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Geschichte |
Präinkazeit
Das heutige Staatsgebiet von Ecuador umfasste in präinkaischer
Zeit mehrere kleine voneinander weitgehend unabhängige Stammesgebiete
zwischen den Großreichen der Chimu im Süden und der Chibcha
im Norden.
Inkazeit
Im 15. Jahrhundert überrannten die Inka das gesamte Gebiet
bis in die Gegend von Pasto (heute Süd-Kolumbien) und etablierten
den Hauptort Quito als nördliche Hauptstadt ihres Reiches.
Von hier aus errang der letzte Inkakaiser Atahualpa in einem
kurzen Bürgerkrieg gegen seinen Bruder Huáscar die Macht.
Conquista
Im Zuge der Conquista eroberte kurz darauf Sebastian de Benalcazar,
ein Hauptmann des Francisco Pizarro, die Gebiete zwischen
dem heutigen Peru und dem Chibchareich und gründete 1534 die
heutige Hauptstadt San Francisco de Quito. Von hier aus entdeckte
die Expedition des Gonzalo Pizarro 1546 den Amazonas, weshalb
Ecuador immer wieder letztlich vergeblich Anspruch auf einen
Zugang zu diesem Strom erhoben hat.
Kolonialzeit
Als Vorläufer des heutigen Ecuador bestand während der gesamten
Kolonialzeit die Real Audiencia de Quito, die abwechselnd
und mit oft unbestimmtem Status und noch weniger bestimmten
Grenzen zum Vizekönigreich Perú oder zum Vizekönigreich Neugranada
('Kolumbien') gerechnet wurde. Im Jahre 1802 bereiste und
erforschte Alexander von Humboldt die Gegend und bestieg den
Pichincha sowie die Hänge des Chimborazo. Das Ende der kolonialen
Herrschaft kam, als Marschall Antonio José de Sucre, ein Leutnant
des Simón Bolívar, die Spanier im Jahre 1822 in der Schlacht
am Pichincha bei Quito schlug und aus dem Land vertrieb.
Unabhängigkeit
Nach der Schlacht am Pichincha (24. Mai 1822) wurde das Gebiet
des heutigen Ecuador als südlicher Teil von Großkolumbien,
das das Gebiet der heutigen Staaten Ecuador, Kolumbien, Venezuela
und Panama umfasste, von Spanien unabhängig. Die Republik
Ecuador entstand im Jahre 1830 aus dem Zerfall Großkolumbiens.
Die Namensgebung geht auf die französisch-spanische Expedition
(unter Beteiligung von Charles Marie de La Condamine, Pierre
Bouguer, Louis Godin, sowie von Jorge Juan und Antonio de
Ulloa) zurück, die im 18. Jahrhundert unter anderem zum ersten
Mal die genaue Lage des Äquators vermessen hatte. Erster Präsident
der Republik Ecuador wurde General Juan José Flores, ein Parteigänger
Simón Bolívars. Er wurde 1845 durch die sogenannte Märzrevolution
gestürzt. 1832 besetzte und annektierte Ecuador die bis dahin
mehr oder weniger unbewohnten und herrenlosen Galápagos-Inseln,
die in etwa 1000 km Entfernung vor der Küste des Landes liegen.
Drei Jahre später, 1835 besuchte Charles Darwin im Rahmen
der britischen Expedition der Beagle die berühmte Inselgruppe
und sammelte dort Erkenntnisse, die ihn später zur Entwicklung
der Evolutionstheorie führten. Die gesamte weitere Geschichte
des Landes war durch die schroffen Gegensätze zwischen Liberalen
und Konservativen, Großgrundbesitzern und der indigenen landlosen
Bevölkerung, Mestizen und Indianern, den rückständigen Provinzen
und den Städten, dem Hochland und der Küste sowie der Konkurrenz
zwischen der Hauptstadt Quito und der größten Hafenstadt Guayaquil
geprägt. Diese Gegensätze bewirkten eine mehr oder weniger
bis heute durchgängig chaotische politische Entwicklung, die
in kurzer Folge immer wieder durch Putsch und Gegenputsch,
kurzen Bürgerkriegsepisoden und regionalen Partikularismus
gekennzeichnet war. Zeitweise 'regierten' in Ecuador bis zu
drei 'Präsidenten' gleichzeitig.
