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Allgemeine Landesdaten |
Offizieller Name: The Commonwealth of The Bahamas
Fläche: 13.939 km²
Einwohnerzahl: 304.000 (2006 geschätzt)
Größte Städte: Nassau (Hauptstadt) - 135.000 Einwohner.
Offizielle Landessprache: Englisch.
Bevölkerungsgruppen: Schwarze 86,0 %, Mischlinge und
Andere 8,0 %, Weiße 6,0 %.
Religion: Baptisten und Katholiken 45,4 %, Anglikaner
10,8 %, Konfessionslose 5,3 %, Spiritisten 1,5 %, Andere 20,2
% (1995).
Lebenserwartung: Männer - 68,3, Frauen - 73,9 (2000).
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Geschichte |
Der Inselstaat Commonwealth der Bahamas liegt im Nordatlantik,
obwohl er oft fälschlicherweise zur Karibik gezählt wird.
Die frühsten Spuren einer Besiedelung gehen in das 4. Jahrhundert
zurück, dauerhaft besiedelt wurden einige der über 700 Inseln
aber erst im 9. und 10. Jahrhundert. Nach der Entdeckung durch
Christoph Kolumbus errichteten Mitte des 17. Jahrhunderts
englischen Siedler die ersten Kolonien. Freibeuter nutzen
die Inseln Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts als
Unterschlupf, da sie für die Kolonialmächte, auf Grund ihres
Rohstoffmangels und der ungeeigneten Böden, nur eine geringe
Bedeutung hatten. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gilt der
1973 in die Unabhängigkeit entlassene Inselstaat als Touristenziel
und Steueroase.
Präkolumbische Zeit
Die ersten Spuren menschlichen Lebens auf den Bahamas gehen
bis in das 4. Jahrhundert zurück. Archäologen entdeckten aus
dieser Zeit Fischersiedlungen eines unbekannten Volkes das
die Inseln wahrscheinlich von Kuba aus erreichte. Der zum
Arawakvolk zählende Stamm der Lucayan oder "Lukku-cairi",
wie sie sich selbst nannten, besiedelte das Inselreich zwischen
dem 9. und 10. Jahrhundert von den kleinen Antillen aus. Von
hier aus flohen sie vor den Kariben, denen sie nichts entgegenzusetzen
hatten.
Kolonialzeit
Entdeckung durch Kolumbus Christoph Columbus - Gemälde von
Sebastiano del Piombo (1529 - 1530) Als Christoph Kolumbus
am 12. Oktober 1492 die Neue Welt erreichte, betrat er die
von den Lucayan bewohnte Insel Guanahani. Den Ureinwohnern,
die er selbst als friedlich bezeichnete, gab er, im Glauben
Indien entdeckt zu haben, den Namen Indianer. So erhielten
auch die Insel und die gesamte Inselgruppe von ihm ausgewählte
Namen. Die Insel taufte er San Salvador (span. Heiliger Retter)
und die Inselgruppe Baja Mar (span. flaches Meer), woraus
sich später die Bezeichnung Bahamas entwickelte. Da die Spanier,
auf Grund des kargen Bodens und der Rohstoffarmut, davon absahen
die Bahamas zu besiedeln, versklavten sie bis 1520 alle etwa
40.000 Lucayans, die auf den Inseln lebten, in ihre Minen
auf Hispaniola, wo sie an Krankheit und Auszehrung starben
und endgültig ausgerottet wurden.
Erste Siedlungen
Nach dem Spanien seit 1492 keine Anstrengung unternahm die
Inseln zu besiedeln, beanspruchte sie König Karl I. von England
am 30. Oktober 1629 in dem er sie der Provinz Carolina zuordnete
und Sir Robert Heath zum Gouverneur der Provinz ernannte (Dokument:
Sir Robert Heath's Patent 5 - Charles I.; October, 30 1629).
