In Australien begrüßen sich Freunde untereinander mit einem
lässigen Hi oder G'day (“Guten Tag”) und schütteln einander
die Hand. Eine förmlichere Begrüßung ist das Hello, how are
you? (“Wie geht es Ihnen?”). Die meisten Leute sprechen sich
üblicherweise mit dem Vornamen an, selbst wenn man sich zum
ersten Mal begegnet. Australier treffen sich gern privat in
fröhlicher Runde und veranstalten mit Vorliebe Grillfeste.
Gastgeber empfangen ihre Gäste immer herzlich und verhalten
sich stets ungezwungen.
Einwanderung
Australien gilt nach wie vor als klassisches Einwanderungsland,
auch wenn neue Staatsbürger nur beschränkt aufgenommen
werden. Auskünfte bekommt man über die Einwanderungsbedingungen
bei den Botschaften Australiens.
Outback
Als Outback bezeichnen Australier Regionen, die fernab der
Zivilisation liegen. Es umfasst beinahe drei Viertel der Fläche
Australiens und erstreckt sich hauptsächlich über das Northern
Territory und Western Australia sowie Teile von Queensland.
Die unterschiedlichsten Landschaftsformationen und Klimazonen
sind unter diesen Begriff zu subsumieren. Weite Gebiete des
extrem trockenen Outbacks Westaustraliens, wo manchmal jahrelang
kein Regen fällt und im Sommer Temperaturen über 50 °C herrschen,
sind völlig unzugänglich. Das Outback von Queensland hingegen
ist unberührter tropischer Regenwald. Touristisch gut erschlossen
sind die Regenwälder des Top End, der Kakadu National Park
sowie die Wüsten des Red Centre mit dem Uluru-Kata Tjuta National
Park, in dessen Zentrum der berühmte Monolith Uluru, auch
Ayers Rock genannt, steht; bekannt sind auch die Karlu Karlu
(Devil's Marbles).
Beim Aufbruch in die Wildnis Australiens sollten bestimmte
Grundregeln beachtet werden:
1. Führen Sie stets reichlich Wasser mit sich. 2. Bei
Touren durch die Nationalparks abseits der gängigen Routen
sollten vor Beginn die Ranger informiert werden. 3. Fahren
Sie auf den Pisten nur mit Allrad angetriebenen Fahrzeugen,
da vor allem in der Regenzeit im tropischen Norden viele davon
unpassierbar und selbst asphaltierte Straßen mitunter tagelang
überflutet sind. 4. Bei Autopannen sollten Sie unbedingt in
der Nähe des Autos ausharren und auf gar keinen Fall ziellos
loslaufen, denn das Auto wird aus der Luft im Notfall schneller
gefunden, zudem sparen Sie Kraft und haben Schatten. 5. Wanderungen
sollten nur mit kräftigen Stiefel angetreten werden und dies
schon allein aus einem Grund: wegen der vielen Schlangen.
6. Darüber hinaus ist eine ausreichende Kopfbedeckung
in Anbetracht der starken Sonne dringend zu empfehlen.
Sonne
Da die Sonneneinstrahlung in Australien extrem hoch ist,
sollte man nicht nur am Strand und im Outback, sondern eigentlich
überall Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor sowie
eine ausreichende Kopfbedeckung benutzen.
Weltkulturerbe
Großes Barriere-Riff, Nationalpark Kakadu, Seengebiet von
Willandra, Nationalparks von West-Tasmanien, Lord-Howe-Inselgruppe,
Nationalpark Uhuru, Schutzgebiete des gemäßigten und subtropischen
Regenwaldes im mittleren Osten Australien, Nationalpark Wet
Tropics in Queensland, Naturpark Shark Bay, Fraser-Insel,
Fossilienlagerstätte Riversleigh, Heard- und McDonald-Inseln,
Marquarie-Insel, Greater Blue Mountains.
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Zielregion.
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Einreise und Ausreise
Die Flugzeit nach Down under beträgt je nach Route und Zwischenstopps
zwischen 21 und 25 Stunden; dabei ist die Route über Asien
kürzer ist als jene über Amerika. Bei der Ankunft - eine Parallelität
zu Neuseeland - dürfen die Passagiere das Flugzeug nicht eher
verlassen, bis sie von einem Insektenspray eingesprüht
worden sind.