Moreno-Herrschaft und Liberale Revolution
Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war geprägt durch
die Auseinandersetzungen zwischen konservativen und liberalen
politischen Kräften. Nach der Absetzung von General Flores
in der Märzrevolution dominierten zunächst liberale Kräfte,
bevor der klerikal-konvervative Gabriel García Moreno (in
Allianz mit Flores) als aus dem Bürgerkrieg der "Nationalen
Krise" der Jahre 1859/60 hervorging. Er verfolgte während
seiner beiden Präsidentschaften ein umfassendes, vor allem
auf das Bildungswesen und die Infrastrukturentwicklung ausgerichtetes
Modernisierungsprogramm, bei dem andererseits politische Gegner
mit harter Hand unterdrückte, die Ausrichtung des Landes an
fundamentalchristlichen Werten anstrebte und Ordensgemeinschaften
wie den Jesuiten hohen Einfluss einräumte. Er wurde 1875 ermordet.
Es folgten 20 Jahre erneuter politischer Instabilität. 1895
kam durch einen Putsch in Guayaquil der bereits seit über
20 Jahren an Aufständen gegen verschiedene Regierungen beteiligte
General Eloy Alfaro an die Macht, und mit ihm begann die Epoche
der liberalen Revolution in Ecuador, die erneut ein insbesondere
bildungs- und infrastrukturorientiertes Modernisierungsprogramm
implementierte. Dies geschah allerdings der Moreno-Herrschaft
entgegengesetzten Vorzeichen: Alfaro und seine Mitstreiter
säkularisierten konsequent den ecuadorianischen Staat: Sie
konfiszierten Kirchengüter, führten Religionsfreiheit und
Zivilehe ein und stärkten die Oberhoheit des Staates im Bildungswesen.
Alfaro wurde 1911 durch einen Putsch gestürzt, nachdem er
versucht hatte, seinen gewählten Nachfolger Estrada zum Rückzug
zu bewegen, um weiter regieren zu können. 1912 wurde er nach
einem erneuten Versuch, die Macht zu ergreifen, festgenommen
und gefangengesetzt. Er wurde im Gefängnis ermordet, sein
Leichnam öffentlich verbrannt.
20. Jahrhundert
Politische Geschichte
Nach der Liberalen Revolution lösten sich auch im 20. Jahrhundert
gewählte und durch Militärputsch installierte Regierungen
in raschem Wechsel ab, eine Festigung demokratischer Institutionen
gelang durch den Einfluss der Militärs kaum. Im Durchschnitt
wurde die jeweilige Regierung etwa alle eineinhalb Jahre durch
einen militärischen Putsch oder zivilen Staatsstreich gestürzt,
was Ecuador den Ruf der klassischen Bananenrepublik einbrachte.
Seit den 1940er Jahren wurden in Ecuador Erdölfelder gefunden
und gefördert, was besonders in den 1970er Jahren zu einer
Phase wirtschaftlichen Wachstums und relativer politischer
Stabilität, allerdings meist unter Militärregierungen, führte.
Ecuador gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft,
die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten
aufgebaut hat. Eine bedeutendere Rolle spielte in der zweiten
Hälfte des 20. Jahrhunderts spielte der konservative Populist
José María Velasco Ibarra, der seit den vierziger Jahren insgesamt
fünfmal Präsident war und zuletzt erst 1972 in Zusammenhang
mit der Entdeckung größerer Erdölvorräte im Amazonas-Tiefland
durch den Putsch des Generals Guillermo Rodríguez Lara gestürzt
wurde. Ecuador trat der OPEC bei. Die Nachfolger dieser zunächst
relativ stabilen, selbst ernannten 'national-revolutionären'
Militärdiktatur wurden 1979 durch den frei gewählten sozialdemokratisch
orientierten Präsidenten Jaime Roldós abgelöst, der 1981 unter
bis heute ungeklärten Umständen bei Flugzeugabsturz umkam.
