ im Umlauf.
Außerdem gibt es sehr selten noch einzelne Pfund-Banknoten (außer in Schottland, wo schottische £1-Noten noch überall verwendet werden). Münzen sind mit den Werten £1.-, 50p, 20p, 10p, 5p, 2p und 1p im Umlauf.
In Großbritannien haben die Banken montags bis freitags von 09.30 bis 16.30 Uhr geöffnet. Samstags haben auch einige Banken, zum in größeren Einkaufszentren, geöffnet. An Feiertagen sind Banken prinzipiell geschlossen. Ein Geldumtausch ist auch in größeren Reisebüros, zum Beispiel Thomas Cool, möglich. In den meisten Städten und Flughäfen gibt es Wechselstuben, die auch abends oft noch geöffnet sind. Weiterhin kann man in vielen Kaufhäusern, Postämtern (kostenlos!) und in Hotels Geld umtauschen. In Banken und Wechselstuben wird oft eine Umtauschgebühr verlangt, die je nach Höhe des Betrages zwischen 1 und 3 £ variiert. Da Wechselkurse und Gebühren deutlich ausgewiesen sein müssen, nutzen Sie die Gelegenheit und überprüfen Sie vorher den Wechselkurs und die fällige Gebühr.

 

Geldautomaten

Ausländische Besucher können an fast allen Geldautomaten mit ihrer EC-Karte und der dazugehörigen Pin-Nr. Geld abheben. Diese Automaten sind entweder mit dem EC-Symbol oder dem „Cirrus/Maestro“-Zeichen gekennzeichnet. Je nach Bank beträgt die Gebühr für die Auszahlung 4 – 5 €. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank nach den Gebühren in einem „Nicht-Euro-Land“ oder nach einer möglichen Partnerbank im Reiseland, bei der Sie dann keine Gebühren zu zahlen hätten. Weitere Möglichkeiten Bargeld zu bekommen sind Reiseschecks. Das „versicherte Bargeld“ kostet Sie beim Kauf nur eine geringe Gebühr und kann dann überall zu einem günstigen Devisenkurs umgetauscht werden. In £ ausgestellte Thomas-Cook-Reiseschecks können kostenlos bei allen Thomas-Cook-Filialen eingetauscht werden. Weitere
Auskünfte bekommen Sie bei Ihrer Bank.
Natürlich können Sie auch mit Kreditkarten Bargeld an Geldautomaten abheben. Allerdings sind die Kosten mit mindestens 5 € sehr hoch. Als Zahlungsmittel werden sie fast überall akzeptiert, im Gegensatz zu Euroschecks, die in Großbritannien nicht mehr angenommen werden.

Kreditkarten

Kreditkarten von MasterCard, Visa und AmEx werden fast überall akzeptiert. In Geschäften, Tankstellen, Supermärkten oder Restaurants werden Sie keine Problem haben, mit der Kreditkarte zu bezahlen. Kleineren Geschäften und Bed-and-Breakfast-Unterkünften ist es allerdings nicht immer möglich, Kreditkarten oder Reiseschecks anzunehmen. Nehmen Sie also immer genug Bargeld mit. Einzelhändlern steht es inzwischen frei einen höheren Preis zu verlangen, wenn Sie erworbene Waren und Dienstleistungen mit Kreditkarte bezahlen wollen. In diesem Falle muss ein deutlicher Aushang vorhanden sein, der Sie auf die unterschiedliche Preisgebung hinweist. 

Gesundheit

Staatsbürger eines Mitgliedstaates der EU werden im Notfall bei Ärzten oder in Krankenhäusern, die dem staatlichen Gesundheitsdienst angehören, behandelt. Jedoch muss man hier mit langen Wartezeiten rechnen.
Der doctor call (Tel. 070 00 / 37 22 55) alarmiert einen privaten Notarzt. Außerdem können Sie bei Botschaften eine Liste deutschsprachiger Ärzte anfordern. Ein Arzt kann auch durch ein Hotel vermittelt werden.
Die Apotheken sind während der üblichen Geschäftszeiten geöffnet.