Deutsche Staatsangehörige benötigen für die Einreise ein
Visum, das vor Reiseantritt eingeholt werden muss. Für sie
und Staatsangehörige bestimmter weiterer Staaten wird das
Visum in Form einer sogenannten elektronischen Einreiseerlaubnis
(ETA) erteilt. Die ETA ist eine bei den Grenzübergängen und
anderen Stellen elektronisch gespeicherte Erlaubnis für Kurzreisen
nach Australien. Sie tritt an die Stelle eines vor der Reise
einzuholenden Visumaufklebers oder Stempels im Reisepass.
Die ETA wird regelmäßig bei Buchung einer Australienreise
durch das Reisebüro beantragt. Bei touristischen Reisen fallen
hierfür von australischer Seite keine Gebühren an, jedoch
kann das Reisebüro eine Bearbeitungsgebühr verlangen. Bei
direkter Online-Beantragung durch den Reisenden werden von
australischer Seite Gebühren erhoben. Ebenso ist eine ETA
für Geschäftsreisen gebührenpflichtig Die ETA ist 12 Monate
gültig und berechtigt zu einem Aufenthalt von maximal 3 Monaten
in Australien.
Australien erkennt deutsche Kinderausweise sowie die Eintragung
von Kindern in den elterlichen Reisepass an. Der Reisepass
beziehungsweise der Kinderausweis muss mindestens für die
gesamte Dauer des geplanten Aufenthalts in Australien gültig
sein.
Hinweis: Zu beachten ist, dass bei einem Zwischenaufenthalt
in einem asiatischen Land oft eine Mindestgültigkeit des Passes
von sechs Monaten vorgeschrieben ist.
Quelle: Auswärtiges Amt
Ausreisegebühr: Jeder Passagier
ab zwölf Jahren muss bei der Ausreise eine Gebühr (departure
tax) von 27 A$ bezahlen, die über den Flugschein verrechnet
wird.
In Australien gelten - nicht ohne Grund - strenge Quarantänebestimmungen!
Meldepflicht herrscht für lebende Tiere und Pflanzen,
aber insbesondere auch für Nahrungsmittel. Am Flughafen
finden Sie daher große Tonnen zur Entsorgung von mitgebrachten
Lebensmitteln und entsprechende Hinweisschilder. Kontrolliert
wird, während Sie auf Ihr Gepäck warten, von einem Beamten
mit Schnüffelhund. Auf Inlandflügen gelten diese Restriktionen
ebenfalls, vor allem für Obst.
Visa erteilen in Ihrem Heimatland folgende
Stellen:
Australische Botschaft in Wien
Mattiellistr. 2, 1040 Wien,
Tel.: 01 5128580, Fax: 5132908
Info-Telefon in der Schweiz
Tel.: 033 8230953
Familienstruktur
Die durchschnittliche australische Familie weist zwei oder drei
Kinder auf. Das Familienleben ist dem Westeuropas und Nordamerikas
sehr ähnlich, auch hier sind viele Mütter berufstätig. In Australien
sind Frauen den Männern gegenüber offiziell gleichberechtigt.
Sie verfügen über eine gleichwertige Bildung, erhalten fast
gleiche Gehälter und nehmen im privaten und öffentlichen Sektor
wichtige Führungspositionen ein. Frauen stellen beinahe die
Hälfte der landesweiten Erwerbstätigen. Viele Paare leben vor
der Ehe zusammen oder entschließen sich zu einem gemeinsamen
Leben ohne Trauschein. Außerdem ist ein Anstieg der Alleinerziehenden
mit Kind zu verzeichnen. Frauen heiraten durchschnittlich im
Alter von 23 Jahren und Männer mit 25 Jahren. Kirchliche Trauungen
erfreuen sich noch immer großer Beliebtheit.
Flora & Fauna
Es wird angenommen, dass vor der europäischen Besiedlung
rund ein Viertel Australiens von Wald bzw. Busch bedeckt war.
Heute, nach der Umwandlung großer Waldgebiete in landwirtschaftliche
Nutzflächen, sind es rund 12 %. Die meisten der großen Wälder
liegen im Osten Australiens. An der Ostküste von Queensland
gibt es tropischen Regenwald. Die Nordküste wird von Mangroven
gesäumt. In den subtropischen und gemäßigten Gebieten bestimmen
immergrüne oder Laub abwerfende Trockenwälder die Vegetation.
