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Von A wie Ägypten bis Z wie Zypern: Wissenswertes und Tipps für Reisende in die Länder dieser Erde !

 

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Argentinien [Teil 1]

Allgemeine Landesdaten

Offizieller Name: Republica Argentina

Herkunft des Staatsnamens: Der Name Argentinien bedeutet "Silberland" (lat. argentum = Silber). Argentinien bekam seinen Namen durch die Beladung der spanischen Silberflotte mit dem Edelmetall aus Potosí (Bolivien) an der Mündung des Río de la Plata.

Fläche: 2.780.092 km²

Einwohnerzahl: 37.487.000 (2001)

Größte Städte: Buenos Aires - 11,3 Mio, Córdoba - 1,2 Mio, Rosaria - 1,1 Mio, Mendoza - 775.000 Einwohner.

Offizielle Landessprache: Spanisch.

Bevölkerungsgruppen: Europäer 86,4 %, Mestizen 6,5 %, Indianer 3,4 %, Araber 3,3 %, Andere 0,4 % (2000).

Religion: Katholiken 79,8 %, Protestanten 5,4 %, Muslime 1,9 %, Juden 1,3 %, Andere 11,6 % (2000).

Lebenserwartung: Männer - 71,7, Frauen - 78,6 (2000).

Auskunft

Allgemeine Auskünfte und Broschüren erhält man in den größeren Reisebüros. Außerdem kann man sich wenden an die

Arbeitsgemeinschaft Lateinamerika
Domenecker Str. 19
74219 Möckmühl
Tel.: 06298 929277
Fax: 929278

oder an die 

Argentinische Botschaft, Abteilung für Tourismus
Adenauerallee 50-52
53113 Bonn
Tel.: 0228 228010
Fax: 214809

Besonderheiten

Umgangsformen

Wird man vorgestellt, so spricht man die Personen mit Señor (“Herr”) oder Señora (“Frau”) an. Händeschütteln und ein leichtes Nicken zeugen von Respekt. In manchen Gegenden, z. B. in der Region Buenos Aires, küssen sich die Frauen sowie Bekannte beiderlei Geschlechts auf die Wangen. Das Spanische ¡Buenos días! (“Guten Morgen!”/“Guten Tag”), ¡Buen día! in der Region Buenos Aires, oder ¡Buenas tardes! (“Guten Tag!”) sind angebracht, wenn jemand auf der Straße vorbeigeht oder zur Begrüßung von Freunden und Bekannten. Chau und Hasta luego sind gängige Abschiedsformeln. Argentinier besuchen sich häufig ohne vorherige Ankündigung. Gäste werden gerne zu Hause empfangen und mit Erfrischungen bewirtet, wie z. B. mit einer Art Espresso. Pünktlichkeit wird nicht so genau genommen und sogar eine Verspätung von einer Stunde fällt meistens nicht ins Gewicht.

Falklandinseln

Zu den Inseln vor der Küste Argentiniens, die sich bei Ornithologen und Hobbyvogelkundler großer Beliebtheit erfreuen, weil dort Albatrosse und Königspinguine leben, unterhält Argentinien seit dem Falklandkrieg im Jahre 1982 keine Flugverbindung mehr. Wer dort hinwill, muss von Montevideo in Uruguay aus anreisen.

MwSt.-Erstattung

Am Flughafen werden die gezahlten 21 % Mehrwertsteuer zurückerstattet, wenn man Landesprodukte für über 70 US-$ in den dem Global-Refund-System angeschlossenen Geschäften, an deren Schaufenster nicht der Aufkleber "TAX FREE" hängt, gekauft hat. Die Erstattung erfolgt im Free Shop des Flughafens Ezeiza nach der Passkontrolle, wenn man die entsprechenden Einkaufsbelege vorlegen kann.