Gesundheitsprophylaxe in England

 

 

Geografie

Die britischen Inseln sind durch eine Vielfalt von Landschaften und geologischen Formationen geprägt. In Süd- und Mittelengland herrscht eine sanfte Hügellandschaft vor, das nördliche England, Schottland, Wales und Nordirland sind vielfach bergig und zerklüftet. Schottland und seine vorgelagerten Inseln - die äußeren Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln - bilden den nördlichsten Teil Großbritanniens. das schottische Festland unterteilt sich in die nördlich gelegenen Highlands, die Lowlands in Mittelschottland und die Southern Uplands im Süden. Die höchste Erhebung der britischen Inseln ist der Ben Nevis in den Cairngorm Mountains. Die Cheviot Hills im Süden Schottlands bilden eine natürliche Grenze nach England. Südlich der Cheviots beginnt die Gebirgskette der Pennien, die sich bis nach Mittelengland erstreckt. Im Nordwesten liegen die Cambrian Mountains und der Lake-District, im Nordosten finden sich die Moore von Nord Yorkshire. Südlich der Penninen verwandelt sich Mittelengland in eine Hügellandschaft, die nach Osten hin flacher wird.

Der längste Fluss Großbritanniens, die Themse, entspringt in den Cotswold Hills des südlichen Mittelenglands und fließt südöstlich nach London, wo sie in die Nordsee mündet. Wales, das westlich an Mittelengland anschließt, grenzt nördlich an die Irische See, westlich an den St.-George-Kanal und südlich an den Bristol-Kanal. Die Cambrian Mountains bedecken einen großen Teil der Landesmitte. Der zweitlängste Fluss, der Severn, entspringt hier und mündet in den Bristol-Kanal. Jenseits der Irischen See liegt die Insel Irland. Die Republik Irland bedeckt etwa fünf Sechstel des Territoriums, der Rest gehört zu den britischen Provinzen von Nordirland im Nordosten der Insel. Nördlich der nordischen Hauptstadt Belfast erheben sich die Berge von Antrim, deren eindrucksvolle Kreide- und Basaltklippen den Nordkanal zwischen Irland und Schottland säumen.

Geschichte

2 Expeditionen des römischen Feldherrn Gaius Julius Cäsar brachten den Ureinwohnern der Inseln 55 v. Chr. ersten Kontakt mit der römischen Weltmacht, die sich durch eine Invasion 43 n. Chr. zunächst Südost-England, später auch Wales und das schottische Flachland bis zu dem zwischen 122 und 138 errichteten Hadrianswall unterwarf. Nach dem Rückzug Roms fielen nordwestgermanische Stämme, Angeln, Sachsen und Jüten über die Inseln her und gründeten kleine Königreiche, die sich im Laufe der Christianisierung zu größeren Herrschaftsgebieten zusammenschlossen. Im ständigen Kampf gegen Invasoren aus dem Norden, vor allem gegen Dänen und Wikinger, konnte sich ab 955 ein britisches Königreich durchsetzen, das seither mit nur einer Unterbrechung von 11 Jahren existierte. Sogar der Normannenherzog Wilhelm versprach bei seiner Krönung nach dem Sieg in der Schlacht von Hastings 1066, die Gesetze seiner Vorgänger auf dem britischen Thron zu beachten. Wilhelms Nachfolger unterwarfen sich die britischen Territorien England, Schottland, Wales und Nordirland und verwickelten sich in Jahrhunderte langen Auseinandersetzungen mit dem Adel. Waren die Könige schwach, mussten sie solchen Gesetzen und Institutionen zustimmen, aus denen später die britische Demokratie hervorging. So unterzeichnete König Johann I. (Johann ohne Land) nach dem Verlust von Festlandsbesitzungen 1215 die Magna Charta, welche die Feudalrechte des Adels gegen Übergriffe des Königs schützte und später zum Grundstein britischen Verfassungsrechtes wurde.