Artenreiche Laub- und Mischwälder aus Eichen, Eschen, Zedern,
Birken und Kiefern sowie Lorbeergewächsen gedeihen in den
Küstenebenen im Osten. Die höheren Lagen der Great Dividing
Range sind von ausgedehnten Nadelwäldern bedeckt. Rund 22
000 Pflanzenarten sind endemisch: sie haben sich nur in Australien
entwickelt. Unter den typischen Pflanzen des Kontinents sind
an erster Stelle die jeweils rund 600 Arten des Eukalyptus
und der Akazie zu nennen. Viele Wälder bestehen aus Pflanzen
dieser beiden Gattungen. Weitere Besonderheiten der australischen
Flora sind die Flaschen- und die Grasbäume.
Während des Mesozoikums, das vor etwa 65 Mio. Jahren zu Ende
ging, brach der Urkontinent Gondwana auseinander und teilte
sich in Südamerika, Afrika, Vorderindien, Australien und Antarktis.
Bis zur Ankunft der Europäer im 17./18. Jahrhundert hat sich
Australiens Flora und Fauna im Wesentlichen eigenständig entwickelt.
Zu dieser Australischen Region genannten biologischen Sonderzone
gehören neben dem eigentlichen Australien und Tasmanien noch
Neuguinea, Neuseeland und die pazifischen Inseln im Osten
Australiens. Ostindonesien bildet den Übergangsraum zur eurasischen
Region.
Die Beuteltiere haben in Australien nicht nur eine besondere
Artenvielfalt entwickelt, sondern waren bis zum 18. Jahrhundert
auch die einzigen Säugetiere des Kontinents. Bis heute sind
rund 250 Arten bekannt. Typisches Merkmal dieser Unterklasse
der Säugetiere ist, dass der Nachwuchs nicht durch eine Plazenta
in der Gebärmutter ernährt wird, sondern sehr früh zur Welt
kommt und sich in einem beutelähnlichen Hautsack des Muttertieres,
in dem sich auch die Zitzen befinden, entwickelt. Känguru
und Koala sind die wohl bekanntesten Beuteltiere Australiens.
Es gibt mehr als 50 Känguruarten, die sich stark voneinander
unterscheiden. Zu den Großkängurus gehören das Graue und das
Rote Riesenkänguru, die bis zu 2 m groß werden können. Sie
sind in der Lage, 10 m weit und 3 m hoch zu springen. Etwa
so groß wie ein Kaninchen sind die Wallabys, die auch als
Kängururatten bezeichnet werden. Das Baumkänguru lebt zwar
auch überwiegend auf dem Boden, übernachtet aber in Eukalypten.
Die Eukalyptuswälder sind auch das Lebensgebiet der Koalas.
Im Gegensatz zu den Kängurus gehören Koalas zu den gefährdeten
Tierarten, dassdie Fläche der Eukalyptuswälder schrumpft.
Koalas leben ausschließlich von den Blättern bestimmter Eukalypten
- und riechen entsprechend stark danach. Sie sind ausgesprochen
träge und schlafen manchmal länger als 40 Stunden an einem
Stück. Weitere bekannte Beuteltiere sind die Wombats, die
großen Nagetieren ähneln. Der Haarnasenwombat wird bis zu
70 cm lang, der Nachtnasenwombat erreicht bis zu 1m. Die meisten
Raubbeutler sind entweder ausgestorben oder ausgerottet. Vor
mehreren Millionen Jahren gab es Säbelzahnbeutler und Löwenbeutler.
Der letzte frei lebende Beutelwolf wurde 1930 erschlagen;
das letzte Exemplar dieser Art starb 1936 in einem Zoo. Nur
noch auf Tasmanien kommt der Beutelteufel vor, eine rund 80
cm lange, sehr stämmige Raubtierart, die sich überwiegend
von Schlangen und Vögeln, aber auch von Aas, ernährt. In Australien
selbst wurde er ausgerottet, zum einen durch den Menschen,
zum anderen durch die sich stark vermehrenden Dingos, die
australischen Wildhunde. Kloakentiere sind eine evolutionäre
Besonderheit Australiens. Es sind die einzigen Säugetiere,
die Eier legen. Der Name dieser Ordnung leitet sich vom Kloake
genannten Endabschnitt des Enddarms ab, in den - wie auch
bei Vögeln und Kriechtieren - der Ausführgang der Geschlechtsorgane
mündet. Die Familien der Schnabeltiere und der Ameisen- oder
Schnabeligel sind die einzigen Vertreter dieser Unterklasse.
Weitere Besonderheiten der australischen Tierwelt sind z.