Sprache

Alleinige Amtssprache ist in Argentinien Spanisch. Daneben existieren eine Reihe von mehr oder weniger bedeutenden Minderheitensprache, die von der indigenen Bevölkerung gesprochen werden. Die wichtigsten darunter sind das Quichua und das Guaraní, in manchen Gegenden wird aber auch noch Mapudungun gesprochen. Die Aussprache des argentinischen Spanisch, das die Argentinier Castellano nennen, unterscheidet sich deutlich von der in Spanien und auch von der in anderen lateinamerikanischen Ländern üblichen. Der Buchstabe ll wird wie das deutsche sch ausgesprochen (also auch "Castescháno"), ebenso zwischen Vokalen der Buchstabe y. Der Buchstabe z wird immer wie ein stimmloses s ausgesprochen, das gleiche trifft auf das c vor e und i zu. Des weiteren herrscht in Argentinien der voseo vor, d. h. anstatt des Personalpronomens tu für die 2. Person Singular wird vos verwendet. Die Verben werden dabei anders konjugiert (im Präsens immer endbetont und mit abweichenden Imperativformen). Weiterhin wird die 2. Person Plural vosotros auch in informeller Sprache durch die 3. Person Plural ustedes ersetzt, die im europäischen Spanisch nur die Höflichkeitsform ist. Darüber hinaus gibt es eine Reihe lexikalischer Abweichungen. Während ein Großteil der Nachfahren italienischer Einwanderer in Argentinien die Sprache ihrer Vorfahren aufgegeben haben, wird von den Nachfahren der deutschsprachigen und englischsprachigen Einwanderer teilweise noch die Sprache ihrer Vorfahren gepflegt. So gibt es Stadtviertel im Großraum Buenos Aires, wo man noch sehr viel Deutsch hört. In der Provinz Córdoba gibt es eine relativ große Kolonie von Überlebenden der Graf Spee, die sich in Villa General Belgrano niederließen, wo heute noch teilweise Deutsch gesprochen wird.

Feiertage

Feiertage 1. Januar: Neujahr (Año Nuevo) Gründonnerstag, Karfreitag (Viernes Santo) und Ostern (Pascuas) 2. April: Tag der Islas Malvinas (Día del Veterano y de los Caídos en la Guerra de Malvinas) 1. Mai: Tag der Arbeit (Día del Trabajador) 25. Mai: Erklärung der Unabhängigkeit von Spanien am 25. Mai 1810 (Primer Gobierno Patrio) 20. Juni: Tag der Nationalflagge (Día de la Bandera, offiziell: Paso a la Inmortalidad del General Manuel Belgrano) 9. Juli: Anerkennung der Unabhängigkeit durch Spanien am 9. Juli 1816 (Día de la Independencia) 17. August: Gedenktag zu Ehren des Generals José de San Martín (Paso a la Inmortalidad del General José de San Martín) 12. Oktober: Tag der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (Día de la Raza) (siehe auch: Columbus-Tag) 8. Dezember: Maria Empfängnis (Inmaculada Concepción de María) 25. Dezember: Weihnachten (Navidad), teilweise ist auch der Heilige Abend arbeitsfrei (31. Dezember: Silvester ist teilweise arbeitsfrei)

Sollte ein Feiertag (außer Neujahr, Ostern und Weihnachten, der Tag der Arbeit sowie der 25. Mai und der 9. Juli) auf einen Samstag oder Sonntag fallen, so ist der darauf folgenden Montag meist arbeitsfrei.

Zusätzliche Feiertage, die für Angehörige der jüdischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem jüdischen Kalender): zwei Tage zwischen dem 6. September und dem 5. Oktober: jüdisches Neujahrsfest (Rosch ha-Schanah; Año Nuevo) ein Tag zwischen dem 15. September und dem 14. Oktober: Versöhnungstag (Jom Kippur; Gran Día del Perdón) Zusätzliche Feiertage, die für die Angehörigen der muslimischen Gemeinde arbeitsfrei sind (Daten sind variabel und richten sich nach dem islamischen Kalender): Opferfest (Id ul-Adha; Fiesta del Sacrificio) Islamisches Neujahrsfest (Hidschra ?; Año Nuevo Islámico) Fastenbrechen am Ende des Ramadan ('Id al-fitr; Culminación del Ayuno)