Ihm folgte Vizepräsident Osvaldo Hurtado im Amt, der 1984
vom konservativen León Febres Cordero abgelöst wurde, auf
den der sozialdemokratische Rodrigo Borja und der konservative
Architekt Sixto Durán-Ballén folgten. Diese drei Präsidenten
regierten jeweils ihre gesamte verfassungsgemäße Amtszeit,
was seit dem Ende der Präsidentschaft Durán-Ballén (1996)
nicht mehr vorgekommen ist. Bereits nach wenigen Monaten endete
1997 die Präsidentschaft von Abdalá Bucaram, eines Schwagers
von Jaime Roldós, im durch politische Unfähigkeit und Korruption
hervorgerufenen Chaos, woraufhin der Präsident fluchtartig
das Land Richtung Panama verlassen musste. Eine neue Konstellation
ergab sich, als in der Folge linksgerichtete Militärs mittlerer
Ränge in seltener Koalition mit indianischen Gruppen durch
einen Putsch am 21. Januar 2001 den Präsidenten Jamil Mahuad
stürzten. Hintergrund waren vor allem die Proteste gegen die
Dollarisierung des Landes und die Abschaffung der eigenen
Landeswährung Sucre. Nachdem kurz ein Triumvirat aus dem Indianerführer
Antonio Vargas, dem ehemaligen Verfassungsrichter Carlos Solórzano
und dem Obristen Lucio Gutiérrez die Macht übernommen zu haben
schien, wurde schließlich – auch auf Drängen der US-amerikanischen
Botschaft – der bisherige Vizepräsident Gustavo Noboa als
Präsident eingesetzt und vereidigt. Dieser brachte Mahuads
Amtszeit zuende. Bei den Wahlen im Oktober 2002 traten neben
den Ex-Präsidenten Rodrigo Borja und Osvaldo Hurtado und dem
Multimillionär Álvaro Noboa auch der inzwischen zum Politiker
gewandelte Lucio Gutiérrez an. Er gewann im zweiten Wahlgang
mit 54% der Stimmen die Präsidentschaftswahl, konnte aber
keine dauerhaft stabile Regierung bilden, da er seine Wahlversprechen
insbesondere im Bereich der Sozialpolitik kaum umsetzten konnte.
Die Minister der an der Regierung beteiligten Plurinationalen
Indianerbewegung Pachakutik verließen daraufhin das Kabinett.
Gutiérrez' eigene Partei verfügte nur über sechs von 100 Parlamentsmandaten,
so dass er in der Folgezeit auf wechselnde Koalitionen und
instabile Mehrheiten angewiesen war. Unter anderem ließ er
verfassungswidrig Richterposten am Obersten Gerichtshof neu
besetzen, um Ex-Präsident Abdalá Bucaram die Rückkehr aus
dem Exil zu ermöglichen. Am 20. April 2005 wurde der Präsident
nach etwa einmonatigen Demonstrationen in Quito, die ihm Unfähigkeit,
Korruption und Vetternwirtschaft vorwarfen, in einer Sondersitzung
des Nationalkongresses seines Amtes enthoben; an seiner Stelle
wurde der ehemalige Vizepräsident Alfredo Palacio vereidigt.
In jüngster Zeit droht Ecuador unverschuldet eine Verwicklung
in den kolumbianischen Bürgerkrieg, da die Rebellen der FARC
die Nordgrenze des Landes immer wieder überschreiten, um die
unwegsamen Gebiete südlich des Putumayo als Ruheraum zu missbrauchen.
Weiter haben die USA im Jahre 2000 eine Marinebasis an der
Pazifikküste in MAnta errichtet, um von dort aus kolumbianische
Coca-Felder aus der Luft zu vernichten und die Guerillas zu
bekämpfen.
Ecuador verlor 1904 große Teile seines nominellen Staatsgebiets
im Norden und Osten an seine Nachbarländer Peru und Kolumbien,
wobei es diese Gebiete nie wirklich kontrolliert hatte. 1941
marschierte die peruanische Armee in den Süden von Ecuador
ein und löste damit den Peruanisch-Ecuadorianischer Krieg
aus. Das peruanische Militär brannte die Stadt Santa Rosa
nieder, besetzte den wichtigen Bananenhafen Machala und bedrohte
Guayaquil. Ecuador musste daraufhin 1942 im Vertrag von Rio
de Janeiro die Hälfte seines verbliebenen Territoriums an
Peru abgeben, wobei auch hier wieder großenteils Gebiete vor
allem im Osten und Südosten am Amazonas betroffen waren, in
denen eine ecuadorianische Verwaltung seit der Kolonialzeit
de facto nie bestanden hatte. Der letzte Grenzkrieg mit Peru
um das Gebiet der Cordillera del Condor am Río Cenepa, entzündete
sich 1995 an Streitigkeiten um die Auslegung dieses Vertrages
und wurde offiziell erst 1999 durch einen nunmehr als 'endgültig'
bezeichneten Grenz- und Friedensvertrag beendet. Ab 1995 führten
die US-Amerikaner hier die verdeckte Operation "Safe Border"
durch, um Ölförderanlagen und Pipelines gegen Auswirkungen
der Grenzscharmützel zu sichern.
Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem, Republik, ein gesetzgebendes Organ
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Gesundheit |
Impfungen
Ecuador verlangt offiziell keine Pflichtschutzimpfungen. Jedoch sollten Sie sich vor der Abreise bei einem Tropenarzt oder dem Auswärtigen Amt über notwendige Impfungen informieren.