B. der Leiervogel, der wie viele der in Australien lebenden
Echten Papageien ein hervorragender Imitator ist, und der
Kookaburra: dieser Vogel wird wegen seines charakteristischen
Rufs auch als "Lachender Hans" bezeichnet. In den Sumpfgebieten
des Nordens und in Brackgewässern lebt das Leistenkrokodil,
eine der drei Salzwasserkrokodilarten. Nicht selten schwimmt
es große Strecken im Meer. Es wird bis zu 6 m lang und ist
wegen seiner Aggressivität gefürchtet. In den Wüstengebieten
des Outbacks lebt der Wüstenteufel, eine Agamenart, dessen
Körper mit bunt gefärbten Hautauswüchsen bedeckt ist, die
wie Dornen aussehen. Nur im Bundesstaat Victoria im Südosten
Australiens kommt der Riesenwurm vor - er ist mit einer Länge
von bis zu 3,5 m der größte Erdwurm der Erde. In den Gewässern
Ostaustraliens lebt der Australische Lungenfisch, der wie
der Amerikanische und der Afrikanische Lungenfisch aus der
Luft Sauerstoff bezieht, im Gegensatz zu seinen Verwandten
aber auch in der Lage ist, seinen Sauerstoffbedarf aus Wasser
zu decken. Mit den Europäern kamen ab 1788 Tiere der eurasischen
Region nach Australien. Dadurch wurde das ökologische Gefüge
erheblich gestört. Pferde, Ratten, Rotfüchse, Altweltkamele,
Wasserbüffel und besonders Kaninchen vermehrten sich sehr
stark, dasssie kaum natürliche Feinde hatten und wurden zu
Futterkonkurrenten der einheimischen Tiere. Bis heute hat
Australien mit den damit verbundenen Probleme zu kämpfen,
die kaum zu lösen sind. 1951 z. B. wurden Myxoviren ausgebracht,
die bei Kaninchen die tödlich verlaufende Myxomatose, eine
Blutkrankheit, hervorrufen. 20 Jahre lang nahm die Zahl der
Kaninchen ab - dann setzte bei den Tieren eine Immunisierung
ein.
Flüge
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Fotografieren
Es empfiehlt sich dringend, Filme (wenn Sie noch nicht über
eine digitale Kamera verfügen) und Videofilme daheim
zu kaufen, da sie in Australien erheblich teuerer sind. Papierabzüge
von Farbfilmen werden in allen Städten zügig entwickelt.
Beim Fotografieren sollten Sie stets die Privatssphäre der
Menschen respektieren.
Tipps zum Fotografieren:
Licht
Licht ist für den Fotografen das primäre Gestaltungsmittel.
Ideale Bedingungen hat man am frühen Morgen, wenn das Licht weich ist und
Mitteltöne gut herausgearbeitet werden können. Die grelle Mittagssonne wirft
harte Schatten und ist daher problematisch. Demgegenüber eröffnet das
modulierende Abendlicht interessante Perspektiven. Dann nämlich erscheinen
die Farben satt, während die Schatten lang und weich fallen.
Schnappschüsse
Spontaneität ist zwar beim Fotografieren gut, Planung
ist jedoch besser – insbesondere wenn die Kamera etwas langsam ist. Damit
Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen, sollten Sie Ihre Kamera vorher
weitgehend manuell eingestellt haben. Anhand eines fiktiven Punktes lässt
sich die Entfernung abschätzen und die Belichtungswerte vorab ermitteln.
Kreditkarten - insbesondere
Visa- und Mastercard - dürften inzwischen selbst in den
entlegenen Gebieten akzeptiert werden. Nichtsdestotrotz sollten
Sie im Outback immer auch etwas Bargeld
mit sich führen. Besitzer von EC-Karten
mit dem Maestro-Zeichen können seit 1998 an Geldautomaten
Bargeld abheben, sofern auf dem Gerät ebenfalls dieses Logo
zu finden ist. Die Australia National Bank hat in der Vergangenheit
für die Abhebung keine Spesen (Funktionswahl "Cheque-Account")
berechnet. Bewährt haben sich darüber hinaus in Australdollar
ausgestellte Reiseschecks.
Euroschecks kann man getrost
zu Hause lassen.
Das Leben in Australien ist etwa gleich teuer wie in Mitteleuropa,
im Hinterland kann das Preisniveau aufgrund der langen Transportwege
mitunter etwa höher sein. Australien hat im Juli 2000 die
Mehrwertsteuer eingeführt, die sich Ausländer sich bei der
Abreise rückerstatten lassen können, wenn sie innerhalb der
letzten dreißig Tage Güter im Wert von mehr als 300
AUS gekauft haben und diese bei der Ausreise im Handgepäck
mitführen (sofern für die Waren Rechnungen mit ausgewiesener
MwSt. vorgelegt werden, in der die Steuer ausgewiesen ist).