Bilder Reisebilder aus Patagonien

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Diplomatische Vertretungen In Buenos Aires
- Deutsche Botschaft, Villanueva 1 055, Tel.: 011 47782500, Mo–Fr 9–12 Uhr;
- Österreichische Botschaft, French 3 671, Tel.: 011 48027195, Mo–Fr 9–12 Uhr;
- Schweizer Botschaft, Av. Santa Fe 846, P. 12, Tel.: 011 43116491, Mo–Fr 10–12 Uhr.
Einreise und Ausreise

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger brauchen für die Einreise nach Argentinien lediglich einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass und können sich dann 90 Tage visafrei in Argentinien aufhalten. Für die Verlängerung dieser 90-Tage-Frist genügt es, für einen Tag das Land zu verlassen (beispielsweise von Buenos Aires kurz mal mit der Fähre nach Uruguay zu fahren). Besucher aus EU-Ländern benötigen einen Reisepass und, falls erforderlich, ein Visum (erkundigen Sie sich bei der hiesigen Botschaft oder dem Konsulat). Einreisende, die nicht an Argentinien grenzen, genießen Zoll- und Gebührenfreiheit für Reisegepäck und neu gekaufte Artikel, die einen Wert von 300 US-$ nicht überschreiten, und für Waren im Wert von weiteren 300 US-$, aber nur unter der Voraussetzung, dass sie in den sich im Bundesgebiet befindlichen "free shops" erworben wurden. Bei höheren Beträgen wird eine einheitliche Importsteuer von 50 % fällig.

Eine Aufenthaltserlaubnis bekommt man auch, wenn man einen Arbeitsvertrag hat. Weitere Informationen zum Thema Einreise- und Visamodalitäten findet man unter http://www.mininterior.gov.ar/migraciones/.

Kurz vor der Ankunft wird man im Flugzeug aufgefordert, ein Einreiseformular auszufüllen, dessen Duplikat bei der Ausreise bei der Passkontrolle vorzulegen ist.

Familienstruktur Die meisten Paare heiraten im Alter von 23 bis 27 Jahren. Die Hochzeitsfeiern finden gewöhnlich im großen Rahmen statt. Nach der Eheschließung im Standesamt und einer kirchlichen Zeremonie folgt ein Empfang mit Festessen und Tanz. Die Geschenke werden nicht auf der Hochzeitsfeier übergeben, sondern in einem von dem Paar gewählten Geschenkladen gekauft und von diesem geliefert. Die Kernfamilie mit durchschnittlich vier Mitgliedern ist vorherrschend in Argentinien. Immer mehr Frauen sind berufstätig.
Flora & Fauna

Das Land weist sehr unterschiedliche Vegetationen auf. Das Strauchland besteht vorwiegend aus Zwergbüschen, während in den Regenwäldern Riesenzedern und Lorbeerbäume wachsen. Die Quebrachobäume, aus denen das Tannin gewonnen wird, sind in Mesopotamia heimisch.

Zu der für Südamerika typischen artenreichen Tierwelt gehören u. a. Lama, Jaguar, Gürteltier, Affen und Schlangen. Weiterhin gibt es den Tukan, Kolibris, Papageien und den Pampastrauß (Nandu). In den fischreichen Flüssen leben auch Piranhas. Die Küste bietet Seelöwen gute Lebensbedingungen. Die heute in Patagonien wild lebenden Schweinerassen stammen vom Hausschwein ab, das europäische Siedler einst ins Land brachten.

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Fotografieren

 

Es besteht ein Fotoverbot für militärische Anlagen und Flughäfen.

Da das Foto- und Filmmaterial in Argentinien doppelt so teuer wie bei uns und man insbesondere in kleineren Ortschaften vergebens nach Spezialfilmen und modernem Zubehör sucht, sollte man einen ausreichenden Vorrat mitnehmen!

Tipps zum Fotografieren:
 

Licht

Licht ist für den Fotografen das primäre Gestaltungsmittel. Ideale Bedingungen hat man am frühen Morgen, wenn das Licht weich ist und Mitteltöne gut herausgearbeitet werden können. Die grelle Mittagssonne wirft harte Schatten und ist daher problematisch. Demgegenüber eröffnet das modulierende Abendlicht interessante Perspektiven. Dann nämlich erscheinen die Farben satt, während die Schatten lang und weich fallen.