Um 1230 kam es zur Einrichtung eines Parlaments, in dem seit 1265 auch Abgesandte der Städte vertreten waren. Das späte Mittelalter brachte Pest und Hungerkatastrophen auf die britischen Inseln. Der Verfall der Königsmacht wurde beschleunigt durch den Hundertjährigen Krieg gegen Frankreich (1337 - 1453) und durch die Thronstreitigkeiten des Rosenkrieges (1455 - 1485) zwischen den Häusern Lancaster (rote Rose) und York (weiße Rose). Erwiesen sich die Könige dagegen als stark, wie etwa die Tudor-Monarchen Heinrich VIII. (1509 - 1547) und seine Tochter Elisabeth I. (1558 - 1603), legten sie den Grundstein für den Aufstieg des Königreiches zur Weltmacht. Weil der Papst ihm die Scheidung von seiner ersten Frau Katharina von Aragon verweigert hatte, sagte sich Heinrich VIII. 1534 endgültig von Rom los, gründete eine eigene Kirche, enteignete die Klöster und schuf so die Grundlagen für den Aufbau des modernen britischen Zentralstaates. Auf dem Kontinent konnte England zum ersten Mal seine Rolle als Balanceur eines Gleichgewichtes zwischen den vorherrschenden Mächten , in diesem Fall zwischen Frankreich und den spanischen Habsburgern, ausüben. Mehrere Versuche, die britischen Inseln zu rekatholisieren, scheiterten. Als Heinrichs Tochter Elisabeth 1588 die spanische Flotte schlagen konnte, begann Britanniens Aufstieg zur Weltmacht mit einer energischen Expansion des Welthandels. 1571 wurde die Londoner Börse errichtet, 1600 die East India Company gegründet. Dieser Aufstieg setzte sich auch unter Oliver Cromwell fort, der mit seinen Puritanern 1649 die Monarchie gestürzt und das Commonwealth of England gegründet hatte. Durch die Navigationsakte von 1651 sicherte er britischen Kaufleuten das Recht zum Handel mit den neuen Kolonien. Nach der Restauration der Monarchie konnte England ab 1714 auch unter den Königen aus dem Haus Hannover seine Stellung als Kolonialmacht ausbauen und profitierte dabei von den kriegerischen Auseinandersetzungen der europäischen Rivalen auf dem Festland. Sogar der Verlust von 13 Kolonien auf dem nordamerikanischen Festland, die 1776 ihre Unabhängigkeit erklärten, war nur ein vorübergehender Rückschlag.

Mit 3 Siegen über Napoleon (1799 Abukir, 1805 Trafalgar, 1815 Waterloo) sicherte Großbritannien seine Stellung als wichtigste Weltmacht. Ein hundertjähriges Heraushalten aus den Konflikten des Kontinents (unterbrochen nur durch die Verwicklung in den Krimkrieg 1854 - 1856) erlaubte es dem Inselreich, sich nach der industriellen Revolution auch den Rang einer "Werkstatt der Welt" zu erobern. Britische Dampfschiffe transportierten britische Waren in alle Welt. Gleichzeitig verhinderten innenpolitische Reformen einen Aufstand des Industrieproletariats, das unter elenden Bedingungen leben musste. Der 1. Weltkrieg beendete das Zeitalter des britischen Imperialismus, in dem Königin Viktoria (1837 - 1901) auch als Kaiserin von Indien geherrscht hatte. 1920 schuldete das Vereinigte Königreich den USA bereits 4 Milliarden Dollar, ein Jahr später musste es der einstigen Kolonie das Recht eingestehen, sich eine Flotte zu halten, die genauso groß war wie die britische - 400 Jahre Dominanz auf den Weltmeeren ging zu Ende. Ähnlich wie im Jahrhundert zuvor versuchte Großbritannien nach der Weltwirtschaftskrise durch eine Politik der "internationalen Befriedung" günstige Bedingungen für internes Wirtschaftswachstum zu erreichen. Doch die Appeasement-Politik des Premiers Neville Chamberlain nährte nur die Aggressionslüste Hitlers. Nach dessen Angriff auf Polen am 01. September 1939 erklärte Großbritannien aufgrund einer Garantieerklärung für das angegriffene Land Deutschland 2 Tage später den Krieg.