Die ersten Siedler nannten sich Eleutheran Adventurers, religiös
verfolgte Puritaner von den Bermuda-Inseln. Sie gründeten
1647 die erste Siedlung auf den Bahamas und gaben ihr den
Namen Eleuthera (griech. für Freiheit), den heute die Insel
trägt. William Sayle, der die Gruppe anführte, wurde 1648
zum Gouverneur der Insel. Der wenig fruchtbare Boden zwang
die Siedler die Kolonie 1657 aufzugeben. Sie spalteten sich
auf, ein Teil der Siedler reiste auf die Bermudas zurück der
andere Teil gründete neue Siedlungen auf den umliegenden Inseln.
So wurde u.a. 1656 New Providence besiedelt und Charles Town
gegründet.
Piratenära
Am 1. November 1670 übergab König Karl II. die Ländereien
der Bahamainseln an die Lord Proprietors von Carolina. Zur
selben Zeit erkannten immer mehr Piraten, dass die Inseln
der Bahamas einen idealen Ausgangspunkt für ihre Raubzüge
darstellten. Vor allem spanische Schiffe nutzen die Floridastraße
zum Warentransport und waren damit erstes Ziel der Piraten,
aber auch Schiffe die immer wieder an den unzähligen Korallenriffen
der Bahamainseln auf Grund liefen waren leichte Beute. Piraten
wie Henry Jennings, Blackbeard, Edward England, Christopher
Condent, Benjamin Hornigold, Charles Vane, Jack Rackham alias
Calico Jack, Anne Bonny und Stede Bonnet nutzen die Inseln
der Bahamas als Ausgangsort für ihre Raubzüge. Spanien und
Frankreich reagierten 1684 auf diese Bedrohung für ihre Handelsschiffe
mit einer Invasionsflotte, welche die Kolonie auf New Providence
zerstörte, die als Hochburg der Piraten galt. Charles Town
wurde 1687 wieder aufgebaut und 1689 in Nassau, zu Ehren König
Wilhelm III. aus dem Hause Oranien-Nassau, umbenannt. Die
Piraten waren allerdings nicht vertrieben worden, sie machten
sich die Kolonie erneut zu Eigen. Die spanische Armee zerstörte
1695 die Kolonie ein zweites Mal und versuchte so das Problem
endgültig zu lösen. Die Piraten leisteten weiter Widerstand
und bauten Nassau 1697 erneut auf. Da die Raubzüge durch die
Piraten nicht enden wollten, zerstörte 1703 eine spanisch-französische
Flotte die Kolonie ein drittes Mal, erneut ohne Erfolg. Die
Piraten bauten Nassau wieder auf und übernahmen 1706 sogar
die Kontrolle über die Bahamas. Sie regierten die Inseln von
Nassau aus, und um 1716 wurde Blackbeard sogar als Magistrat
der Piraten Republik bezeichnet. Lange Zeit unternahm England
nichts gegen die Piraten, sie waren in der Karibik aktiv und
setzten so vor allem Spanien und Frankreich unter Druck -
weniger ein Problem, eher ein Nutzen für die englischen Kolonialbestrebungen.
Um der Piraterie nun doch endlich Einhalt zu gebieten, wurden
die Bahamainseln 1717 zur britischen Kronkolonie und Woodes
Rogers, ein ehemaliger Pirat, zum Krongouverneur der Bahamas
ernannt. Mit drei Kriegsschiffen erreichte er Nassau am 26.
Juli 1718, wo zu dieser Zeit mehr als 2000 Piraten lebten.
Er gewährte den Piraten königliche Amnestie, sofern sie der
Piraterie abschworen. Zehn Kapitäne, darunter Blackbeard und
Charles Vane, lehnten dies ab und flohen. Rogers ließ sie
alle verfolgen - keiner entkam.