Schnappschüsse

Spontaneität ist zwar beim Fotografieren gut, Planung ist jedoch besser – insbesondere wenn die Kamera etwas langsam ist. Damit Sie den entscheidenden Moment nicht verpassen, sollten Sie Ihre Kamera vorher weitgehend manuell eingestellt haben. Anhand eines fiktiven Punktes lässt sich die Entfernung abschätzen und die Belichtungswerte vorab ermitteln.
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Geld

Landeswährung ist zwar offiziell der Peso. - Es gibt 2-, 5-, 10-, 20-, 50- und 100-Peso-Scheine und Münzen von 1, 2, und 5 Pesos und 1, 5, 10, 25 und 50 Centavos. - Aber seit den Unruhen von 2002 in Argentinien wurde seine Koppelung an den US-$ aufgehoben. Seitdem hat der Peso eine Abwertung von einem Drittel erfahren. Obzwar der Dollar im Allgemeinen angenommen wird, kann in Banken und autorisierten Wechselstuben Geld in der Landeswährung umgetauscht werden.

Obwohl die Öffnungszeiten der Banken sich von Ort zu Ort verscheiden, kann man sich an folgende Richtwerte halten. Banken und Wechselstuben: von Montag bis Freitags von 10.00 bis 15.00 Uhr. Während der Sommermonate öffnen darüber hinaus Wechselstuben bis 20.00 Uhr und in kleineren Ortschaften bieten zudem die Touristeninformationen einen Wechseldienst an. Zumindest in den Großstädten kann man mit American Express, VISA, Diners Club und Master Card zahlen. Außerhalb von Buenos Aires kann sich der Umtausch von Reiseschecks allerdings als problematisch herausstellen.

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Geografie

Das wichtigste Merkmal des argentinischen Reliefs ist der enorme Kontrast zwischen den unermesslichen Ebenen im Osten und der beeindruckenden Gebirgskette der Anden im Westen. Sie grenzt an Chile und weist den höchsten Berggipfel der westlichen Halbkugel auf: den Aconcagua mit einer Höhe von 6.959 m. In ihrem Verlauf von Jujuy bis nach Feuerland zeigt die Gebirgskette beeindruckende Kontraste ihrer Landschaft: vom Hochland im Nordwesten bis zum Seengebiet, den Wäldern und Gletschern der patagonischen Anden. Im Norden liegt das Waldgebiet Chaco, mit den Flüssen Bermejo, Salado und Pilcomayo. Zwischen dem Paraná und dem Uruguay dehnt sich das argentinische, von flachen Hügeln, Lagunen und Sumpfniederungen gebildete Mesopotamien aus (Provinzen Entre Ríos, Corrientes und Misiones), an denen der ehemalige Verlauf dieser großen Flüsse abzulesen ist.

Manchmal ergeben sich Brüche in der Formation, die so Aufsehen erregende Phänomene wie die unvergleichlich schönen Iguazú-Wasserfälle hervorrufen. Im Zentrum Argentiniens ist die Region der Pampa die größte und bekannteste Ebene. Es ist ein Gebiet mit intensiver Landwirtschaft und Viehzucht, zu dem die Provinzen Buenos Aires, La Pampa, der Süden Santa Fe und der Südwesten Córdoba gehören. Die Ebene wird im Süden von den kleinen Gebirgslandschaften Sierras de Tandil und Sierra de la Ventana und im Westen von den Sierras de Córdoba unterbrochen. Im Süden erstrecken sich zwischen den Anden und dem Meer die unfruchtbaren und steinigen Hochebenen Patagoniens, wo die meiste Zeit des Jahres ein unangenehmer Wind tobt. Die Atlantikküste, z.T. Steilküste, zeichnet bogenartige Formen, wie die Halbinsel Valdés mit ihren Aufsehen erregenden Kolonien von Meerestieren.