Aus dem 2. Weltkrieg ging Großbritannien siegreich, aber geschwächt hervor. Finanzpolitisch geriet es in die Abhängigkeit der USA. Mit der Unabhängigkeit der Kolonien Indien, Birma (Myanmar) und Ceylon (Sri Lanka) begann der Prozess der Dekolonialisierung und mit der 1956 von den USA erzwungenen Aufgabe des Suez-Kanals, dem sichtbarsten Symbol des britischen Imperialismus, erlosch Großbritanniens Rolle als Weltmacht. Nach anfänglicher Skepsis gegenüber der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beantragte der konservative Premier Harold Macmillan 1961 die Aufnahme in die Gemeinschaft, die 2 Jahre später an einem Veto Frankreichs scheiterte. Erst Edward Heath gelang nach langen Verhandlungen 1972 der Beitritt zur EG. Doch schon unter seiner Nachfolgerin Margaret Thatcher, der ersten Frau als Ministerpräsident, begann eine Periode der Distanzierung vom Kontinent. Thatcher befürchtete, die EU entwickle sich zu einem neuen Superstaat, der vom wieder vereinigten Deutschland dominiert werden könnte. Als einzige der größeren europäischen Mächte beteiligte sich Großbritannien nicht an der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung. Erst unter dem Labour-Premier Tony Blair wurde das Klima zwischen Königreich und Kontinent wieder freundlicher.

Konfliktpotential/Trends Nordirland: Mit den Wahlen zu einer parlamentarischen Versammlung am 25. Juni 1998 begann die Umsetzung des Friedensabkommens von Belfast. Der Konflikt zwischen Unionisten, den Anhängern der britischen Krone, und den Befürwortern einer Wiedervereinigung ganz Irlands ist dadurch noch nicht gelöst. Vor allem die anhaltende Bewaffnung der Untergrundgruppen beider Seiten birgt die Gefahr, dass die blutigen Auseinandersetzungen jederzeit wieder beginnen können. Darüber hinaus ermöglichen es die hochkomplizierten Ausführungsbestimmungen des Belfaster Abkommens extremistischen Politikern, den Friedensprozess jederzeit zu blockieren. Monarchie: Der Unfalltod von Prinzessin Diana, der beliebten geschiedenen Frau des britischen Thronfolgers, am 31. August 1997 führte zu einer vorübergehenden Empörung vieler Briten über das angeblich gefühlskalte Verhalten der Windsors und erinnerte daran, dass es in Britannien durchaus republikanische Traditionen gibt. Die Empörung zwang das Herrscherhaus zu einer erfolgreichen PR-Offensive.