Britische Kronkolonie
18. Jahrhundert
Nachdem Woodes Rogers wieder Ruhe und Ordnung auf den Bahamas
einkehren ließ, kam es 1728 zu den ersten Parlamentswahlen
und ein Jahr später am 29. September 1729 zum ersten Zusammentreffen
des House of Assembly - dem Parlament. Die Wirtschaft der
Inseln hatte sich seit der Gründung der ersten Siedlungen
kaum geändert. Auf Grund des ertragsarmen Bodens lag das Augenmerk
auf der Selbstversorgung mit Grundnahrungsmitteln, nur wenige
bauten Baumwolle für den Export an. Wohlstand ließ sich so
nicht erreichen. Erst durch den Schmuggelhandel mit spanischen
und französischen Kolonien während des War of Jenkins' Ear
(1739 - 1742) und des Siebenjährigen Kriegs (1756 - 1763)
konnten die Bahamas wirtschaftliche Erfolge verbuchen. Auch
während des Amerikanische Unabhängigkeitskriegs (1775 - 1783)
war der Schmuggelhandel mit den Gegnern des britischen Empires
ein lukratives Geschäft, obwohl die Bahamas vom 3. bis zum
17. März 1776 durch die Amerikanische Marine besetzt wurden.
Nach dem Spanien auf der Seite der USA und Frankreichs im
Juni 1779 in den Krieg gegen die England eintrat, okkupierten
sie die Bahamas am 8. Mai 1782 und zogen sich erst am 19.
April 1783 wieder zurück, um dann am 3. September im Frieden
von Versailles die Bahamas endgültig an die englische Kolonialmacht
zu übergeben. Nach dem Krieg flohen viele Loyalisten mit ihren
Sklaven aus den USA auf die Bahamas und errichteten dort Plantagen.
So auch eine Gruppe von 600 Loyalisten aus New York, sie besiedelten
die unbewohnten Abaco Inseln im September 1783 und gründeten
die Siedlung Carleton Point, benannt nach Sir Guy Carleton,
dem britischen Kommandeur von New York. 1799 wurden die Turks-
und Caicosinseln unter die Verwaltung der Bahamas gestellt
und erhielten eine Vertretung im House of Assembly.
19. Jahrhundert
Am 25. März 1807 trat der Slave Trade Act in Großbritannien
in Kraft, wodurch der Sklavenhandel verboten wurde. Bis zu
dieser Zeit galten die Bahamas als ein wichtiger Umschlagplatz
für den Menschenhandel. Als 1838 alle Sklaven in die Freiheit
entlassen wurden, nach dem am 1. August 1834 der Slavery Abolition
Act in Kraft trat, bricht auf den Bahamas die auf Plantagen
ausgerichtete Wirtschaft endgültig zusammen. Viele Weiße verkauften
oder verschenkten ihren Grund und Boden an ihre früheren Sklaven
und verließen zum Teil die Inseln um nach England zurück zu
kehren. Dies erhöhte den Anteil der schwarzen Bevölkerungsmehrheit
weiter. Die Bewohner der Turks- und Caicosinseln erreichten
1848, dass sie als separate britische Kolonie anerkannt und
unter das Protektorat von Jamaika gestellt wurden und somit
nicht mehr zu den Bahamas zählten. Während des Amerikanischen
Bürgerkriegs (1861 - 1865) erlebten die Bahamas einen neuen
wirtschaftlichen Aufschwung in dem Nassau als Anlaufhafen
für den Schmuggelhandel mit den Konföderierten Staaten diente
- die USA hatten eine Seeblockade gegen die Häfen der CSA
errichtet. Von hier aus wurden die Konföderierten mit Waffen
und Munition versorgt aber auch Gebrauchsgüter wurden gehandelt.
Mit dem Ende des Kriegs endete vorläufig auch der wirtschaftliche
Aufschwung.