Geschichte

1776 errichteten die Spanier das Vizekönigsreich Rio de Plata. 1816 erklärten die "Vereinigten Provinzen von Südamerika" die Unabhängigkeit. Den darauf folgenden Bürgerkrieg gewannen die Föderalisten. Ihr Anführer Juan Manuel de Rosas schwang sich 1835 zum Diktator auf, ließ aber den Provinzfürsten Handlungsfreiheit. Paradoxerweise trug er so zur Bildung eines Einheitsstaates bei, den der Diktator nicht wollte. Ein Jahr nach seinem Sturz gab sich Argentinien 1853 die erste freie Verfassung. Starke Einwanderungen aus Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts führten zu starker wirtschaftlicher Entwicklung. Zunächst kam sie den Großgrundbesitzern zugute, bald aber verstärkten sich Forderungen nach Demokratisierungen und Parteien wurden gegründet.

1912 wurde die allgemeine Wahlpflicht für Männer (Frauen erst 1947) eingeführt. 1943 übernahm das Militär die Macht und 1946 gewann Oberst Juan Domingo Peron, Minister der Militärregierung, freie Wahlen. Obwohl seine Präsidentschaft starke diktatorische Züge hatte, war er bei den Arbeitern sehr beliebt. Seine Frau Eva Duarte, genannt Evita, wurde als Wohltäterin der Armen, der "descamisados" (Hemdlosen) wie eine Heilige verehrt. Als sie 1952 starb, verlor ihr Witwer mehr und mehr die Macht. 1955 wurde er durch eine Militärrevolte gestürzt. Daraufhin wechselten zivile und militärische Regierungen. 1976 putschte das Militär und eine Junta unter Befehl von Jorge Videla übernahm die Macht. In den folgenden Jahren verschwanden nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen 30.000 Menschen spurlos, sie wurden gefoltert und getötet, ohne dass die Angehörigen von ihrem Schicksal erfahren durften. Erst als die Wirtschaft 1981 in eine Rezession abrutschte, wurde es für das Regime gefährlich. Zur Ablenkung besetzte der damalige Juntachef Galtieri 1982 die britischen Falkslandinseln. Die britischen Truppen brachten den Argentiniern eine schwere Niederlage ein, die das Ende der Militärjunta besiegelte. Nach einer recht erfolglosen Regierungszeit unter Raul Alfonsin gewann 1989 Carlos Menem mit dem Versprechen von Lohnerhöhungen die Wahl. Es war die erste reguläre Machtübergabe seit 1928. Der neue Präsident überraschte mit einem Schwenk auf eine neoliberale Wirtschaftsreform.

1990 amnestierte er die inzwischen verurteilten Menschenrechtsverbrecher, obwohl die Mehrheit der Bevölkerung dagegen war. Doch weil die Wirtschaft florierte, gelang es Menem, 1995 wieder gewählt zu werden - nachdem er durch eine Verfassungsänderung seine erneute Kandidatur ermöglicht hatte. Öffentliche Geständnisse einiger Folterer nötigten den Chefs der Streitkräfte und der katholischen Kirche Entschuldigungen für ihre Beteiligung ab. Eine Reihe von Korruptionsskandalen im Umfeld der Regierung und der nächsten Umgebung des Präsidenten haben indes Menems Ansehen geschwächt. Die seit 1989 unter Carlos Menem (64) regierenden Peronisten mussten bei der Präsidentschaftswahl am 24.10.1999 die schwerste Niederlage ihrer Geschichte hinnehmen. Neuer Präsident wird der Kandidat der Mitte-Links-Allianz, Fernando de la Rua (62). Er erhielt rund 49 % der Stimmen. Der Peronist Eduardo Duhalde (58) kam nur auf 37 %. Wahlsieger de la Rua, bislang Bürgermeister der Hauptstadt Buenos Aires, versprach eine Politik des sozialen Ausgleichs.

Im Wahljahr war die Arbeitslosenrate rezessionsbedingt auf 14,5 % gestiegen (1998: 12,8 %). Präsident Menem durfte nicht mehr für eine dritte Amtszeit in Folge kandidieren. Er wolle sich aber 2003 erneut zur Wahl stellen, erklärte er. Menem wurde 1989 zu einer sechsjährigen und 1995 zu einer vierjährigen Amtszeit gewählt. In der Verfassung wurde bei der Verkürzung der Amtszeit verankert, dass nur einmal die direkte Wiederwahl des Amtsinhabers erlaubt ist.