Das britische Oberhaus stimmte am 27.10.1999 einem Gesetzentwurf der Labour-Regierung zu, nach dem der Erbadel in der zweiten Kammer des britischen Parlaments seine Rechte verliert. Nur noch 92 der 646 Erblords besitzen für eine nicht näher definierte Übergangszeit ein Stimmrecht im Oberhaus. Außer den Erblords sitzen im Oberhaus 541 von Königin Elisabeth II. ernannte Lords auf Lebenszeit sowie 26 Vertreter der Geistlichkeit. Im zuletzt 1213 Personen starken Oberhaus stellten die Konservativen mit 471 Mitgliedern die größte Gruppe, während Labour mit 179 Mitgliedern (davon 160 Lords und Ladies auf Lebenszeit) traditionell in der Minderheit war. Labour-Premierminister Tony Blair (46) hatte mehrfach bemängelt, dass die Gesetzgebung der großen Labour-Mehrheit im Unterhaus (419 von 659 Sitzen) durch Widerstand des ungewählten Oberhauses undemokratisch behindert oder verzögert werde. Die politische Mitbestimmung des englischen Erbadels geht im Kern auf die Magna Charta (1215) zurück, in der den Baronen gegenüber dem König ein Mitspracherecht bei der Steuererhebung und bei Regierungsakten eingeräumt wurde. Außengebiete: (Karte der Außengebiete hier) Die Isle of Man ist die größte Insel (572 qkm) in der Irischen See. Etwa 72.000 Einwohner, die sich "Manxman" bzw. "Manxwoman" nennen. Hauptort Douglas. Eigene Verfassung von 1866. Zwei-Kammern-Parlament, bestehend aus dem alle 5 Jahre direkt gewählten "House of Keys" (24 Abgeordnete) und dem Gesetzgebenden Rat, von dessen 11 Mitgliedern 8 vom "House of Keys" ernannt werden. Der Präsident, der "Lord Bishop of Sodor and Man" sowie ein "Attorny-General" komplettieren die Kammer.

Die Channel Islands (Kanalinseln) stellen eine Inselgruppe im Ärmelkanal vor der französischen Küste mit einer Fläche von 196,8 qkm und 120.000 Einwohner dar. Die felsige Insel Anguilla (91 qkm) im Nordosten der Karibik hat 10.800 Einwohner meist afrikanischer Herkunft. Hauptort ist The Valley. Britische Kolonie (1650 - 1967) mit Verfassung von 1976 und einem Parlament (11 Abgeordnete, davon 7 direkt alle 5 Jahre gewählt, 2 ernannte und 2 qua Amt). Die Bermudas sind ein Archipel (53 qkm) mit rund 150 Inseln im Atlantik, 900 km von der US-Küste entfernt, ohne Flüsse und Seen. 64.000 Einwohner. Britische Kolonie seit 1684, Autonomie und Verfassung von 1968. Parlament mit 40 gewählten, Senat mit 11 ernannten Mitgliedern. Die Britischen Jungferninseln bestehen aus 60 gebirgigen Inseln (153 qkm), von denen nur 16 bewohnt sind. Britisch seit 1672, Kolonie seit 1872. Verfassung von 1977. Parlament mit 15 Sitzen. Die Falklandinseln mit rund 200 Inseln (insg. 12.173 qkm) liegt im Südatlantik. Britisch seit 1833, Kolonie seit 1892. Verfassung von 1985. Legislativrat mit 10 Mitgliedern.

Im April 1982 besetzten argentinische Truppen des von Buenos Aires als "Islas Malvinas" beanspruchten Archipel. Nach 73 Tagen verlustreicher Kämpfe, in denen das über 13.000 km entfernte Großbritannien über 100 Schiffe mit insgesamt 26.000 Mann einsetzte, wurde die argentinische Invasion beendet. Dabei starben 1005 Soldaten, 750 von ihnen Argentinier und 3 Falkländer.

Die felsige Halbinsel Gibraltar (6,5 qkm) an der spanischen Südküste ist ein bedeutende Hafen mit Reparatur-Docks, Marine- und Luftwaffenstützpunkte. 30.000 Einwohner. Britisch seit 1713, Kronkolonie seit 1830, Verfassung von 1969. Parlament mit 15 Sitzen. Britanniens letzte europäische Kolonie ist der Stachel im Fleisch Spaniens. Der Streit um den Affenfelsen belastet die Beziehung beider Länder. Die Kaimaninseln bestehen aus 3 Haupt- und zahllose kleine Inseln (gesamt 258 qkm) in der westlichen Karibik. Britisch seit 1670, autonom seit 1962. Verfassung von 1959. Parlament mit 18 Mitgliedern.