Bis zum Betrag von 200 AUS erfolgt die Rückerstattung dann
vor Ort.
Geografie
Der Inselkontinent Australien liegt zwischen dem Indischen Ozean,
der Tasmansee und der Korallensee. Seine Landesfläche entspricht
annähernd der der USA (ohne Alaska und Hawaii). Insgesamt hat
der Kontinent zwar wenige Gebirge, doch gleichzeitig ist er
der trockenste Erdteil; fast ein Drittel seiner Gesamtfläche
nehmen Wüste und große Trockengebiete ein.
Geschichte
Der Kontinent wurde vermutlich vor über 50.000 Jahren von
den südostasiatischen Vorfahren der Aborigines besiedelt.
Im Zuge der Landnahme der Europäer wurden die Ureinwohner
innerhalb von 100 Jahren von ca. 750.000 auf 70.000 dezimiert
und in die kargen Gebiete Australiens gedrängt. Als erster
namentlich bekannter Europäer entdeckte der Holländer William
Jansz 1606 die Nordküste des Kontinents. 1770 wurde das Land
durch James Cook für Großbritannien in Besitz genommen. Die
ersten 900 Siedler - 700 Strafgefangene und ihre Bewacher
- trafen 1788 ein und gründeten Port Jackson, die Keimzelle
des heutigen Sydneys. Weitere Strafkolonien folgten, darunter
Newcastle (1804) und Brisbane (1824). Um 1830 lebten in Australien
ca. 58.000 Sträflinge, davon 50.000 Männer. Auch freie Siedler
kamen ins Land und gründeten u.a. Melbourne (1835) und Adelaide
(1836). Doch erst der Goldrausch von 1851 führte zur ersten
großen Einwanderungswelle. Die Deportationen stellte Großbritannien
1868 ein; ca. 161.000 Sträflinge waren nach Australien verbracht
worden. Bis 1859 entstanden die 6 heutigen Bundesstaaten,
die sich zunehmend Selbstverwaltung erstritten.
Im Juli 1900 wurde eine bundeseinheitliche Verfassung von
der Bevölkerung gebilligt und von Queen Viktoria von England
gnädigst bewilligt. Am 1. Juli 1901 schlossen sich die australischen
Kolonien zum "Australischen Staatenbund" zusammen. Zu dieser
Zeit lebten rund 3.8 Millionen Australier überwiegend englischer
und irischer Abstammung auf dem Kontinent. Im Ersten Weltkrieg
an der Seite Großbritanniens verloren 60.000 Australier ihr
Leben. Die Streitkräfte eroberten auf Neuguinea die deutschen
Besitzungen. 1942 wurde der Australische Bundesstaat offiziell
innen- und außenpolitisch vom Mutterland Großbritannien unabhängig.
Die japanische Expansion im Zweiten Weltkrieg bedrohte auch
Australien: 1942 bombardierte Nippons Luftwaffe die Stadt
Darwin, Truppen des Kaiserreiches standen auf Neuguinea. Erst
nach der Niederlage Japans in der Schlacht im Korallenmeer
war mithilfe der USA das Gespenst einer Invasion Australiens
gebannt. Seither unterhält der fünfte Kontinent enge Beziehungen
zu den Nordamerikanern, unterstützte die USA in Korea, Vietnam
und im Golfkrieg mit der Entsendung von Truppen. Seit Ende
des 2. Weltkrieges ist Australien verstärkt Einwanderungsland:
seine Einwohnerzahl hat sich mehr als verdoppelt.
1993 verkündete der damalige Premierminister Paul Keating
nach seinem Staatsbesuch in Großbritannien das Ziel, Australien
durch ein Referendum bis 2001 in eine Republik umzuwandeln.
Der Wind insgesamt weht schärfer in Australien, nicht allein
wegen der ungünstiger verlaufenden Konjunktur. Landauf, landab
hetzt Pailine Hanson mit ihrer national-rassistischen "One
Nation"-Partei gegen die zunehmende Einwanderung aus Asien,
vor allem aber gegen den "Ausverkauf" des Landes an die Aborigines.
Politische Beobachter befürchten einen Vormarsch der rechtsextremen:
Hanson, die 1996 One Nation gründete, macht sich - bei einem
geschätzten Wahlpotential von 20 % - erfolgreich die allgemeine
Unsicherheit und den latenten Rassismus vieler Wähler zunutze
und fordert u.a. die Lockerung des Waffengesetzes und die
Abschaffung aller "Privilegien" für die rund 386.000 Ureinwohner.