Generell ist ein Schutz gegen Tetanus, Diphterie, Polio und Hepatitis A und B sehr empfehlenswert. Bei Reisen ins tropische Landesinnere oder in die Küstenregion Esmeralda ist weiterhin eine Gelbfieberimpfung sinnvoll. Falls Sie vorhaben in das Küstengebiet oder Amazonas-Tiefland zu reisen, sollten Sie vorher eine Malariaprophylaxe einnehmen. Eine 100%tige medikamentöse Prophylaxe gibt es allerdings nicht, da die viele unterschiedlichen Moskito-Stämme gegen einige Mittel bereits immun geworden sind.
Vor der Dämmerung sollten Sie Ihre Haut mit insektenabweisenden Mitteln wie Autan oder Zedan einreiben und abends langärmelige, helle Kleidung tragen. Noch wirksamer ist natürlich ein Moskitonetz bei Nacht, das Sie vor den Stichen der Mücken schützt.
In Ecuador gibt es das Abwehrmittel Detan. Es hilft zwar, aber ist hautagressiv.
Allgemeine Vorsichtsmassnahmen
Sie sollten viel trinken, mäßig essen und gut salzen. Wenn der Urin dunkel wird, sollten Sie dies umgehend untersuchen lassen. Essen Sie außerhalb von Hotels der Komfort- und Luxusklasse keine Mayonnaise, Tatar oder Eiscreme. Weiterhin sollten Sie auf rohe Salate und Milch verzichten, sowie auf Eiswürfel und Leitungswasser.
„Cook it, fry it, peel it or forget it!“ lautet eine alte Regel, an die Sich sich halten sollten.
Wenn Magen-Darm-Probleme auftreten sollten, nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich. Helfen kann auch Salz oder eine Glukose-Electrolyt-Mischung, die man in jeder Apotheke bekommt.
Sonnenschutz
In Ecuador ist die Sonneneinstrahlung aufgrund der Nähe zum Äquator sehr hoch. Nehmen Sie deshalb eine Sonnencreme mit sehr hohem Lichtschutzfaktor, eine gute Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung mit.
Höhenkrankheit
Quito liegt bei etwa 2800m. Aufgrund dieser Höhenlage kann es innerhalb von 6 – 12 Stunden nach Ankunft zu einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens kommen. Dies kann sich in Form von beschleunigtem Herzschlag, schwerer Atmung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schlafstörungen, Schwindel und Schwellungen im Bereich des Gesichts, der Arme und der Füße äußern.
Wenn man sich an einige Grundregeln hält, kann man gut mit den extremen Höhen in Ecuador umgehen: Ruhen Sie sich besonders am ersten Tag aus. Rauchen Sie möglichst nicht und trinken Sie keinen Alkohol. Trinken Sie Coca-Tee. Und inhalieren Sie bei starken Kopfschmerzen ca. 5 – 10 Minuten Sauerstoff.
Ärzte empfehlen gegen die „Höhenkrankheit“ die Einnahme von DIAMOX.
Untrainierte Bergsteiger sollten sich vor Reiseantritt unbedingt sachkundigen Rat einholen.
die "Höhenkrankheit" wird von Ärzten die Einnahme von DIAMOX empfohlen. Untrainierten Bergsteigern wird dringend empfohlen, vor Reiseantritt sachkundigen Rat einzuholen. Von der "akuten Bergkrankheit" spricht man, sofern mehrere der o.a. Symptome auftreten.
Wenn kein weiterer Aufstieg erfolgt, verschwinden diese Beschwerden in der regel im Laufe von ein bis zwei Tagen.
Faktoren, die zu einem Auftreten der akuten Bergkrankheit führen können, sind die individuelle Disposition, die Ausgangshöhe, die Aufstiegsgeschwindigkeit und der Grad der körperlichen Anstrengung.
Krankenhäuser und Ärzte
Im privaten Gesundheitssektor gibt es hervorragende Mediziner. Fast alle Reise-Krankenversicherungen beinhalten eine Übernahme der anfallenden Kosten für eine Behandlung. Private Kliniken sind in Punkto Ambulanz und stationäre Behandlung auf europäischem Niveau.
Die staatlichen Provinzkrankenhäuser und Gesundheitszentren sind logistisch oft schlecht ausgestattet und sollten daher nur als Anlaufstelle für erste Untersuchungen und in Notfällen genutzt werden.
Leitungswasser
Wenn Sie es unbedingt trinken möchten, sollten Sie es vorher wenigstens abkochen und filtern. In Lebensmittelgeschäften können Sie aber auch einfach „agua linda“ in Flaschen kaufen.
Gesundheitsprophylaxe
Ecuador
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