Die Urlaubsinsel Montserrat (102 qkm) in der Karibik wurde seit 1995 durch Vulkanausbrüche schwer getroffen. Der Südteil der Insel und die Hauptstadt Plymouth wurden unter Asche und Felsen begraben. 12.800 Einwohner meist afrikanischer Herkunft, von denen im September 1997 nach der Naturkatastrophe nur noch ca. 4.000 auf der Insel ausharren. Britisch seit 1632, autonom seit 1960, Verfassung von 1961. Legislativrat mit 11 Mitgliedern.

Die Inselgruppe Pitcairninseln haben eine Fläche von 35,5 qkm. Die 54 Einwohner sind Nachkommen der Bounty-Meuterer. Britische Siedlung seit 1887, Verfassung von 1940. Inselrat mit 10 Mitgliedern. St. Helena (122 qkm) liegt im östlichen Südatlantik. 5700 Einwohner. Britisch seit 1673, Kolonie seit 1834. Verfassung von 1988. Legislativrat mit 16 Mitgliedern.

Die steilzerklüftete Felseninseln Süd Georgien und Südliche Sandwichinseln (3592 und 311 qkm) liegen im Südatlantik und sind zum Großteil schnee- und eisbedeckt. Auf Süd-Georgien befindet sich ein Militärstützpunkt, die Bird-Insel beherbergt eine Forschungsstation.

Die Turks- und Caicosinseln bestehen aus 30 Karibikinseln (430 qkm) südlich der Bahamas. 14.360 Einwohner meist afrikanischer Herkunft. Britisch seit 1766, Verfassung von 1988. Legislativrat mit 20 Mitgliedern.

Die umstrittenen britischen Einreisekontrollen auf dem Prager Flughafen sollen ab 09. August 2001 eingestellt werden. Dies teilten die britische und die tschechische Regierung am Dienstag mit. Den Angaben zufolge führten die dreiwöchigen Kontrollen zu einem deutlichen Rückgang der von Tschechen gestellten Asylanträge. Mit Zustimmung der Prager Regierung hatte die britische Einwanderungsbehörde alle tschechischen Flugpassagiere kontrolliert, die von dem Flughafen aus nach Großbritannien reisen wollten.

Einen Tag nach dem Entwaffnungsvorschlag der IRA haben sich die Friedensaussichten in Nordirland am 07. August 2001 wieder verschlechtert. Der zurückgetretene nordirische Regierungschef und Protestantenführer David Trimble verweigerte seine Zustimmung zum Friedenspaket der britischen und irischen Regierung. Die IRA müsse erst mit ihrer Entwaffnung beginnen, forderte er. Ihre bisherige Abrüstungsinitiative reiche "bei weitem" nicht aus. Einen Hintergrundbericht finden Sie hier. Spanien und Großbritannien wollen ihren Streit um die britische Kronkolonie Gibraltar innerhalb der kommenden Monate endgültig beilegen. Der spanische Außenminister Josep Piqué und sein britischer Kollege Jack Straw trafen sich am 19.11.2001 in Barcelona, um neue Verhandlungen über die Zukunft Gibraltars aufzunehmen.

Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem, konstitutionelle Monarchie, zwei gesetzgebende Organe

Fortsetzung ¬

 


 


Alle Angaben und Informationen ohne Gewähr! Ein ganz besonderer Dank geht an die Schüler und Lehrer der Oberschule an der Marzahner Promenade in Berlin, die uns freundlicherweise Informationen aus ihrem privaten Projekt »Erdkunde-Online« insbesondere zu den Themen Umgangsformen, Familienstruktur, Flora & Faune, Geografie und Geschichte überlassen haben.

Hinweis: Während der Aktualisierungsphase, die eine gewisse Zeit dauern wird, können die gewünschten Infos ab 20. Januar 2006 per E-Mail angefordert werden.

Update 01.12.2005 10:30



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