Der frühere argentinische Präsident Carlos Menem ist am 7. Juni 2001 während eines Verhörs in der Staatsanwaltschaft von Buenos Aires verhaftet worden. Der 70-Jährige wird beschuldigt, während seiner Amtszeit (1989-99) als "Kopf einer illegalen Vereinigung" einen Waffenschmuggel nach Kroatien und Ecuador organisiert und sich daran bereichert zu haben. Menem hatte vor dem Verhör seine Unschuld beteuert: "Ich habe kein einziges Mal gegen die Verfassung oder die Gesetze verstoßen", sagte er. Der peronistische Politiker, der erst kürzlich eine Fernsehmoderatorin aus Chile geheiratet hatte und nach Paris und Syrien in die Flitterwochen reisen wollte, hatte der richterlichen Vorladung in Begleitung seiner Partnerin Cecilia Bolocco Folge geleistet. Er musste Stellung nehmen zu 200 Fragen, die ihm Staatsanwalt Carlos Stornelli zum Waffenschmuggel vorlegte. Im Laufe des Verhörs wurde der Ex-Präsident davon unterrichtet, dass er verhaftet sei.

Es ist das erste Mal in der Geschichte Argentiniens, dass in demokratischen Zeiten ein früherer Staatspräsident zur Rechenschaft gezogen wird. In derselben Angelegenheit wurden bereits Menems Schwager Emir Yoma, sein Verteidigungsminister Erman Gonzalez sowie am 05. Juni 2001 Ex-Heereschef Martín Balza verhaftet. Ermittelt wird auch gegen den damaligen Außenminister Guido Di Tella. Menem darf auf Grund seines fortgeschrittenen Alters die Untersuchungshaft in Form von Hausarrest verbringen. 1991 und 1995 hatte die Menem-Regierung mit Geheimdekreten die Ausfuhr von 6 500 beziehungsweise 75 Tonnen argentinischen Kriegsmaterials nach Kroatien und Ecuador bewilligt. dassbeide Staaten zu jenem Zeitpunkt als Krieg führende Nationen einem UN-Waffenembargo unterlagen, gab die Regierung falsche Endbestimmungsländer an: Venezuela und Panama, wobei Letzteres gar keine Armee unterhält. Im Anschluss an den illegalen Waffenhandel sind in Argentinien 600 Millionen Dollar des Verkaufserlöses verschwunden.

Staats- und Regierungsform
Mehrparteiensystem, Bundesrepublik, zwei gesetzgebende Organe

Gesundheit

Von Samstagnachmittag bis Montagmorgen haben die Apotheken zu. Welche farmacia den Notdienst übernimmt, ist an der Tür jeder Apotheke angeschlagen. Da alle Besucher grundsätzlich als Privatpatienten behandelt werden, ist der Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung empfehlenswert.

Bei der Einreise wird kein Impfzeugnis verlangt. Nur Passagiere aus Ländern mit Cholera- und Gelbfieberepidemien müssen entsprechende Bescheinigungen vorlegen. Da einzelne Fälle von Cholera in Jujuy und Salta aufgetreten sind, sollte man beim Verzehr von ungewaschenen Früchten unbedingt vorsichtig sein. Leitungswasser hingegen kann man in den Städten bedenkenlos trinken, es enthält ausreichend Chlorzusatz, während man Wasser auf Campingplätzen tunlichst abkochen sollte.

Gesundheitsprophylaxe für Argentinien

Fortsetzung ¬

 


 


Alle Angaben und Informationen ohne Gewähr! Ein ganz besonderer Dank geht an die Schüler und Lehrer der Oberschule an der Marzahner Promenade in Berlin, die uns freundlicherweise Informationen aus ihrem privaten Projekt »Erdkunde-Online« insbesondere zu den Themen Umgangsformen, Familienstruktur, Flora & Faune, Geografie und Geschichte überlassen haben.

Hinweis: Während der Aktualisierungsphase, die eine gewisse Zeit dauern wird, können die gewünschten Infos ab 20. Januar 2006 per E-Mail angefordert werden.

Update 06.12.2005



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