20. Jahrhundert
Erst 1919, mit dem Beginn der Prohibition in den USA, gewann
auch der Wirtschaftsaufschwung wieder an fahrt. Die Bahamas
und im besonderen Nassau dienten als Ausgangspunkt des Alkoholschmuggels,
den so genannten Rum Runners, in die USA. Dem sich langsam
entwickelndem Tourismus zahlte die Pan American World Airways
1929 Tribut, in dem sie die erste Flugverbindung auf die Bahamas
- nach Nassau - errichtete. Mit dem Ende der Prohibition in
den USA endete 1932 auch der Alkoholschmuggel. Der erneute
wirtschaftliche Zusammenbruch wurde Ende der 30er Jahre, mit
dem Ende der durch Schädlingsbefall ruinierten Schwammfischerei,
in der zu Beginn des Jahrhunderts etwa ein drittel aller Erwerbstätigen
arbeiteten, besiegelt. Der Tourismus der zu Beginn hauptsächlich
aus dem Geldadel der USA bestand, gewann Mitte der 50er Jahre
zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. Als erste Partei
wurde 1953 die Progressive Liberal Party (PLP) gegründet.
Sie trat für die Rechte der Schwarzen, der Arbeiterschaft
und der Frauen ein. Der zunehmende Erfolg der PLP veranlasste
die weiße Minderheit 1958 die United Bahamian Party (UBP)
zu gründen um so ihre Rechte zu sichern. Das Frauenwahlrecht
wurde 1961 durch ein Gesetz eingeführt, so dass am 26. November
1962 das erste Mal Frauen an einer Wahl teilnehmen konnten.
Die Beschränkungen, die vorerst für Frauen galten, wurden
1964 aufgehoben. Nach dem am 6. August 1962 Jamaika die Unabhängigkeit
erlangte, wurden die Turks- und Caicosinseln erneut unter
die Verwaltung der Bahamas gestellt. In einer Verfassungsreform
gewährte Großbritannien den Bahamas am 7. Januar 1964 innere
Selbstverwaltung, bei den anschließenden Wahlen wurde Sir
Roland Symonette zum ersten Premierminister gewählt. 1967
errang die Progressive Liberal Party (PLP) den Wahlsieg wodurch
Lynden O. Pindling neuer Premierminister wurde und es bis
1992 blieb. Lynden O. Pindling verhandelt 1969 mit Großbritannien
eine neue Verfassung aus, wodurch die Bahamas die Bezeichnung
"Commonwealth of the Bahama Islands" erhielten. Aus Teilen
der UBP und der PLP bildete sich am 18./19. November 1970
die rechts-konservative Partei Free National Movement (FNM).
Unabhängigkeit
20. Jahrhundert Am 10. Juli 1973 entließ Großbritannien die
Bahamas endgültig in die Unabhängigkeit, sie verblieben jedoch
im Commonwealth of Nations. Die Turks- und Caicosinseln wurden
daraufhin erneut von den Bahamas getrennt und in eine britische
Kronkolonie umgewandelt. Auf Grund der fortlaufend hohen Arbeitslosenzahlen
und der Gerüchte um Korruption in Regierungskreisen verlor
die PLP am 19. August 1992 ihre Regierungsmehrheit an die
FNM, die damit zum ersten Mal den Premierminister stellte
und am 14. März 1997 wiedergewählt wurde.
21. Jahrhundert
Die OECD setzte im Jahr 2000 die Bahamas auf ihre Schwarze
Liste, da der Inselstaat mit seiner Steuerpolitik den freien
Wettbewerb gefährdete. Im selben Jahr noch verabschiedete
die Regierung des Commonwealth der Bahamas ein Gesetzespaket
zur Verbesserung der Finanzaufsicht, woraufhin sie 2001 von
der Liste wieder gelöscht wurden. Am 2. Mai 2002 gelang es
der PLP die Parlamentswahlen, nach zehnjähriger Abstinenz,
wieder für sich zu entscheiden, wodurch Perry Christie zum
neuen Premierminister gewählt wurde..
Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem, konstitutionelle Monarchie, zwei gesetzgebende
Organe
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