Der Streit um die Landrechte der Ureinwohner spaltet das Land.
Der Oberste Gerichtshof hob 1992 die Rechtsfiktion auf, dass
das Land bei der Ankunft der Europäer Niemandsland gewesen
wäre. Damit wurden den Aborigines Zugangsrechte zu ihren religiösen
Stätten und Anspruch auf Entschädigung eingeräumt. Doch unter
der Regierung Howard mussten die Aborigines 1998 eine schwere
Niederlage durch das Parlament hinnehmen: Canberra verabschiedete
ein Gesetz, dass die teilweise Landrückgabe an die Urbevölkerung
weiter begrenzte.
Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat Australien Mitte August
1999 aufgefordert, Nachforschungen über im Land untergetauchte
Nationalsozialisten anzustellen. Australien sei ein Zufluchtsort
für Mitverantwortliche des Judenmords im Dritten Reich gewesen.
Mindestens 127 deutsche Wissenschaftler seien nach dem Ende
des Zweiten Weltkrieges nach Australien gebracht worden, darunter
rund 50 Nazis. In einer Volksabstimmung am 6.11.1999 lehnten
etwa 55 % der Australier die u.a. von der Labor-Opposition
vorgeschlagene Verfassungsänderung zur Abschaffung der konstitutionellen
Monarchie ab. Die britische Königin Elizabeth II. bleibt Australiens
Staatsoberhaupt. Die australischen Wähler votierten mit klarer
Mehrheit dagegen, dass ihr Staat zum 1.1.2001 in eine Republik
umgewandelt wird.
Der fünfte Kontinent ist seit dem Zusammenschluss der ehemaligen
Kolonien 1901 eine konstitutionelle Monarchie im Commonwealth.
Der monarchistische Premierminister John Howard (60) begrüßte
die Ablehnung des Referendums. Er hatte aktiv gegen die Verfassungsänderung
gearbeitet, für die außer der oppositionellen Labor-Partei
auch der konservative Medienmogul Rupert Murdoch geworben
hatte. Oppositionsführer Kim Beazley machte Regierungschef
Howard für das Scheitern des Referendums verantwortlich. Der
zugrunde liegende Vorschlag, einen künftigen Präsidenten von
beiden Häusern des Parlaments mit Zweidrittelmehrheit wählen
zu lassen, wurde von der Mehrheit der Australier abgelehnt.
Sie wollten nach Umfragen nicht länger Untertanen der britischen
Königin sein, ihren Präsidenten aber selbst wählen können.
Dieser Aspekt war nach Ansicht von Wahlforschern entscheidend
für das Scheitern des Referendums. Oppositionsführer Beazley
versprach, bei einem Wahlsieg seiner Partei ein weiteres Referendum
anzusetzen.
Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem, Bundesrepublik, zwei gesetzgebende Organe.
Gesundheit
Der Zustand des australischen Gesundheitswesens kann generell
als gut bezeichnet werden. Jedoch sollte - unter Umständen
auch in Notfällen - mit Wartezeiten für Behandlungen gerechnet
werden. Aus Deutschland mitgebrachte Medikamente müssen deklariert
werden. Über sonstige medizinische Vorbeugemaßnahmen, Verhaltensregeln,
ansteckende Krankheiten und anderes sollten Reisende sich
rechtzeitig vor Reiseantritt bei einem Arzt informieren.
Für eine Australienreise benötigen Sie keine besonderen Impfungen,
vorausgesetzt, Sie haben sich innerhalb der letzten sechs
Tage vor Ihrer Einreise nicht in einem Gelbfiebergebiet aufgehalten.
Ein Schutz gegen Tetanus und Hepatitis ist dennoch durchaus
sinnvoll. Nicht vergessen sollten
Alle Angaben und Informationen ohne Gewähr!
Ein ganz besonderer Dank geht an die Schüler und Lehrer
der Oberschule an der Marzahner Promenade in Berlin, die
uns freundlicherweise Informationen aus ihrem privaten Projekt
»Erdkunde-Online« insbesondere zu den Themen
Umgangsformen, Familienstruktur, Flora & Faune, Geografie
und Geschichte überlassen haben.
Hinweis: Während der Aktualisierungsphase,
die eine gewisse Zeit dauern wird, können die gewünschten
Infos ab 20. Januar 2006 per E-Mail angefordert werden.